Kurzantwort
Ableseauftrag und Abrechnungsauftrag sind die Arbeitsvorräte, die die Terminsteuerung erzeugt. Der Ableseauftrag ist ein Ablesebeleg in der Tabelle EABL mit Status 0, der Abrechnungsauftrag ein Satz in ETRG mit Status 1. Beide entstehen, wenn ein Terminsatz der Ableseeinheit fällig ist und der Lauf EL01 oder EL06 startet. Die Ableseeinheit gehört zu einer Portion, und die Portion legt fest, wann abgerechnet wird. Die Abrechnung ersetzt den Abrechnungsauftrag später durch einen Abrechnungsbeleg. Die Terminsteuerung im Einzelnen (Grundtermine, Terminsätze, Karenzen, Fabrikkalender) beschreibt Terminsteuerung in SAP IS-U; den Beleg und seine Erfassungswege Ableseauftrag und Ableseergebnis.
Terminsteuerung: von der Portion zum Auftrag
Portion. TE420 ist die Prüftabelle der Portionen; sie wird von TE422, TE424, ERCH und ETRG über das Feld PORTION genutzt. Angelegt wird eine Portion mit E41B, gepflegt mit E41J. Die Portion ist laut SAP Learning das Selektionskriterium bei Abrechnung und Fakturierung (Ableseprozess demonstrieren).
Ableseeinheit. TE422 bündelt Anlagen, die gemeinsam abgelesen werden. Der Stammsatz trägt die Portion (PORTION), die Ableseperiode (PERIODET, PERIODEW) und die Vorläufe in Tagen: Auftragserzeugung (AUF_ABL), Druck (DRUCK_ABL), Download (DOWNL_ABL) und Ankündigung an den Kunden (ANSCH_AUF). Dazu kommen der Ableser (ABLESER) und die Zahl der Vorablesungen für Plausibilisierung und Schätzung (AZVORABL). Angelegt wird sie mit E41H, angezeigt mit EL42. Die Reihenfolge der Zählwerke pflegt EL40, viele Ableseeinheiten ändert EL59 in einem Lauf. Die Ableseeinheit ist das Selektionskriterium bei der Auftragserstellung und in den Abrechnungs-, Fakturierungs- und Druckläufen.
Grundtermine und Terminsätze. Die Grundtermine stehen im Stammsatz: TE425 je Ableseeinheit (Ende der Ableseperiode, Zuordnungsdatum, Ablesegrund, Ableseart) und TE424 je Portion (Ende der Abrechnungsperiode, geplantes Abrechnungsdatum, Abrechnungsvorgang). Aus ihnen erzeugt die Terminsteuerung die datierten Terminsätze: TE418 je Ableseeinheit (Planstand TERMTDAT, geplantes Ablesedatum ADATSOLL, Ablesegrund ABLESGR, geplante Ableseart ABLESART), TE417 je Portion und TE423 für die Abschlagstermine. Die Titel im Data Dictionary lauten „Schedule Records: Portions“, „Schedule Records: MR Units“ und „Budget Billing Dates“; TE417 führt der Tabellenkatalog nicht, der Name ist im Data Dictionary belegt. Erzeugt werden die Terminsätze mit E43B für alle Ableseeinheiten einer Portion oder mit E43A für Portion und/oder Ableseeinheit (SAP-Hilfe, Terminsätze generieren). E40A zeigt sie, E40B ändert einzelne. Das Verteilen der Jahresabrechnung über das Jahr beschreibt die Abrechnungssteuerung, die Trennung von Grundtermin und Terminsatz die Terminsteuerung in SAP IS-U. Der Tabellenkatalog nennt TE424 und TE425 „Terminzeilen“; das Data Dictionary führt sie als Definition der Grundtermine, und dem folgt dieser Artikel.
Der Ableseauftrag
Ein Ableseauftrag ist ein Ablesebeleg in EABL, angelegt je Zählwerk. Laut SAP Learning gliedern sich seine Angaben in vier Gruppen (Ablesung verstehen):
| Gruppe | Angaben |
|---|---|
| Eintragsspezifisch | Erfassungsnummer, Ablesestatus, Ablesegrund, Ablesetyp, Ableser, MDE-Nummer |
| Kopfdaten | Gerät, Equipment, Beleg-ID |
| Zeitbasiert | geplantes Ablesedatum, geplantes Fakturadatum |
| Ablesedaten | erwarteter Zählerstand, erwarteter Verbrauch, Ober- und Untergrenze |
Die Beleg-ID (EABL-ABLBELNR) identifiziert Auftrag und Ergebnis und ist der Schlüssel für Download und Upload. Die Erwartungswerte stammen aus dem Verbrauch der Vorperiode und gehen in die Plausibilitätsprüfung ein, die im Ableseprozess beschrieben ist. Der Grund je Anlage steht in EABLG (Schlüssel ABLBELNR, ANLAGE, ABLESGR); EABLG verweist über ABLEINH auf die Ableseeinheit. Eine Anlage kann je Abrechnungsdatum mehrere Gründe führen, etwa Turnus und Auszug.
Drei Felder klingen ähnlich: Der Ablesegrund sagt, warum gelesen wird. Die Ableseart sagt, wer liest und wie der Auftrag ausgegeben wird. Der Ablesetyp sagt, wie das Ergebnis zustande kommt, etwa maschinelle Schätzung oder Interpolation.
Der Abrechnungsauftrag
ETRG hält fest, welche Anlage zu welchem geplanten Abrechnungsdatum (ABRDATS) mit welchem Abrechnungsvorgang (ABRVORG) abgerechnet werden soll. Der Status steht in TRIGSTAT. Der Satz trägt Portion (PORTION) und Ableseeinheit (ABLEINH) und verweist so auf die Terminsteuerung; nach der Abrechnung zeigt ETRG-SC_BELNR auf den Abrechnungsbeleg ERCH. SAP Learning beschreibt zwei Status: 1 „nicht abrechenbar“ und 2 „fakturierbar“. Ein plausibles Ableseergebnis setzt auf 2, ein unplausibles ändert nichts (Ableseprozess demonstrieren).
Der Abrechnungsvorgang folgt dem Ablesegrund und trägt denselben Code: 01 periodisch, 02 Zwischenabrechnung, 03 Auszug. Pauschalanlagen und Anlagen mit RTP-Tarif bekommen einen Abrechnungsauftrag ohne Ableseauftrag, damit die Abrechnung sofort laufen kann.
Die Abrechnungsausführung (EA38 als Massenaktivität, vorab simulierbar mit EA39) löscht den Abrechnungsauftrag und schreibt einen Abrechnungsbeleg; die Rechnung erzeugt anschließend EA26. Abrechnungsschwellenwerte und -prüfungen können Belege vorübergehend aussteuern; sie müssen freigegeben oder storniert werden (SAP Learning, Abrechnung und Fakturierung). Was danach mit dem Beleg geschieht, erklärt Verbrauchsabrechnung verstehen.
Ebenen. Der Ablesebeleg liegt auf Zählwerksebene, Abrechnungsauftrag und Abrechnungsbeleg auf Vertragsebene, der Fakturierungsbeleg auf Vertragskontoebene (Ableseprozess demonstrieren). In ETRG steht dagegen die Anlage im Schlüssel. Wie beide Angaben bei Anlagen mit mehreren Verträgen zusammenpassen, belegen die Quellen nicht.
Vier Wege in einen Auftrag
- Turnus über die Terminsteuerung. EL06 erzeugt die Aufträge für ausgewählte Ableseeinheiten im Hintergrund, EL01 für einzelne. Der Massenlauf legt Aufträge für alle Zählwerke der Ableseeinheiten an und Abrechnungsaufträge für alle Verträge, weil die Turnusablesung immer abrechnungsrelevant ist.
- Prozessauslöser. Auszug, Einzug, Lieferantenwechsel oder Gerätewechsel verlangen eine Ablesung außerhalb des Turnus. Der Auslöser erzeugt einen Einzelauftrag mit passendem Ablesegrund.
- Erfassung ohne Auftrag. Wird ein Ergebnis ohne vorherigen Auftrag erfasst, legt das System den Ableseauftrag an, bei abrechnungsrelevantem Stand auch den Abrechnungsauftrag.
- Pauschale und RTP-Tarif. Nur Abrechnungsauftrag, kein Ableseauftrag.
Die Ablesekarenz in der Ableseeinheit lässt vor einem Auszug nur eine Ablesung zu und legt keinen weiteren Turnusauftrag an; die Erfassungskarenz lässt bei weiterbestehenden Aufträgen nur die Erfassung eines Ergebnisses zu und extrapoliert die übrigen (SAP Learning, Ablesung verstehen). Stornieren lässt sich die Auftragserstellung mit EL37.
Ausgabe und Rückkanal
Wie der Auftrag zum Ableser kommt, steuern Ableseart und MDE-Nummer: Versorgungsunternehmen ohne MDE-Nummer druckt den Beleg, mit MDE-Nummer lädt das System ihn herunter, Ableseart Kunde gibt ihn über einen digitalen Kanal aus. EL16 führt die Ausgabe aus. Der Download läuft als Spool-Datei oder als IDoc; das IDoc hat den Vorteil der Statusüberwachung. Zurück kommt das Ergebnis über das BAPI BAPI_MTRREADDOC_UPLOAD oder den zugeordneten IDoc-Typ ISU_MR_UPLOAD02 (so die SAP-Hilfe zu ERP 6.0 EHP8; SAP Learning nennt ISU_MR_UPLOAD01, welcher im eigenen Release gilt, zeigt WE30; Partnervereinbarung in WE20 für den Nachrichtentyp ISU_MR_UPLOAD). Die Zuordnung läuft über die Beleg-ID oder über Seriennummer, Material und Zählwerksnummer (SAP Learning, Ablesung verstehen). IDocs im Betrieb behandelt IDoc und Schnittstellenmonitoring.
Überwachung
EL31 ist die manuelle Überwachung: Ableseergebnisse, Status und Plausibilität je Versorgungsanlage, Geschäftspartner oder Ableseeinheit. Monitorobjekte sind Terminsatz, Ableseauftrag, Ableseergebnis und Abrechnungsauftrag. EL32 prüft automatisch; Folgeaktionen nach Zeiträumen definiert die Erweiterung EDMLADUE, ohne Definition schätzt das System das Ergebnis selbst. Die Überwachung kann die Abrechnungsausführung verzögern, wenn eine Portion noch viele nicht abrechenbare Abrechnungsaufträge enthält.
Beispiel
Ableseeinheit 4711 gehört zur Portion 01, Turnus jährlich. Die Kennzahlen sind ein vereinfachtes Beispiel.
- Das Terminplan-Datum steht auf dem 15. September. Der Auftragsvorlauf AUF_ABL beträgt 14 Tage, der Lauf EL06 läuft deshalb ab dem 1. September.
- EL06 mit Ablesegrund 01 erzeugt je Zählwerk einen Ablesebeleg mit Status 0, dazu den Abrechnungsauftrag in ETRG mit Status 1.
- Der Ableser liest zwei Zählwerke. Zählwerk 1 ist plausibel (Status 1), Zählwerk 2 liegt über der Obergrenze (Status 2). Der Abrechnungsauftrag bleibt auf 1, bis auch Zählwerk 2 korrigiert oder freigegeben ist. Ob schon ein plausibles Ergebnis ihn auf 2 hebt, sagen die Quellen nicht.
- Nach der Korrektur läuft EA38 für die Portion, löscht den Abrechnungsauftrag und schreibt den Abrechnungsbeleg.
Fehlerfälle
Falscher Ablesegrund im Massenlauf. Mit 09 statt 02 entsteht kein Abrechnungsauftrag. Die Ablesung liefert Werte, die Abrechnung wartet. Auffällig wird es am fehlenden ETRG-Satz.
Fehlende Beleg-ID im Rückkanal. Das Ergebnis lässt sich keinem Zählwerk zuordnen.
Keine Folgeaktion definiert. Das System schätzt automatisch, die Abrechnung läuft mit einem gerechneten Wert.
Storno ohne Sicherung. Der Ableseergebnisstorno löscht Ableseauftrag, Ergebnis und Abrechnungsauftrag. Nur die Erweiterung EDMLELSV kann das Ergebnis vorher sichern.
Terminsätze fehlen. Ohne E43B oder E43A bleiben Termine unbearbeitet, und EL01 findet nichts.
Typische Missverständnisse
Der Abrechnungsauftrag wird unplausibel. Er kennt nur die Status 1 und 2. Plausibilität sitzt am Ablesebeleg.
Ein Ableseauftrag gehört zu einem Vertrag. Er gehört zu einem Zählwerk.
Pauschalkunden haben keinen Abrechnungsauftrag. Sie haben einen, aber keinen Ableseauftrag.
Wer abrechnet, legt den Ableseturnus fest. Im Markt legt ihn der Messstellenbetreiber fest, siehe Ableseturnus und Messintervall. Das SAP-Terminplanmodell bildet den Turnus im eigenen System ab.
Quellen und Pflegehinweis
SAP-Seite: drei SAP-Learning-Lektionen zu SAP S/4HANA Utilities, dazu Tabellen und Transaktionen aus dem Projektkatalog. Die Rechts- und Fristenseite (EnWG, MsbG, WiM Teil 2) steht in den verlinkten Artikeln zur Ablesung; sie entfällt hier bewusst. Der Artikel Ableseprozess in SAP IS-U behandelt Status, Prüfung und Korrektur. Bei Releasewechsel Statuswerte, Ablesegründe und Erweiterungsnamen prüfen. Stand: 5. Oktober 2026.