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SAP Utilities & Betrieb

Terminsteuerung in SAP IS-U: Portion, Ableseeinheit und Terminsätze

Warum ein Kunde in SAP IS-U zu einem bestimmten Termin abgelesen und abgerechnet wird: Portion, Ableseeinheit, Grundtermine, Terminsätze, Vorlaufzeiten, Fabrikkalender und dynamische Terminsteuerung, mit Tabellen und Transaktionen.

Auf dieser Seite16 Abschnitte

Kurzantwort

Wann ein Kunde in SAP IS-U abgelesen und abgerechnet wird, legen zwei Gruppierungen fest: die Ableseeinheit (Anlagen, die ein Ableser gemeinsam abliest) und die Portion (Verträge, die gemeinsam abgerechnet werden). Beide tragen Grundtermine, aus denen die Terminsteuerung auf Vorrat Terminsätze erzeugt: Ablesetermine, Abrechnungstermine und Abschlagstermine. Ein Terminsatz ist der Auslöser: Ist er fällig und läuft die Auftragserstellung, entstehen Ableseauftrag und Abrechnungsauftrag. Die Kette heißt also Anlage, Ableseeinheit, Portion, Terminsatz, Auftrag. Wer sie kennt, findet zu jedem Kunden den Grund für seinen Termin.

Einordnung

Dieser Artikel erklärt die Terminsteuerung selbst: welche Stammdaten sie braucht, wie aus Grundterminen Terminsätze werden und wo man nachsieht, wenn ein Termin fehlt oder falsch liegt. Was danach mit dem Terminsatz passiert, steht in Abrechnungs- und Ableseaufträge und, für das Ergebnis der Ablesung, in Ableseauftrag und Ableseergebnis. Die Sicht der Abrechnung auf die Portion beschreibt die Abrechnungssteuerung. Den Rhythmus, den der Markt für die Ablesung vorgibt, behandelt Ableseturnus und Messintervall. Das Objektbild zu Portion und Ableseeinheit zeigt der Objekt-Explorer. Wie der Abrechnungslauf einen Terminsatz abarbeitet, beschreibt Abrechnungsauftrag und Abrechnungslauf.

Als Quellen dienen die deutsche SAP-Bibliothek zu SAP ERP 6.0 EHP8 (Branchenkomponente Versorgungsindustrie, Portionierung und Terminsteuerung) und zwei SAP-Learning-Lektionen. Die Tabellenbezeichnungen stammen aus dem Data Dictionary (SAP Datasheet) und dem Tabellenkatalog des Atlas.

Wozu es die Terminsteuerung gibt

Ein Versorger mit vielen Zählern kann nicht alle am selben Tag ablesen und abrechnen. Die Terminsteuerung ordnet das Versorgungsgebiet so, dass Lesen und Fakturieren gleichmäßig über die 52 Kalenderwochen eines Jahres laufen (SAP Learning, Ableseprozess demonstrieren). Dazu braucht sie zwei Sichten, die bewusst getrennt sind:

  • Ablesung ist Handarbeit im Außendienst. Sie folgt der Geografie: Straßenzüge, Bezirke, die Strecke eines Ablesers. Der Arbeitsvorrat eines Ablesers für einen Tag bestimmt die Größe der Ableseeinheit.
  • Abrechnung ist ein Massenlauf im Rechenzentrum. Sie folgt der Technik und der Organisation: wöchentlich parallele Läufe, getrennte Kundengruppen, eigene Termine für Gewerbekunden.

Die Portion bündelt die Abrechnungssicht, die Ableseeinheit die Ablesesicht. SAP Learning beschreibt es so: Die Portion überwacht die Erzeugung von Abrechnungs- und Abschlagsterminen, die Ableseeinheit steuert die Erzeugung der Ablesetermine; eine Portion enthält mehrere Ableseeinheiten. Die Terminsteuerung dient ausschließlich der Utilities-Funktion und ist mit keiner anderen SAP-Komponente integriert (SAP Learning, Ableseprozess).

Die Kette von der Anlage zum Termin

Oben: Eine Anlage gehört zu einer Ableseeinheit, die Ableseeinheit zu einer Portion. Unten: Die Termine, die daraus für ein Jahr entstehen.Vereinfachtes Beispiel: Schlüssel, Karenzen und Daten sind frei gewählt. Tabellen aus dem Data Dictionary.

Anlage zur Ableseeinheit. Die Ableseeinheit steht direkt an der Anlage, dort ist sie ein Mussfeld (SAP Learning). Sie liegt in der Zeitscheibentabelle EANLH im Feld ABLEINH, geprüft gegen TE422. Beim Anlegen einer Anlage schlägt das System die Ableseeinheit aus der Regionalstruktur vor, abhängig von Objektadresse, Verbrauchsstelle und der Kombination aus Abrechnungsklasse und Spartentyp (SAP-Hilfe, Ableseeinheit). Diese direkte Zuordnung lässt sich laut Hilfe nicht übersteuern. Eine Straße in die Regionalstruktur zu legen heißt also, alle neuen Anlagen dort in dieselbe Ablesetour zu schicken.

Ableseeinheit zur Portion. Die Ableseeinheit trägt die Portion im Feld PORTION (TE422). Über diesen Weg kommt ein Vertrag normalerweise zu seiner Portion: Er hängt an einer Anlage, die Anlage an einer Ableseeinheit, die Ableseeinheit an einer Portion (SAP-Hilfe, Portionierung und Terminsteuerung). Eine Ausnahme gibt es im Vertrag: Ist dort eine abweichende Portion hinterlegt (Feld PORTION in EVER, im Data Dictionary „Alternative portion“), übersteuert sie die Portion der Ableseeinheit (SAP-Hilfe, Ableseeinheit anlegen). Dann wird der Vertrag zu einem anderen Termin abgerechnet, als seine Anlage abgelesen wird. Das ist ein gewollter Fall, etwa wenn alle Verträge eines Kunden zum selben Termin abgerechnet werden sollen, und eine häufige Ursache für Verwirrung.

Parametersatz. Ein dritter Stammsatz hängt an der Portion: der Parametersatz. Er enthält die Steuerungsdaten, mit denen die Abschlagstermine erzeugt werden, und ist für jede Portion Pflicht, auch wenn keine Abschläge anfallen. Für diesen Fall legt man laut SAP Learning einen Platzhalter an, in dem der Abschlagszyklus 0 steht. Ein Parametersatz kann für mehrere Portionen gelten.

Die Stammdaten im Überblick

Objekt Tabelle Wichtige Felder Anlegen und ändern
Parametersatz TE419 (nicht im Atlas-Katalog) Steuerung der Abschlagstermine E42B, E42C
Portion TE420 TERMSCHL (Portion), Ende der Abrechnungsperiode, geplantes Abrechnungsdatum, Periodenlänge, Parametersatz E41B, E41C, E41J
Ableseeinheit TE422 TERMSCHL (Ableseeinheit), PORTION, Vorlaufzeiten, ABLESER, MDENR E41H, E41G
Anlage EANLH ABLEINH je Zeitscheibe Anlagenpflege
Vertrag EVER PORTION (abweichende Portion) Vertragspflege

Die Tabellennamen TE419 bis TE425 stammen aus dem Data Dictionary; TE419 führt der Tabellenkatalog des Atlas nicht, der Name steht im SAP Datasheet. Eine Portion löscht man mit E41E, eine Ableseeinheit mit E41I; beides geht nur, wenn nichts mehr daran hängt. Die Kurztexte der Parametersatz-Transaktionen E42A bis E42D im Transaktionskatalog beschreiben den Parametersatz als Ableseregel. Laut SAP-Hilfe und SAP Learning steuert er dagegen die Abschlagstermine; hier gilt die SAP-Aussage.

Eine Ableseeinheit soll nach der SAP-Hilfe höchstens 1.000 Zählwerke umfassen. Der Grund: Sie ist als Arbeitsvorrat eines Ablesers für einen Tag gedacht, und das System liest bei Auftragserstellung, Auftragsausgabe und Schnellerfassung alle Aufträge einer Ableseeinheit zu einem geplanten Ablesedatum. Große Einheiten belasten die Performance.

Grundtermine und Terminsätze

Die Terminsteuerung kennt zwei Ebenen von Terminen, und die Unterscheidung klärt viele Missverständnisse.

Grundtermine gehören zum Stammsatz. Sie sagen, wann in einem Jahr etwas passieren soll. In der Portion stehen sie in TE424 (Data Dictionary: „Portion: Definition of Dates“): Ende der Abrechnungsperiode, geplantes Abrechnungsdatum, Zuordnungsdatum der Ablesung, Abrechnungsvorgang. In der Ableseeinheit stehen sie in TE425 („Meter Reading Dates for Meter Reading Units“): Ende der Ableseperiode, Zuordnungsdatum, Ablesegrund und geplante Ablesekategorie. Beim Speichern der Ableseeinheit schreibt das System für jeden Ablesegrund einen Satz für den Zeitraum eines Jahres (SAP-Hilfe, Ableseeinheit anlegen).

Terminsätze sind die daraus erzeugten, datierten Termine für kommende Jahre. Für die Portion liegen sie in TE417 („Schedule Records: Portions“), für die Ableseeinheit in TE418 („Schedule Records: MR Units“), die Abschlagstermine in TE423 („Budget Billing Dates“). TE417 führt der Katalog nicht; der Name ist im Data Dictionary belegt. Der Tabellenkatalog des Atlas nennt TE424 und TE425 „Terminzeilen“; die englischen Titel im Data Dictionary und die SAP-Hilfe („Ablesetermine“) beschreiben sie als Definition der Grundtermine. Dieser Artikel folgt dem Data Dictionary.

Das Wichtigste über die Grundtermine in der Ableseeinheit:

  • Beim Anlegen kommen die Turnusablesetermine direkt aus der Portion. Das Ende der Ableseperiode entspricht dem Ende des Abrechnungszeitraums. Hat die Abrechnungsperiode sechs Monate, entstehen zwei Turnusablesetermine pro Jahr. Die Hilfe rät, diese Termine nicht zu ändern.
  • Das Ende der Ableseperiode darf nicht nach dem Ende der Abrechnungsperiode der Portion liegen.
  • Weitere Ablesegründe lassen sich frei im Jahr vorbelegen: 02 Zwischenablesung mit Abrechnung, 09 Zwischenablesung ohne Abrechnung, 10 Kontrollablesung. Zu jedem Satz gehört ein geplanter Ablesetyp: 01 Ablesung durch das Versorgungsunternehmen, 02 Kundenselbstablesung, 03 maschinelle Schätzung, 04 Ablesung abgeleitet. Was die Gründe auslösen, steht in Ablesegründe und ihre Folgen.
  • Das Zuordnungsdatum der Ablesung ordnet ein Ergebnis einem bestimmten Monat oder einer Saison zu. Die Abrechnung nutzt es bei der Berücksichtigung von Leistungswerten.

Terminsätze erzeugen

Aus den Grundterminen entstehen die Terminsätze in einem eigenen Schritt. Die SAP-Hilfe nennt drei Wege: E43B erzeugt die Terminsätze aller Ableseeinheiten einer Portion, E43A die Terminsätze für Portion und/oder Ableseeinheit, und EA43 deckt Portion oder Ableseeinheit einzeln ab (EA43 und E1DY führt der Transaktionskatalog des Atlas nicht). Mit E40A zeigt man Terminsätze an, mit E40B ändert man einzelne, mit E41D listet man die Terminstammsätze.

Für das Erzeugen gelten Regeln, die in der Praxis oft Fehler erklären (SAP-Hilfe, Terminsätze, Terminsätze generieren):

  • Mindestens ein Jahr im Voraus. Neben der Terminsteuerung braucht auch Einzug und Auszug für die Folgebearbeitung immer einen Vorgänger-Terminsatz. Die Hilfe nennt das Beispiel: Wurden Terminsätze erst ab dem 01.03. erzeugt und will der Kunde für den Märztermin eine Aktion durchführen, schlägt sie fehl, weil es keinen Februar-Terminsatz gibt.
  • Nur ohne Folgebelege. Terminsätze der Portion lassen sich nur für einen Zeitraum erzeugen oder neu erzeugen, in dem keine Abrechnungsaufträge existieren. Terminsätze der Ableseeinheit überschreibt das System nur, solange keine Ableseaufträge oder Ableseergebnisse dazu vorliegen. Ableseterminsätze, für die schon eine Auftragserstellung gelaufen ist, kann man nicht ändern.
  • Löschen. Terminsätze der Portion lassen sich nur löschen, wenn zuvor die Abrechnungsaufträge storniert wurden; Terminsätze der Ableseeinheit nur ohne Ableseergebnisse und Ableseaufträge.
  • Nach jeder Stammdatenänderung neu erzeugen. Ändert man Portion oder Ableseeinheit, muss man die Terminsätze nachgenerieren. Bei der Portion kann das direkt beim Speichern geschehen, bei der dynamischen Terminsteuerung nicht.

Ein Prüfwert hilft im Betrieb: Das Feld TERMTDAT in der Abschlagstabelle TE423 ist immer gleich dem Ende des Abrechnungszeitraums der Portion. Weichen die Daten ab, wurde meist die Portion geändert, ohne die Terminsätze neu zu erzeugen (SAP-Hilfe, Terminsätze generieren). Was aus dem Terminsatz in die Aufträge fließt, legt die Hilfe so fest: Der Abrechnungsauftrag übernimmt aus dem Terminsatz der Portion geplantes Abrechnungsdatum, Abrechnungsvorgang und geplantes Ablesedatum, der Ableseauftrag aus dem Terminsatz der Ableseeinheit geplantes Ablesedatum, geplanten Ablesetyp, Zuordnungsdatum und Gasdatum.

Vorlaufzeiten: von den Daten zum Zeitplan

Ein Ablesetermin besteht aus mehreren Terminen davor. Die Ableseeinheit trägt dafür Karenzen, die beim Erzeugen auf das Datum des Terminsatzes umgerechnet werden:

Karenz in der Ableseeinheit Bestimmt das Datum von
Ablesung zu Ende der Ableseperiode (EPER_ABL) geplantes Ablesedatum (ADATSOLL)
Auftragserstellung zu geplantem Ablesedatum (AUF_ABL) Ableseauftragserstellung
Druck der Ableseaufträge zu Ablesung (DRUCK_ABL) Druck der Ableseaufträge
Download zu Ablesung (DOWNL_ABL) Download an das mobile Gerät
Ableseankündigung zu Auftragserstellung (ANSCH_AUF) Ableseankündigung an den Kunden
Druck Kundenselbstablesung zu Auftragserstellung (AUKSA_AUF) Druck für die Kundenselbstablesung

Die Tage zwischen Auftragserstellung und Ablesung sind die Obergrenze für die Karenzen von Druck und Download. Die Zeitangaben wirken als Kalendertage; setzt man bei einer Karenz das Kennzeichen „Fabrikkalender berücksichtigen“, zählen Arbeitstage. Eine Besonderheit hat die Kundenselbstablesung: Ihr Datum errechnet sich aus der definierten Karenz abzüglich des Datums der Auftragserstellung und nicht aus dem Ende der Ableseperiode (SAP-Hilfe, Terminsätze generieren).

Der Fabrikkalender löst ein Problem, das in jedem Jahr wiederkehrt: Ein Jahr hat 52 Wochen plus einen oder zwei Tage, also fällt jeder Zieltermin einmal auf ein Wochenende oder einen Feiertag. Setzt man in der Ableseeinheit das Kennzeichen zur Korrektur der arbeitsfreien Tage, verschiebt das System ein solches Datum auf den vorhergehenden Arbeitstag. Im Katalog trägt TE418 dazu die Felder IDENT (Fabrikkalender) und SAPKAL (Korrektur der Nichtarbeitstage).

Abschläge: der dritte Terminstyp

Neben Ablesung und Abrechnung erzeugt die Terminsteuerung die Fälligkeiten für Abschläge. Die Abschlagsperiode ist mit dem Ende der Abrechnungsperiode fest verknüpft. SAP Learning gibt ein Zahlenbeispiel: Bei einer Periodenlänge von zwölf Monaten und Periodenbeginn am 01.08. ergeben der Abschlagszyklus 01 (monatlich) und elf Abschläge den ersten Abschlag am 30.08. und den elften am 30.06. Der zwölfte Monat bleibt für die Abrechnung frei. Zulässige Kombinationen aus Zyklus und Anzahl hinterlegt man in der Portion; sie müssen im Parametersatz enthalten sein, und ihr Produkt darf die Abrechnungsperiode nicht überschreiten. Das Abschlagsplanverfahren selbst beschreibt Abschlagsplan verstehen. Den Plan als Objekt im System beschreibt Abschlagsplan in SAP IS-U.

Dynamische Terminsteuerung

Die klassische Terminsteuerung legt Ablesungen auf feste Tage. Bei monatlicher Ablesung führt das zu Spitzen. Die dynamische Terminsteuerung verteilt die Ablesetermine gleichmäßig über die Arbeitstage eines Monats, auf Grundlage eines unternehmensspezifischen Ablesezyklus und eines Fabrikkalenders. Ziel ist laut SAP-Hilfe, an jedem Arbeitstag ungefähr gleich viele Zählwerke abzulesen. Sie wird vorwiegend für die monatliche Ablesung eingesetzt; bei längeren Perioden lässt sie sich mit einem Abschlagsplan kombinieren.

Voraussetzung ist ein Kennzeichen im Customizing der Terminsteuerung. Dann erscheint in der Portion das Kennzeichen „Dynamische Terminsteuerung“ mit zwei Werten: 1 ohne Abschläge, 2 mit Abschlägen; der zweite Wert passt, wenn die Abrechnungsperiode länger als ein Monat ist. Alle Ableseeinheiten einer solchen Portion verarbeitet die dynamische Terminsteuerung ebenfalls, das Kennzeichen setzt das System selbst. Dynamische Terminsätze erzeugt oder ändert man nur mit eigenen Transaktionen, nicht mit den Standardtransaktionen (die Hilfe nennt für das Nachgenerieren E1DY). Die Hilfe warnt davor, das Zuordnungsdatum dynamisch zu verschieben, insbesondere in den Folgemonat, weil das den Abschlags- und Zahlungsplan stört.

Beispiel: ein Termin von der Ankündigung bis zur Abrechnung

Die Werte sind ein vereinfachtes Beispiel mit frei gewählten Karenzen. Die Portion JAHR-06 rechnet jährlich zum 30.06. ab. Die Ableseeinheit MS-0412 gehört dazu. Karenz zwischen Ablesung und Ende der Ableseperiode: 5 Tage. Auftragserstellung 14 Tage vor der Ablesung, Druck 5 Tage vorher, Download 3 Tage vorher, Ankündigung 10 Tage vor der Auftragserstellung. Alle Karenzen in Kalendertagen, der Fabrikkalender korrigiert Wochenenden.

  1. Die Terminsätze für 2027 liegen vor. Das Ende der Ableseperiode ist der 30.06.2027 (Mittwoch). Das geplante Ablesedatum liegt fünf Tage davor, am 25.06.2027 (Freitag).
  2. Daraus rechnet das System rückwärts: Auftragserstellung am 11.06.2027, Download am 22.06.2027, Ankündigung am 01.06.2027. Der Druck fiele auf den 20.06.2027, einen Sonntag, und wird auf den vorhergehenden Arbeitstag verschoben, den 18.06.2027.
  3. Die Auftragserstellung (Massenlauf über die Ableseeinheit, EL06) greift Terminsätze auf, deren Auftragserstellungsdatum im eingegebenen Zeitraum liegt. Sie erzeugt je Zählwerk einen Ablesebeleg und je Vertrag einen Abrechnungsauftrag.
  4. Das geplante Abrechnungsdatum der Portion liegt hinter dem Ablesedatum, im Beispiel am 02.07.2027. Die Abrechnung der Portion läuft ab dann.

Die Zeichnung oben zeigt diese Kette mit den Datumswerten. Ein Vergleich: Ändert jemand die Karenz der Auftragserstellung von 14 auf 21 Tage und erzeugt die Terminsätze neu, rückt der Termin der Auftragserstellung auf den 04.06.2027. Das gelingt nur, solange für 2027 noch kein Ableseauftrag erzeugt wurde.

Wo man nachsieht, wenn ein Kunde „falsch“ liegt

Frage Nachsehen
Zu welcher Ableseeinheit gehört die Anlage? Verbrauchsstelle mit ES62 oder Zeitscheibe EANLH
Welche Portion gilt für den Vertrag? PORTION in der Ableseeinheit (E41F, EL42); bei Abweichung PORTION im Vertrag
Welche Termine sind geplant? E40A
Welche Einheiten hängen an der Portion? E43D
Gibt es schon Aufträge? EL31 (Überwachung)

Beim Tabellenzugriff hilft der IS-U-Tabellenexplorer: EANLH zeigt die Ableseeinheit, TE422 die Portion, TE420 die Portionsdaten.

Folgen und Fehlerfälle

Es gibt keinen Terminsatz für das Datum. Die Terminsätze wurden nicht weit genug im Voraus erzeugt, oder ein Einzug scheitert, weil der Vorgänger-Terminsatz fehlt. Abhilfe: Terminsätze für mindestens ein Jahr nacherzeugen.

Portion geändert, Terminsätze nicht neu erzeugt. Die Termine entsprechen dem alten Stammsatz. Hinweis: Das Datum TERMTDAT in TE423 weicht vom Ende des Abrechnungszeitraums der Portion ab.

Vertrag mit abweichender Portion. Die Anlage wird zu einem Termin abgelesen, der Vertrag aber zu einem anderen Termin abgerechnet. Prüfen: PORTION im Vertrag.

Zu große Ableseeinheit. Mehr als rund 1.000 Zählwerke belasten Auftragserstellung und Schnellerfassung und sprengen den Tagesvorrat eines Ablesers.

Ende der Ableseperiode nach dem Ende der Abrechnungsperiode. Die Hilfe schließt es aus. Beim Anlegen der Ableseeinheit kommt das Ende der Ableseperiode aus der Portion; wer es abweichend pflegt, bleibt davor.

Terminsatz mit Folgebeleg ändern. Das geht nicht. Zuerst Aufträge stornieren, etwa mit EL37, dann ändern und neu erzeugen. Bereits abgerechnete Aufträge lassen sich erst stornieren, nachdem die Abrechnungsbelege storniert sind.

Periodenschlüssel neu erzeugt. Wer mit einem einzelnen Terminsatz Periodenschlüssel für Abschläge angelegt hat, darf genau diesen Terminsatz nicht noch einmal erzeugen; das überschreibt die Schlüssel (SAP-Hilfe, Terminsätze).

Typische Missverständnisse

Die Portion bestimmt, wann der Kunde abgelesen wird. Sie bestimmt, wann abgerechnet wird. Abgelesen wird nach der Ableseeinheit; die Portion gibt nur das Ende der Ableseperiode vor.

Der Vertrag trägt die Ableseeinheit. Die Ableseeinheit steht an der Anlage. Der Vertrag trägt höchstens eine abweichende Portion.

Terminsätze entstehen von selbst. Sie werden mit einer Transaktion erzeugt und laufen aus, wenn sie nicht nachgezogen werden.

Die Terminsteuerung löst die Ablesung aus. Sie liefert die Termine. Die Ableseaufträge entstehen erst mit der Auftragserstellung, und viele Ablesungen entstehen aus Vorgängen wie Einzug oder Gerätewechsel ohne Terminsatz.

Grenzen

Offen bleibt, wie genau das System bei der dynamischen Terminsteuerung die Termine über die Arbeitstage verteilt; die Hilfe beschreibt Ziel und Einstellungen, nicht den Algorithmus. Die Richtung der Karenzen (vor oder nach dem Periodenende) ergibt sich aus den Feldbeschreibungen und den Beispielen der Hilfe; das Beispiel oben setzt sie so an und gilt als Veranschaulichung. Wie sich die Terminsteuerung in SAP S/4HANA Utilities gegenüber SAP ERP 6.0 EHP8 geändert hat, ist nicht gesondert geprüft; SAP Learning beschreibt dort dieselben Begriffe. Die Namen und Werte im Beispiel (Portion JAHR-06, Ableseeinheit MS-0412, alle Karenzen) sind frei gewählt und stehen in keiner Quelle.

Quellen und Pflegehinweis

SAP-Aussagen stammen aus der SAP-Bibliothek zu SAP ERP 6.0 EHP8 und aus SAP Learning (Stand 05.10.2026); Tabellen und Felder aus dem Data Dictionary und dem Atlas-Katalog, Transaktionen aus dem Transaktionskatalog. Die Terminsteuerung ist in jedem Unternehmen anders eingestellt: Periodenlängen, Karenzen und Fabrikkalender sind Customizing. Beim Release-Wechsel die Karenzfelder und die Transaktionsnamen im eigenen System prüfen.

Primärquellen zum Nachlesen

  1. SAP-Hilfe (SAP ERP 6.0 EHP8, Versorgungsindustrie) – Terminsteuerunghelp.sap.com
  2. SAP-Hilfe (SAP ERP 6.0 EHP8) – Portionierung und Terminsteuerunghelp.sap.com
  3. SAP-Hilfe (SAP ERP 6.0 EHP8) – Terminsätzehelp.sap.com
  4. SAP-Hilfe (SAP ERP 6.0 EHP8) – Terminsätze generierenhelp.sap.com
  5. SAP-Hilfe (SAP ERP 6.0 EHP8) – Ableseeinheithelp.sap.com
  6. SAP-Hilfe (SAP ERP 6.0 EHP8) – Ableseeinheit anlegenhelp.sap.com
  7. SAP-Hilfe (SAP ERP 6.0 EHP8) – Dynamische Terminsteuerunghelp.sap.com
  8. SAP Learning – Den Ableseprozess demonstrieren (Discovering Business Processes in SAP S/4HANA Utilities)learning.sap.com
  9. SAP Learning – Creating Portions, Meter Reading Units, and Parameter Records (Configuring Master Data and Basic Functions in SAP S/4HANA Utilities)learning.sap.com
  10. SAP Datasheet – Tabelle TE418 (Schedule Records: MR Units)sapdatasheet.org
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