Kurzantwort
Der Ablesegrund benennt den Prozess, der einen Zählerstand verlangt. Er ist laut SAP Learning ein Festwert von SAP (Prüftabelle TE609) und entscheidet über die Folgen: Nur die Gründe 01 Turnusablesung, 02 Zwischenablesung mit Abrechnung, 03 Auszugsablesung mit Abrechnung und 05 Gebietsabgabe mit Abrechnung legen zusammen mit dem Ableseauftrag einen Abrechnungsauftrag an. Zwischenablesung ohne Abrechnung (09) und Kontrollablesung (10) liefern nur einen Stand. Einzug, Auszug und Geräteeinbau oder -ausbau lösen die Ablesung selbst aus, die Gründe 06, 08, 12, 21 und 22 stehen für sie. Die Kundenselbstablesung ist kein Grund, sondern eine Ableseart: Sie sagt, wer liest, nicht warum gelesen wird.
Einordnung
Der Artikel erklärt, was jeder Ablesegrund im System auslöst, und wie sich Gründe gegenseitig beeinflussen. Terminsatz und Auftragserstellung beschreiben Terminsteuerung in SAP IS-U und Abrechnungs- und Ableseaufträge, den Beleg Ableseauftrag und Ableseergebnis. Die Abrechnungsvorgänge selbst zeigt die Abrechnungssteuerung, die Rechnung bei Auszug Schlussrechnung und Zwischenabrechnung. Welche Ablesungen der Markt vorsieht, steht in Zählerablesung und Ablesearten. Die Gründe nennt SAP Learning Festwerte von SAP, der Atlas-Katalog führt TE609 als Customizing-Tabelle; hier gelten die Bezeichnungen der SAP-Lektionen. Wie der Auftrag, den eine Ablesung freigibt, im Lauf abgerechnet wird, steht in Abrechnungsauftrag und Abrechnungslauf.
Drei Felder werden oft verwechselt: der Ablesegrund (warum, Tabelle TE609, Schlüssel in EABLG), die Ableseart oder Ablesekategorie (wer liest: Versorgungsunternehmen, Kunde, Schätzung, Ableitung) und der Abrechnungsvorgang (was abgerechnet wird, ETRG-ABRVORG).
Die Gründe im Überblick
SAP Learning gliedert die Ablesegründe in drei Gruppen (Ablesung verstehen):
| Gruppe | Ablesegrund |
|---|---|
| Turnusablesung | 01 Turnusablesung mit Abrechnung |
| Aperiodische Ablesung | 02 Zwischenablesung mit Abrechnung, 05 Gebietsabgabe mit Abrechnung, 09 Zwischenablesung ohne Abrechnung, 10 Kontrollablesung |
| Aperiodische Ablesung für einen Prozess | 03 Auszugsablesung mit Abrechnung, 06 Einzugsablesung, 08 Installation technisch, 12 Ausbau technisch, 21 Anlage abrechnungstechnisch, 22 Ausbau abrechnungstechnisch |
Zwei Regeln der Lektion helfen bei der Einordnung. Erstens hängt die Auswahl von der Ebene ab: Wer Aufträge für eine ganze Ableseeinheit erstellt, bekommt weniger Gründe angeboten als bei der Wahl einer einzelnen Anlage. Zweitens startet eine Ablesung, die aus einer Aktivität entsteht, in der Aktivität selbst: Wird ein Gerät ausgebaut, stößt der Ausbauvorgang den Ableseauftrag an.
Welche Ablesung welche Abrechnung auslöst
Ein Abrechnungsauftrag entsteht „zusätzlich zum Ableseauftrag, wenn eine Ablesung abrechnungsrelevant ist“, und zwar für 01, 02, 03 und 05 (SAP Learning, Ableseprozess). Für 01, 02 und 03 entsteht er mit dem gleichnamigen Abrechnungsvorgang: 01 periodisch, 02 Zwischenabrechnung, 03 Auszug. Zusammengefasst:
| Ablesegrund | Abrechnungsauftrag | Wie entsteht der Auftrag |
|---|---|---|
| 01 Turnus | ja, Vorgang 01 | Terminsatz, Massenlauf EL06 |
| 02 Zwischenablesung mit Abrechnung | ja, Vorgang 02 | Einzelauftrag EL01 oder vorbelegter Termin der Ableseeinheit |
| 03 Auszug | ja, Vorgang 03 | aus dem Auszugsvorgang |
| 05 Gebietsabgabe | ja, Vorgang nicht genannt | Einzelauftrag, wenn eine Ableseeinheit an ein anderes Versorgungsunternehmen abgegeben wird |
| 09 Zwischenablesung ohne Abrechnung | nein | Termin der Ableseeinheit oder Einzelauftrag |
| 10 Kontrollablesung | nein | Termin der Ableseeinheit, Einzelauftrag oder Korrekturprozess |
| 06 Einzug | nicht genannt | aus dem Einzugsvorgang |
| 08, 21, 12, 22 | nicht genannt | aus Einbau, Ausbau, Wechsel |
Für 06, 08, 12, 21 und 22 nennt die Lektion keinen Abrechnungsauftrag; ob einer entsteht, ist im eigenen System am Ablesegrund zu prüfen. Fest steht nur: Die Gründe der Abrechnungsaufträge sind 01, 02, 03 und 05. Zur Prüfung gehört die Abrechnungsauftragstabelle ETRG: Fehlt für einen Termin der Satz, war der Ablesegrund nicht abrechnungsauslösend.
Pauschalanlagen und Anlagen mit RTP-Tarif bekommen einen Abrechnungsauftrag ohne Ableseauftrag, damit die Abrechnung sofort laufen kann (SAP Learning).
Turnusablesung (01)
Sie ist die regelmäßige Ablesung. Ihre Termine folgen aus der Portion: Das Ende der Ableseperiode entspricht dem Ende des Abrechnungszeitraums, bei einer Abrechnungsperiode von sechs Monaten gibt es zwei Turnustermine pro Jahr (SAP-Hilfe, Ableseeinheit anlegen). Die Massenauftragserstellung erzeugt dafür für alle Zählwerke der gewählten Ableseeinheiten Ablesebelege und für alle Verträge Abrechnungsaufträge, „da die Turnusablesung immer abrechnungsrelevant ist“ (SAP Learning). Bei der Einzelauftragserstellung ist der geplante Ablesetyp für Turnusaufträge immer die Ablesung durch das Versorgungsunternehmen, und die Termine kommen aus der Terminsteuerung (SAP-Hilfe, Einzelauftragserstellung).
Zwischenablesung mit und ohne Abrechnung (02, 09)
Beide ergeben einen Stand außerhalb des Turnus. Der Unterschied liegt in der Folge. Mit Abrechnung (02) löst der Stand eine Zwischenabrechnung aus: Es entsteht ein Abrechnungsauftrag mit Vorgang 02. In der Ableseeinheit kann man bei Grund 02 mit dem Kennzeichen „Anpassen Abschlagsplan bei Zwischenrechnung“ festlegen, dass vorhandene Abschlagspläne angepasst werden; das Kennzeichen gilt nur für diesen Grund (SAP-Hilfe, Ableseeinheit anlegen). Ohne Abrechnung (09) liefert die Ablesung nur einen echten Stand und bleibt ohne Abrechnungsauftrag.
Den Grund solcher Ablesungen können Termine der Ableseeinheit vorbelegen: 02, 09 und 10 lassen sich frei im Jahr einstellen, mit geplantem Ablesetyp, etwa einer Zwischenablesung durch den Kunden. Aperiodisch erfasst man sie mit der Einzelerfassung (EL28), die für Kontrollablesungen und Zwischenablesungen ausdrücklich genannt wird.
Warum ein Stand ohne Abrechnung nützt: Auch die Ergebnisse aus 09 und 10 sind echte Ableseergebnisse. Die Hilfe listet sie unter den Ablesegründen, auf deren Ergebnisse die Hochrechnung aufbaut, und sie können Assessing auslösen, wenn das Kennzeichen im Customizing gesetzt ist (SAP-Hilfe, Hochrechnung bei Verbrauchszählwerken, Assessing). Ein Zwischenstand verbessert damit die Erwartungswerte der nächsten Periode.
Kontrollablesung (10)
Sie prüft einen Zählerstand und rechnet nichts ab. Die Hilfe nennt sie als Anlass der Einzelerfassung. Ein zweiter Anlass: Muss ein unplausibles Ergebnis vor Ort überprüft werden, entsteht ein Korrekturauftrag oder ein Kontrollableseauftrag mit aktualisierten Daten; die Korrektur unplausibler Ergebnisse bietet dafür außerdem einen Nachableseauftrag an. Ist die Nachablesung plausibel, ersetzt das System das unplausible Ergebnis durch eine Schätzung auf Basis des Stands der Nachablesung. Mehr dazu in Plausibilitätsprüfung von Ableseergebnissen in IS-U.
Einzug (06) und Auszug (03)
Beide Vorgänge hängen eng zusammen, weil ein Stand häufig zwei Verträge bedient: Der Schlussstand des ausgezogenen Kunden ist der Anfangsstand des einziehenden.
Einzug. Damit ein Vertrag abgerechnet werden kann, braucht er Einzugszählerstände. Oft findet keine eigene Einzugsablesung statt; das System übernimmt vorhandene Stände, etwa Einbau- oder Schlussstände des Vorgängervertrags (SAP-Hilfe, Vorschlagen von Einzugsableseergebnissen). Übernimmt man den Vorschlag, bekommt dieses Ergebnis zusätzlich den Ablesegrund Einzug. Ändert man ihn, entsteht ein neues Ergebnis mit dem Grund Einzug. Gibt es keinen Vorschlag, kann man schätzen lassen oder von Hand eingeben; fehlt auch das, legt das System eine Servicemeldung oder einen Serviceauftrag für das Zählwerk an. Wie weit zurück ein Schlussstand als Vorschlag gilt, regelt die Karenz „Vorschlag Einzug“ im Customizing (Feld TE410-INTV_PROP_MOVEIN). Das Beispiel der Hilfe: Karenz 10 Tage. Ein Einzug am 15.01. übernimmt ein Schlussergebnis zum Auszugsdatum 10.01., ein Ergebnis vom 02.01. dagegen nicht.
Auszug. Hat man beim Anlegen des Auszugs kein Ergebnis eingegeben, erzeugt das System für alle ableserelevanten Zählwerke der abrechnungstechnisch zugeordneten Geräte einen Ableseauftrag. Das Customizing legt fest, wie er weiterläuft: Kundenselbstablesekarte für alles, was laut geplanter Ableseart der Kunde liest; Serviceauftrag oder Formular für den Ableser bei Ablesung durch das Versorgungsunternehmen; oder Download für mobile Datenerfassung. Übernimmt man ein vorgeschlagenes Ergebnis, bekommt es den Ablesegrund Schluss; ändert man es, entsteht ein neues Ergebnis mit diesem Grund (SAP-Hilfe, Ablesedaten Auszug). Beim Beenden eines Vertrags im Versorgungsszenario lassen sich fehlende Stände automatisch schätzen; dazu dient die Methode STOP_CONTRACT des BAdI ISU_IDE_DRGSCEN_GEN. Der Abrechnungsvorgang ist 03, die Rechnung ist die Schlussrechnung.
Dass ein Beleg mehrere Gründe tragen kann, erklärt die Struktur von EABLG: ein Satz je Beleg, Anlage und Grund. Der übernommene Schlussstand erhält den Grund Einzug zusätzlich zum Grund Schluss und bedient so zwei Verträge.
Gerätewechsel, Einbau und Ausbau (08, 12, 21, 22)
Diese Gründe gehören zu den Geräte-Vorgängen. Die Unterscheidung technisch und abrechnungstechnisch folgt der Installation: 08 Installation technisch und 12 Ausbau technisch betreffen den Geräteplatz, 21 Anlage abrechnungstechnisch und 22 Ausbau abrechnungstechnisch die Zuordnung zur Anlage. Zur Technik des Wechsels siehe Geräteinstallation in SAP Utilities verstehen, Gerätewechsel und Tarifierung und den Bedienablauf in Gerätewechsel in SAP IS-U Schritt für Schritt.
Beim Wechsel können Ausbau- und Einbaustand erfasst werden (SAP Learning, Installation, Ausbau und Wechsel). Das Eingangs-IDoc ISU_DEVICE_CHANGE nimmt genau ein Ableseergebnis zur Aktion auf, zeitvariable Ablesungen sind damit nicht möglich; ist die Ablesung unplausibel, bricht die Verarbeitung nicht ab, und der Stand lässt sich korrigieren (SAP-Hilfe, Geräteinstallation). Der Systemparameter DEVINSNOMR erlaubt Einbau, Ausbau und Wechsel ohne Ablesung. Stornieren lassen sich solche Ergebnisse nur in der Stornotransaktion des Vorgangs. Wie aus zwei Ständen eine Menge wird, zeigt Sonderfälle der Verbrauchsermittlung in SAP IS-U.
Eine Folge für den Turnus: Hat die Auftragserstellung schon stattgefunden, bevor das Gerät gewechselt wurde, findet der Ableser das im Auftrag genannte Gerät nicht. Je nach Customizing erfasst das System die Daten auf Basis des neuen Geräts, oder der Wechsel wird nur beachtet, wenn der Ableser einen entsprechenden Hinweis erfasst (SAP Learning).
Kundenselbstablesung
Die Kundenselbstablesung (KSA) ist der geplante Ablesetyp 02. Sie hängt an drei Stellen im System:
- Ableseeinheit. Mit dem Kennzeichen „Kundenselbstablesung“ entstehen Aufträge zur Kundenselbstablesung. Meldet der Kunde nichts zurück, werden erneut Ableseaufträge erstellt, diesmal zur Ablesung durch das Versorgungsunternehmen (SAP-Hilfe, Ableseeinheit anlegen). Das Datum der Kundenablesung errechnet sich anders als die übrigen: aus der Karenz abzüglich des Datums der Auftragserstellung.
- Ablesesteuerung. In der Anlage steht eine Ablesesteuerung, die festlegt, wie oft in Folge der Kunde selbst ablesen darf. Das Beispiel der Hilfe: Jede Anlage darf zweimal zur Kundenselbstablesung zugelassen werden, die dritte Ablesung macht das Versorgungsunternehmen. Man führt dazu die Massenauftragserstellung zweimal je Termin aus, zuerst mit dem geplanten Ablesetyp Kundenselbstablesung, dann mit Ablesung durch das Versorgungsunternehmen. Bei einem Auszug wird für die Anlage trotz Schema eine Ablesung durch das Versorgungsunternehmen durchgeführt. Die Zahl zulässiger aufeinanderfolgender Kundenablesungen prüft auch die Plausibilitätsprüfung (Tabelle TE438).
- Auftragsausgabe. Bei der Ableseart Kunde gibt das System den Auftrag über einen digitalen Kanal aus, oder es druckt eine Kundenselbstablesekarte.
Das Gesetz erlaubt dem Lieferanten, die Selbstablesung zu verlangen, wenn keine Fernübermittlung der Verbrauchsdaten erfolgt; Haushaltskunden können im Einzelfall widersprechen, und der Lieferant liest dann selbst ab, ohne Entgelt (§ 40a Abs. 1 EnWG). Die Rechnung muss angeben, wie ein verwendeter Zählerstand ermittelt wurde. Die Ableseart im Beleg ist die Datenbasis dafür.
Prioritäten und Karenzen: wenn zwei Ablesungen konkurrieren
Zwei Mechanismen verhindern doppelte Ablesungen. Beide stehen in der Ableseeinheit (SAP Learning, Ablesung verstehen).
- Ablesekarenz: Innerhalb des Zeitraums soll nur eine Ablesung und eine Abrechnung stattfinden. Existiert dort schon ein Auftrag oder ein Ergebnis, unterdrückt das System den Auftrag, dessen Ablesegrund die geringere Priorität hat. Die Prioritäten legt man im Customizing fest, etwa die Frage, ob eine Turnusablesung eine Schlussablesung unterdrücken darf. Das Beispiel der Lektion: Zieht ein Kunde am 31.03. aus, soll am 28.03. keine Turnusablesung erfolgen. In der Auftragserstellung wirkt das Steuerkennzeichen „Ablesekarenzprüfung“; ohne Kennzeichen wird der Auftrag in jedem Fall erstellt.
- Erfassungskarenz: Es bleiben mehrere Aufträge bestehen, aber nur ein Ergebnis wird erfasst, die übrigen werden abgeleitet. Das Beispiel: Die Turnusabrechnung am 25.04. soll aus einer Zwischenablesung am 15.04. abgeleitet werden. Welche Gründe automatisch ableiten dürfen, legt das Customizing fest.
Beide Karenzen sind nur für die Turnusablesung relevant und stehen deshalb in der Ableseeinheit; für die Schlussablesung kann man pro Buchungskreis und Sparte einen eigenen Intervallwert in den Steuerungsparametern der Erfassung angeben.
Beispiel: ein Umzug
Vereinfachtes Beispiel mit frei gewählten Werten. Vertrag A endet durch Auszug am 31.03.2027, Vertrag B beginnt mit Einzug am 01.04.2027. Der letzte Turnusstand war 19.100 kWh (30.06.2026), der Turnus ist jährlich zum 30.06.
- Der Auszug von A legt für das Zählwerk einen Ableseauftrag an (Grund 03). Der Kunde liest 20.480 ab; der Stand wird erfasst, ist plausibel und löst für Vertrag A den Abrechnungsauftrag mit Vorgang 03 aus.
- Beim Einzug von B schlägt das System den Stand 20.480 vom 31.03. als Einzugsstand vor. Der Tag liegt innerhalb der Karenz von zehn Tagen, der Stand wird übernommen und trägt nun zusätzlich den Grund Einzug.
- Die Abrechnung von A läuft über 20.480 minus 19.100, also 1.380 kWh, mit Vorgang 03.
- Zum Turnus am 30.06.2027 liest der Ableser 21.000. Für B ergibt sich 21.000 minus 20.480, also 520 kWh, mit Vorgang 01.
Ein Vergleich zeigt die Wirkung des Ablesegrunds: Wird ein Zwischenstand von Hand erfasst und dabei Grund 10 (Kontrollablesung) statt 02 gewählt, gibt es zwar einen Stand, aber keinen Abrechnungsauftrag. Die Zwischenabrechnung bliebe aus, bis der Fehler auffällt. Beim Auszug setzt dagegen der Vorgang den Grund selbst.
Fehlerfälle
Falscher Ablesegrund. Mit 09 oder 10 statt 02 liefert die Ablesung einen Stand, die Abrechnung wartet. Den Grund gibt der Anwender bei der Auftragserstellung oder der Erfassung eines Zwischenstands selbst mit; bei Einzug, Auszug und Geräteeinbau setzt ihn der Vorgang. Man erkennt es am fehlenden ETRG-Satz zum Termin.
Einzug ohne Schlussstand des Vorgängers. Es gibt keinen Vorschlag, wenn der Schlussstand außerhalb der Karenz liegt. Dann bleiben Schätzung, Eingabe oder Servicemeldung.
Turnusauftrag fehlt nach Auszug. Die Ablesekarenz hat ihn zugunsten der Schlussablesung unterdrückt. Das ist gewollt, solange die Prioritäten so eingestellt sind.
Kundenselbstablesung bleibt aus. Das System erzeugt erneut einen Auftrag, diesmal für das Versorgungsunternehmen (SAP-Hilfe, Ableseeinheit anlegen).
Zwischenablesung ändert den Abschlag nicht. Das Kennzeichen „Anpassen Abschlagsplan bei Zwischenrechnung“ ist in der Ableseeinheit nicht gesetzt.
Gerätewechsel zwischen Auftrag und Ablesung. Der Ableser findet das Gerät nicht; ohne Hinweis im Beleg bleibt der Wechsel unberücksichtigt, je nach Customizing.
Typische Missverständnisse
Jede Ablesung löst eine Abrechnung aus. Nur die abrechnungsauslösenden Gründe tun das. Kontroll- und Zwischenablesung ohne Abrechnung liefern nur Stände.
Die Kundenselbstablesung ist ein Ablesegrund. Sie ist eine Ableseart. Ein Turnusauftrag kann als Kundenselbstablesung oder durch das Versorgungsunternehmen entstehen.
Der Ablesegrund steht im Ablesebeleg. Er steht in EABLG, weil ein Beleg mehrere Gründe tragen kann.
Der Ableseturnus legt der Abrechner fest. Im Markt legt ihn der Messstellenbetreiber fest, siehe Ableseturnus und Messintervall. Das Terminplanmodell des Systems bildet den Turnus im eigenen System ab.
Grenzen
Die Wertetabelle TE609 und die Priorisierung der Gründe sind Customizing; die Lektionen nennen die Standardgründe, nicht die Einstellungen eines Unternehmens. Nicht belegt sind: der Abrechnungsvorgang zu Grund 05, die Frage, ob 06, 08, 12, 21 und 22 Abrechnungsaufträge erzeugen, und die Rangfolge der Gründe in der Standardeinstellung. Die Hilfeseite zum Auszug nennt bei fehlendem Vorschlag den Grund „Einzug“; vermutlich ist ein Schreibfehler gemeint, belegt ist es nicht, daher steht er hier nicht. Alle Zahlen im Beispiel sind frei gewählt.
Quellen und Pflegehinweis
SAP-Aussagen stammen aus SAP Learning und der SAP-Bibliothek zu SAP ERP 6.0 EHP8 (Stand 05.10.2026), der Rechtsstand zu § 40a EnWG vom selben Tag. Ablesegründe, Prioritäten und Karenzen im eigenen System nach einem Release-Wechsel prüfen.