AnmeldenLernweg starten

SAP Utilities & Betrieb

Ableseauftrag und Ableseergebnis in SAP IS-U: vom Auftrag zum abrechenbaren Zählerstand

Ein Beleg, sechs Erfassungswege: Wie in SAP IS-U aus dem Ableseauftrag ein Ableseergebnis wird, welche Felder in EABL und EABLG den Stand tragen, wie Einzelerfassung, Schnellerfassung, Upload, Web-Service und MSCONS arbeiten und was Ablesestatus, Ableseart und Ablesegrund bedeuten.

Auf dieser Seite14 Abschnitte

Kurzantwort

Ableseauftrag und Ableseergebnis sind in SAP IS-U derselbe Beleg: ein Satz in EABL je Zählwerk. Mit der Auftragserstellung entsteht er als Auftrag mit geplantem Datum und Erwartungswerten, mit der Erfassung bekommt er den Zählerstand, die Ableseart und das tatsächliche Ablesedatum. Der Stand kann auf sechs Wegen hineinkommen: Einzelerfassung, Schnellerfassung, Upload vom mobilen Gerät, Web-Service, MSCONS aus der Marktkommunikation und aus Vorgängen wie Einzug oder Gerätewechsel. Alle Wege laufen durch dieselben Prüfungen. Abrechenbar ist ein Stand, wenn sein Ablesestatus plausibel oder freigegeben ist.

Einordnung

Der Gesamtablauf mit Statuskette steht in Ableseprozess in SAP IS-U; die Erzeugung der Aufträge aus den Terminsätzen beschreiben Terminsteuerung in SAP IS-U und Abrechnungs- und Ableseaufträge. Dieser Artikel nimmt den Beleg selbst in die Hand: welche Felder er trägt, wie ein Stand hineinkommt, woran man Herkunft und Bearbeitungsstand erkennt und was bei Änderung und Storno geschieht. Die Prüfungen der Stände vertieft Plausibilitätsprüfung von Ableseergebnissen in IS-U, die Gründe einer Ablesung Ablesegründe und ihre Folgen. Die Marktseite, also wer den Stand liefern muss, zeigt Zählerablesung und Ablesearten. Das Objekt mit den SAP-Zitaten steht im Objekt-Explorer. Was aus dem fertigen Ergebnis im Abrechnungsauftrag wird, zeigt Abrechnungsauftrag und Abrechnungslauf.

Quellen sind die SAP-Bibliothek zu SAP ERP 6.0 EHP8, zwei SAP-Learning-Lektionen und das Data Dictionary der Tabelle EABL. Felder, die der Tabellenkatalog des Atlas nicht führt, sind als Data-Dictionary-Felder gekennzeichnet.

Ein Beleg mit zwei Gesichtern

Die SAP-Hilfe trennt zwei Komponenten. Der Ableseauftrag enthält zählwerksspezifische Daten und Informationen zur geplanten Ablesung, etwa Ableser und geplantes Ablesedatum (SAP-Hilfe, Ableseauftrag). Das Ableseergebnis verwaltet die Zählerstände und speichert neben dem Stand, auf welche Art er ermittelt wurde (SAP-Hilfe, Ableseergebnis). In der Datenbank sind beide ein Satz. Die Beleg-ID (ABLBELNR) identifiziert Auftrag und Ergebnis eindeutig (SAP Learning, Ableseprozess).

Wichtige Felder von EABL. Der Atlas-Katalog führt die Felder der oberen Hälfte; die untere Hälfte stammt aus dem Data Dictionary (SAP Datasheet).

Feld Bedeutung Quelle
ABLBELNR Beleg-ID, Schlüssel Katalog
EQUNR, GERNR, ZWNUMMER Gerät und Zählwerk, zu dem der Beleg gehört Katalog
ADATSOLL geplantes Ablesedatum Katalog
ADAT Ablesedatum, das für die Abrechnung gilt Katalog
V_ZWSTAND, N_ZWSTAND Zählerstand vor und nach dem Komma Katalog
ABLSTAT Ablesestatus Katalog
ISTABLART tatsächliche Ableseart, Werte in TE436 Katalog
PRUEFPKT Ergebnis der unabhängigen Prüfung Katalog
SCHAEVER, SCHAEGR Schätzverfahren und Schätzgrund Katalog
ADATTATS tatsächliches Ablesedatum Data Dictionary
ABLESART, ABLESTYP geplante Ablesekategorie und Ablesekategorie des Ergebnisses (beide gegen TE614) Data Dictionary
ABLESER, MDENR, ABLHINW Ableser, MDE-Nummer, Hinweis des Ablesers Data Dictionary
POPCODE, PRUEFTYP abhängige Prüfung und Prüfkategorie Data Dictionary
STANZVOR, STANZNAC Stellen des Zählwerks vor und nach dem Komma Data Dictionary
AKTIV Ableseergebnis aktiv Data Dictionary
ENTRYNUMB, PRUEFZAHL Erfassungsnummer und Prüfzahl der Schnellerfassung Data Dictionary

Den Grund, warum der Beleg angelegt wurde, führt EABLG: ein Satz je Beleg, Anlage und Ablesegrund. Ein Beleg kann mehrere Anlagen und Gründe betreffen; der Ablesegrund wird für alle Ablesebelege zu einer Anlage dort hinterlegt (SAP-Hilfe zur Extraktion der Ablesegründe). EABLG trägt auch die Ableseeinheit und das geplante Ablesedatum.

Drei Datumswerte. ADATSOLL ist der Plan, ADAT das Datum, zu dem abgerechnet wird, ADATTATS der Tag, an dem der Zähler gelesen wurde. Beim Upload heißt ADAT im BAPI „Ablesedatum“ und bestimmt, so die Hilfe, das Ende der Abrechnungsperiode; das tatsächliche Ablesedatum wird getrennt mitgegeben. Einzelerfassung, Schnellerfassung und Upload nehmen beide Daten getrennt entgegen. Wird zum 31.12. abgerechnet, obwohl der Zähler am 28.12. gelesen wurde, stehen im Beleg also zwei verschiedene Daten.

Wie der Beleg entsteht

Die Auftragserstellung gibt es in zwei Formen (SAP-Hilfe, Einzelauftragserstellung, Massenauftragserstellung):

  • Massenauftragserstellung (EL06) arbeitet nur auf Ebene der Ableseeinheit und braucht Terminsätze, deren Auftragserstellungsdatum im gewählten Zeitraum liegt. Sie läuft als Hintergrundjob mit Variante.
  • Einzelauftragserstellung (EL01) bereitet Aufträge auf Ebene von Ableseeinheit, Vertrag, Anlage oder Gerät vor. Sie dient meist aperiodischen Ablesungen und kann auch Turnusaufträge nachholen, die wegen eines Fehlers erneut entstehen müssen. Jede Ebene lässt nur bestimmte Ablesegründe zu.

Steuerkennzeichen beeinflussen den Lauf: Mit „geplanten Ablesetyp aus Terminsatz beachten“ hat der Typ des Terminsatzes Vorrang, die „Ablesekarenzprüfung“ unterdrückt bei bereits vorhandenem Auftrag den mit geringerer Priorität des Ablesegrunds, „Verträge ignorieren“ beschleunigt die Wiederholung, und „Serviceaufträge unterdrücken“ verhindert die im Customizing der Geräteverwaltung eingestellten automatischen Serviceaufträge.

Beim Anlegen entsteht der Beleg nur, wenn er gebraucht wird. Für Pauschalanlagen gibt es keinen Ableseauftrag, aber einen Abrechnungsauftrag (SAP Learning, Ablesung verstehen). Beim Auszug legt das System, wenn kein Ergebnis eingegeben wurde, für alle ableserelevanten Zählwerke automatisch einen Ableseauftrag an; im Customizing steht, ob er als Kundenselbstablesekarte, als Formular für den Ableser, als Download für mobile Datenerfassung oder als Serviceauftrag weiterläuft (SAP-Hilfe, Ablesedaten Auszug). Beim Einzug schlägt es dagegen, wenn vorhanden, ein bestehendes Ergebnis vor, etwa den Schlussstand des Vorgängers.

Hinweise für den Außendienst. Der Auftrag kann statische Hinweise tragen, die ein Pool im Customizing liefert (Beispiel der Lektion: „Vorsicht, bissiger Hund“), hinterlegt am Anschlussobjekt oder Geräteplatz, und dynamische Hinweise, die das System zur Laufzeit ermittelt, etwa „Anlage manuell gegen Ablesung gesperrt“. Bis zu fünf Platzhalter sind je Hinweis möglich (SAP Learning, Ablesung verstehen).

Ausgabe: Papier oder Gerät

Wie der Auftrag zum Ableser kommt, steuern Ableseart und MDE-Nummer: ohne MDE-Nummer als Beleg auf Papier, mit MDE-Nummer als Download, bei Kunden als digitaler Kanal. EL16 führt die Ausgabe aus (auch EL35 führt der Transaktionskatalog als Ausgabe der offenen Ablesebelege). Der Download nutzt die Rohdatenschnittstelle (RDI) und kann als Spool-Datei oder als IDoc entstehen; das IDoc hat den Vorteil der Statusüberwachung. Welche Daten das mobile Gerät erhält, bestimmt ein Formular der Druck-Workbench, grundsätzlich also alles, was das System kennt (SAP-Hilfe, Auftragsausgabe).

Der wichtigste Schlüssel im Austausch ist die Beleg-ID. Das mobile Gerät muss sie speichern und beim Zurücksenden mitgeben, damit das System den wartenden Auftrag eindeutig findet. Sie ist schneller und sicherer als die Kombination aus Gerät, Zählwerk und Ablesedatum.

Die Wege zum Ergebnis

Sechs Wege führen in denselben Beleg. Was danach geschieht, entscheidet die Prüfung, nicht der Weg.Status 0, 1, 2, 4 und 7 nach SAP Learning. Die Transaktionen stammen aus dem Transaktionskatalog.

Alle Wege erzeugen oder füllen denselben Beleg. Sie unterscheiden sich in dem, was vorher da sein muss, und darin, was bei einem unplausiblen Stand geschieht.

Weg Wann Besonderheiten
Einzelerfassung (EL28) ein Kunde, Vertrag, Anlage oder Gerät; Kontroll-, Zwischen-, Schlussablesung Auftrag nicht nötig: Fehlt er, legt das System ihn an, bei abrechnungsauslösendem Grund auch den Abrechnungsauftrag. Unplausible Stände lassen sich sofort freigeben, korrigieren, zurückstellen oder zur Schätzung markieren.
Schnellerfassung (EL20, EL22) periodische Ablesung in großer Menge, meist durch Datentypistinnen nur nach vorangegangener Auftragserstellung. Einstieg über Ableseeinheit, Sollablesedatum und Ablesegrund; jeder Stand hat eine Erfassungsnummer. Ohne Korrektur wird ein unplausibler Stand zurückgestellt; mit Korrektur lässt er sich freigeben.
Upload Ergebnisse vom mobilen Gerät oder aus einem externen Erfassungssystem BAPI MeterReadingDocument.Upload (BAPI_MTRREADDOC_UPLOAD) oder zugehöriges IDoc. Identifikation über Beleg-ID. Prüfungen laufen auch hier.
Web-Service externe Anwendungen Service-Operation „Create Meter Reading Document Result“, entspricht laut SAP-Hilfe dem Upload per BAPI.
MSCONS Lieferant erhält Stände vom Netz oder Messstellenbetreiber In der Marktkommunikation (IDE) kennt die SAP-Hilfe dafür den Basisprozess IMPUSAGE.
Vorgang Einzug, Auszug, Geräteeinbau, -ausbau, -wechsel Der Vorgang startet die Ablesung, nicht die Geräteablesung selbst.

Upload im Einzelnen. Der Datensatz enthält Beleg-ID, Zählerstand oder Ableserhinweis, Ableseart, Ableser, Ablesedatum und -zeit sowie das tatsächliche Datum. Er wird übernommen, wenn entweder ein Stand oder ein Hinweis mitkommt. Gibt es noch keinen Auftrag, braucht das System Seriennummer und Zählwerksnummer (bei nicht eindeutiger Seriennummer das Material), außerdem Ablesegrund, Ablesedatum und Stand (SAP-Hilfe, Upload). Für das IDoc-Verfahren braucht es eine Eingangs-Partnervereinbarung zum Nachrichtentyp ISU_MR_UPLOAD (WE20); die Struktur des Typs zeigt WE30. Die SAP-Hilfe nennt den IDoc-Typ ISU_MR_UPLOAD02, SAP Learning ISU_MR_UPLOAD01; welcher im eigenen Release gilt, prüft man im System. Die Erweiterung EDMMRRES erlaubt, Stände nach dem Upload und vor der Prüfung zu manipulieren. Im Transaktionskatalog gehören zum Upload ELEU (Datei einlesen), ELMU (Upload ausführen) und ELDM (Überwachung der IDocs); fehlerhafte IDocs bearbeitet EL_MA_MRIDOC. Mehr zu IDocs im Betrieb steht in IDoc und Schnittstellenmonitoring.

MSCONS im Einzelnen. Hat das Unternehmen die Marktrolle Lieferant, werden die Ergebnisse aus Marktkommunikationsprozessen im MSCONS-Format hochgeladen (SAP Learning). Für den Empfang diskreter Verbrauchswerte kennt die Hilfe den Basisprozess IMPUSAGE. Er empfängt diskrete Verbrauchswerte von fremden Serviceanbietern; eine eingehende Nachricht löst ihn aus, im IDoc dürfen nur Daten eines Zählpunkts stehen. Das Format ist ISU_COMPR_VDEW_MSCONS_USG_IN2 mit dem Basistyp ISU_VDEW_MSCONS (SAP-Hilfe zu IMPUSAGE). Umgekehrt versendet der Basisprozess EXPMREAD erfasste, geänderte oder stornierte Ableseergebnisse an fremde Serviceanbieter des Zählpunkts; er wird durch die Erfassung selbst ausgelöst, etwa beim Einzug, Gerätewechsel oder bei der Turnusablesung. Wie diese Welt in der Marktkommunikation aussieht, zeigen MSCONS vertiefen und Zählerablesung und Ablesearten. In welcher Tabelle ein per IMPUSAGE empfangener Stand landet, sagt die SAP-Hilfe nicht; die Lektion beschreibt ihn als Ableseergebnis.

Kunde als Quelle. Die Kundenselbstablesung ist kein eigener Weg ins System, sondern eine Ableseart. Der Kunde meldet den Stand über die Kundenselbstablesekarte oder einen digitalen Kanal, und jemand erfasst ihn per Einzel- oder Schnellerfassung, oder er geht über Upload oder Web-Service hinein. Das Gesetz erlaubt dem Lieferanten, die Selbstablesung zu verlangen, wenn keine Fernübermittlung erfolgt; Haushaltskunden können im Einzelfall widersprechen (§ 40a Abs. 1 EnWG). Die Rechnung muss angeben, wie ein verwendeter Zählerstand ermittelt wurde. Die Ableseart im Beleg liefert diese Angabe.

Ableseart und Ablesehinweis: woher der Stand kommt

Die Ableseart beschreibt die Herkunft des Stands: Versorgungsunternehmen, Kunde, Marktkommunikation oder Schätzung (SAP Learning, Ableseprozess). Technisch sind es zwei Ebenen. Die tatsächliche Ableseart ISTABLART ist ein Schlüssel, den der Ableser oder das Erfassungssystem mitgibt (Einzel- und Schnellerfassung nennen sie „Ist-Ableseart“). TE436 ordnet ihr eine Ablesekategorie zu. Die geplante Kategorie steht schon im Auftrag und stammt aus dem Terminsatz: 01 Ablesung durch das Versorgungsunternehmen, 02 Kundenselbstablesung, 03 maschinelle Schätzung, 04 Ablesung abgeleitet (SAP-Hilfe, Ableseeinheit anlegen). So lässt sich im Beleg vergleichen, was geplant war und was geschah.

Der Ablesehinweis kommt zusätzlich oder anstelle eines Stands, etwa „Zähler nicht zugänglich“. Man kann ihm Steuerfunktionen zuordnen: Gerätewechsel, Ableseergebnis zurücksetzen, ungeprüfte Ergebnisse akzeptieren, automatische Schätzung, Ablage der Kundenselbstablesekarte. Hinweis und Schlüssel müssen im mobilen Gerät mit dem SAP-Schlüssel vorhanden sein (SAP Learning).

Ableitung. Ein Ergebnis kann aus einem schon erfassten abgeleitet werden, das innerhalb der Erfassungskarenz liegt. Dadurch entfällt eine von zwei kurz aufeinanderfolgenden Ablesungen (SAP-Hilfe, Ableseergebnis).

Vom Stand zum abrechenbaren Beleg

Direkt nach der Erfassung berechnet das System dynamisch aus der Differenz zum Vorableseergebnis einen Verbrauch. Er wird nicht gespeichert, geht aber in die Prüfungen ein. Mit der Business Function Mengenermittlung (ISU_QD_1) und dem Verfahren „Mengenermittlung innerhalb der Ablesung“ wird die Menge gespeichert und von der Abrechnung weiterverwendet (SAP-Hilfe, Ableseergebniserfassung).

Jedes Ergebnis durchläuft Plausibilitätsprüfungen. Bestanden heißt: Status plausibel, und der Stand geht in die Abrechnung. Nicht bestanden heißt: Status unplausibel, und er muss korrigiert werden. Die Statuskette lautet laut SAP Learning:

Ablesestatus Bedeutung Abrechnungsauftrag danach
0 Auftrag angelegt Status 1, nicht abrechenbar
1 plausibel Status 2, fakturierbar
2 automatisch gesperrt (unplausibel) bleibt bei 1
4 vom Sachbearbeiter freigegeben Status 2, fakturierbar
7 abgerechnet (nur dynamisch gesetzt) Auftrag durch Abrechnungsbeleg ersetzt

Ein abgerechnetes Ergebnis lässt sich nicht mehr ändern. Die Lektion beschreibt außerdem: Wird ein unplausibles Ergebnis korrigiert, wechselt der Abrechnungsauftrag von „nicht abrechenbar“ auf „abrechenbar“. Ob bei mehreren Zählwerken der Auftrag erst mit dem letzten Stand wechselt, beschreibt sie nicht; die Annahme liegt nahe, ist aber nicht belegt.

Deaktivieren. Ein Ergebnis lässt sich manuell oder im Upload deaktivieren. Damit können Ergebnisse für einen schon abgerechneten Zeitraum erfasst werden (SAP Learning). Im Beleg steht dafür das Aktivkennzeichen AKTIV.

Änderung und Storno

Ändern per Upload. Der IDoc-Typ ISU_MR_UPLOAD02 kennt zwei Segmente: eines zum Ändern (E1BPEABLUCHANGE) und eines zum Aktualisieren (E1BPEABLUUPDATE). Welche Ergebnisse änderbar sind, legt das Customizing fest. Das System identifiziert den Beleg über die Beleg-ID oder über Seriennummer, Zählwerk oder Kennziffer und das Ablesedatum, dazu ein Hilfsdatum, das dem Ablesedatum vor der Änderung entspricht. Findet es keinen Beleg, übernimmt es die Daten nicht (SAP-Hilfe, Upload ändern).

Storno der Ablesung. EL37 nimmt Ableseaufträge, optional Ableseergebnisse, und Abrechnungsaufträge zurück. Bei „Ergebnisse löschen“ verschwinden alle drei, und eine neue Auftragserstellung legt neue Aufträge an. Bei „Ergebnisse nicht löschen“ bleiben die Ergebnisse stehen; neue Aufträge entstehen nur für noch nicht abgelesene Geräte. Bereits abgerechnete Aufträge lassen sich erst stornieren, nachdem die Abrechnungsbelege storniert sind. Ergebnisse, die beim Einbau, Wechsel oder Ausbau erfasst wurden, lassen sich nur in den Stornotransaktionen dieser Vorgänge löschen, etwa mit EG50 (SAP-Hilfe, Stornierung). Die Stornofunktion löscht das Ergebnis vollständig aus der Datenbank; die Erweiterung EDMLELSV kann es vorher in einer eigenen Tabelle sichern (SAP Learning).

Beispiel: ein Beleg von der Erstellung bis zur Abrechnung

Vereinfachtes Beispiel mit frei gewählten Werten. Gerät 10004711, Zählwerk 001, Turnusablesung.

Zeitpunkt Ereignis Beleg und Auftrag
11.06.2027 Auftragserstellung (EL06) ABLSTAT 0, ADATSOLL 25.06.2027, geplante Kategorie 01; Abrechnungsauftrag in ETRG, Status 1
22.06.2027 Download auf das mobile Gerät MDE-Nummer im Beleg, Beleg-ID geht mit
25.06.2027 Ableser erfasst 13.412 Upload mit Beleg-ID; Prüfung gegen erwarteten Stand 13.300 mit Grenzen 13.100 bis 13.700
25.06.2027 Prüfung bestanden ABLSTAT 1; Abrechnungsauftrag Status 2
02.07.2027 Abrechnung (EA38) Beleg dynamisch Status 7; Abrechnungsauftrag durch Abrechnungsbeleg ersetzt

Variante: Der Ableser liest 12.412 und vertauscht eine Ziffer. Die Prüfung liegt unter der Untergrenze, der Beleg erhält Status 2, der Abrechnungsauftrag bleibt bei 1. Die Liste EL70 zeigt den Fall, EL27 korrigiert ihn auf 13.412; daraufhin wechseln Beleg auf 1 und Auftrag auf 2.

Typische Fehler und wie man sie erkennt

Upload ohne Beleg-ID. Das System kann den Auftrag nicht eindeutig zuordnen. Hilft die Serialnummer nicht, weil sie im System nicht eindeutig ist, braucht es zusätzlich das Material. Der Stand bleibt im IDoc-Fehlerprotokoll.

Schnellerfassung ohne Auftrag. Sie setzt eine vorangegangene Auftragserstellung voraus. Wer nur einen Stand hat, nimmt die Einzelerfassung.

Falscher Einstieg. Die Schnellerfassung erfasst alle Stände einer Ableseeinheit mit identischem Sollablesedatum. Ohne eingetragenes Sollablesedatum zeigt das System eine Liste der Termine, zu denen Aufträge zur Erfassung anstehen; so findet man den richtigen.

Unplausible Stände bleiben liegen. Bei Upload und Schnellerfassung ohne Korrektur werden sie zurückgestellt; sie müssen im Eingang eines Sachbearbeiters oder in der Liste EL70 bearbeitet werden. Sonst wartet die Abrechnung.

Gerät im Auftrag nicht mehr aktuell. Wechselt ein Gerät innerhalb der Turnusperiode, nachdem der Auftrag ausgegeben wurde, findet der Ableser das genannte Gerät nicht. Je nach Customizing erfasst das System die Daten auf Basis des neuen Geräts, oder der Wechsel zählt nur bei einem entsprechenden Ableserhinweis (SAP Learning).

Ergebnis für abgerechneten Zeitraum. Ein später gelieferter Stand lässt sich nur als inaktives Ergebnis erfassen; ein abgerechnetes Ergebnis ändert man nicht mehr.

Stornierung ohne Sicherung. EL37 mit „Ergebnisse löschen“ entfernt den Stand vollständig.

Typische Missverständnisse

Auftrag und Ergebnis liegen in zwei Tabellen. Beide stehen in EABL. Der Status sagt, wie weit der Beleg ist.

Die Ableseart ist der Ablesegrund. Der Ablesegrund erklärt, warum gelesen wird; die Ableseart erklärt, woher der Stand kommt. Beide sind eigene Felder in verschiedenen Tabellen.

Der Ablesestatus ist ein Qualitätsmerkmal. Er ist ein Bearbeitungsstand. Ein plausibler Stand kann trotzdem falsch sein, wenn die Prüfung nichts auffällig fand.

Das Ableseergebnis ist der Verbrauch. Es ist ein Zählerstand. Der Verbrauch ergibt sich aus der Differenz zum Vorstand und, je nach Zähler, aus Faktoren; das zeigt Sonderfälle der Verbrauchsermittlung in SAP IS-U.

Grenzen

Nicht belegt sind: das Zusammenspiel von Abrechnungsauftrag und Status bei mehreren Zählwerken eines Vertrags, die Tabelle, in der ein per IMPUSAGE empfangener MSCONS-Stand liegt, die Zuordnung eines Kundenportals zur Service-Operation „Create Meter Reading Document Result“ (die Hilfe nennt kein Portal) sowie der aktuelle IDoc-Typ des Uploads im eigenen Release. Die Statuswerte 3, 5 und 6 nennt keine der Quellen. Alle Beispielwerte sind frei gewählt. Unterschiede zwischen SAP ERP 6.0 EHP8 und SAP S/4HANA Utilities sind nicht gesondert belegt.

Quellen und Pflegehinweis

SAP-Aussagen stammen aus der Bibliothek zu SAP ERP 6.0 EHP8 und SAP Learning (Stand 05.10.2026), Felder aus dem Data Dictionary (SAP Datasheet) und dem Atlas-Katalog, Transaktionen aus dem Transaktionskatalog. Die rechtliche Grundlage der Selbstablesung ist § 40a Abs. 1 EnWG (Wortlaut am 05.10.2026 geprüft). Einstellungen wie Prüfparameter, Ablesearten und Folgeaktionen sind je Unternehmen verschieden und gehören ins Customizing.

Primärquellen zum Nachlesen

  1. SAP-Hilfe (SAP ERP 6.0 EHP8, Versorgungsindustrie) – Ableseauftraghelp.sap.com
  2. SAP-Hilfe (SAP ERP 6.0 EHP8) – Ableseergebnishelp.sap.com
  3. SAP-Hilfe (SAP ERP 6.0 EHP8) – Ableseergebniserfassunghelp.sap.com
  4. SAP-Hilfe (SAP ERP 6.0 EHP8) – Einzelerfassunghelp.sap.com
  5. SAP-Hilfe (SAP ERP 6.0 EHP8) – Schnellerfassung mit/ohne Korrekturhelp.sap.com
  6. SAP-Hilfe (SAP ERP 6.0 EHP8) – Upload (Ableseergebnisse hochladen)help.sap.com
  7. SAP-Hilfe (SAP ERP 6.0 EHP8) – Upload (Ableseergebnisse ändern)help.sap.com
  8. SAP-Hilfe (SAP ERP 6.0 EHP8) – Auftragsausgabehelp.sap.com
  9. SAP-Hilfe (SAP ERP 6.0 EHP8) – Stornierung der Ablesunghelp.sap.com
  10. SAP-Hilfe (SAP ERP 6.0 EHP8) – Create Meter Reading Document Result (Service-Operation)help.sap.com
  11. SAP-Hilfe (SAP ERP 6.0 EHP8) – IMPUSAGE: Verbrauchsinformation empfangen (diskrete Werte)help.sap.com
  12. SAP Learning – Den Ableseprozess demonstrieren (Discovering Business Processes in SAP S/4HANA Utilities)learning.sap.com
  13. SAP Learning – Ablesung verstehen (Configuring Device Management in SAP S/4HANA Utilities)learning.sap.com
  14. SAP Datasheet – Tabelle EABL (MR Document)sapdatasheet.org
  15. Energiewirtschaftsgesetz § 40a – Verbrauchsermittlung für Energierechnungengesetze-im-internet.de
Mein Lernen

Quiz zum Artikel

Teste dein Wissen

5 Fragen zu diesem Artikel, mit Erklärung und Link zurück zur Stelle.

Quiz zum Artikel 5 Fragen

War dieser Artikel hilfreich?