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SAP Utilities & Betrieb

Abrechnungssteuerung

Wie SAP IS-U steuert, wann und wie abgerechnet wird: Portion und Terminsteuerung, Abrechnungsauftrag, Abrechnungsvorgang, Massenläufe und Simulation, Aussteuerung und Sperren.

Auf dieser Seite9 Abschnitte

Kurzantwort

Die Abrechnungssteuerung entscheidet in SAP IS-U, welcher Vertrag wann und aus welchem Anlass abgerechnet wird. Die Terminsteuerung verteilt die Turnusabrechnungen über die Portion auf das Jahr und erzeugt dazu Abrechnungsaufträge. Der Abrechnungsvorgang gibt den Anlass an, etwa Turnus, Zwischenabrechnung oder Auszug. Gerechnet wird in Einzel- oder Massenläufen, die sich vorab simulieren lassen. Belege, die eine Prüfung anhält, werden ausgesteuert und brauchen eine Freigabe oder ein Storno. Wie viel und zu welchem Preis abgerechnet wird, steuert sie nicht: Das leisten Menge und Tarifierung.

Von der Portion zum Abrechnungsauftrag

Die Terminsteuerung erzeugt periodische Terminsätze für Abschläge, Abrechnungen und Ablesungen. Sie soll den Arbeitsaufwand für Lesen und Fakturieren gleichmäßig auf die 52 Kalenderwochen verteilen (SAP Learning, Ableseprozess). Die Abrechnungstermine einer Portion stehen in TE424, der Abrechnungsbeleg trägt PORTION und ABLEINH (ERCH). Das Customizing liegt im Einführungsleitfaden unter Grundfunktionen, Portionierung und Terminsteuerung (Customizing-Baum).

Aus dem Terminsatz entstehen Ableseauftrag und Abrechnungsauftrag. Der Auftrag liegt in ETRG: geplantes Abrechnungsdatum (ABRDATS), Abrechnungsvorgang (ABRVORG), Portion und Status (TRIGSTAT). Status 1 heißt nicht abrechenbar, Status 2 fakturierbar; ein plausibles Ableseergebnis setzt auf 2. SAP Learning beschreibt den Auftrag je Vertrag, ETRG schlüsselt nach Anlage; wie das bei mehreren Verträgen an einer Anlage zusammenpasst, belegen die Quellen nicht. Die Erzeugung der Aufträge beschreibt Abrechnungs- und Ableseaufträge.

Abrechnungsvorgänge

Der Abrechnungsvorgang beantwortet, warum abgerechnet wird. Er steht im Auftrag und im Abrechnungsbeleg (ABRVORG).

Vorgang Anlass
Periodische Abrechnung (Code 01) regelmäßiger Turnus aus der Terminsteuerung
Zwischenabrechnung (Code 02) manuell auf Anfrage
Auszug (Code 03) Endabrechnung bei Auszug oder Kundenumzug
Abschlagsabrechnung Durchschnittsbeträge über 12 Monate
Floating Backbilling monatliche Nachberechnung

Die Codes 01 bis 03 folgen den Ablesegründen und stehen so in SAP Learning (Ableseprozess); die weiteren Vorgänge nennt der Kurs ohne Code (Understanding Billing Processes). Wie Rückabrechnung und Periodenendabrechnung am Tariftyp gesteuert werden, zeigt der Stammsatz ETTA (BACKBI, PERENDBI).

Läufe: Einzel, Masse, Simulation

janeinneinjaTerminsteuerung:Portion fälligAbrechnungsauftrag(ETRG)Status 1PlausiblesAbleseergebnis?Status 2: fakturierbarAbrechnungEinzel oder MassenlaufPrüfungangeschlagen?Abrechnungsbeleg(ERCH)ersetzt den AuftragAussteuerung (ERCHO)freigeben oder stornierenFakturierung
Der Weg eines Abrechnungsauftrags. Ausgesteuerte Belege gehen erst nach Freigabe in die Fakturierung.

Die Abrechnung führt den Auftrag aus und ersetzt ihn durch einen Abrechnungsbeleg (SAP Learning, Ableseprozess). Im Projektkatalog stehen dafür:

  • Einzel: EA00 „Test-Abrechnung eines Vertrages“, EASIBI „Erstellen Einzelrechnung“, EASISI „Erstellen Einzelsimulation“.
  • Masse: EA38 „Massenaktivität: Abrechnung“, EAMABI „Massenabrechnung“. Massenaktivitäten laufen im Hintergrund und lassen sich über EMMA überwachen.
  • Simulation: EA39 „Massenaktivität: Simulation Abrechnung“, EAMASI „Massenabrechnungssimulation“. Die Simulation erzeugt keinen echten Beleg und trägt in ERCH das Kennzeichen SIMULATION.

Das Protokoll zu Abrechnung und Fakturierung zeigt EABI. Eine zweite echte Abrechnung für denselben Zeitraum ist ohne Storno der ersten nicht möglich; simulierte Belege zählen dabei nicht, eine Simulation lässt sich beliebig oft wiederholen (SAP-Hilfe, Status der Simulationsperiode). Wer einen Beleg ersetzen will, storniert ihn (Einzel- oder Massenstorno, SAP Learning). Den Ablauf behandelt Storno und Korrektur.

Aussteuerung und Sperren

Ausgesteuerte Abrechnungsbelege erfordern zusätzliche Bearbeitung und werden freigegeben oder storniert. Gründe nennt SAP Learning: eine fehlgeschlagene Validierung oder ein Kennzeichen im Vertrag. Der Katalog hält Prüfung, Grund, Abweichung und Freigabe in ERCHO fest; für die Fakturierung steht Entsprechendes in ERDO. Die SAP-Hilfe legt die Aussteuerungsgruppe mit ihren Plausibilitätsprüfungen „im Vertrag oder im Vertragskonto“ fest (SAP-Hilfe, Aussteuerung); daneben führt der Tariftyp ETTA das Feld AUSGRUP (Prüftabelle TE191, „Outsorting Check Groups for Billing“). Wie beides zusammenwirkt, ist nicht geprüft. Aussteuerungen anzeigen und freigeben: EA05, anzeigen allein EAOUT.

Eine Abrechnungssperre kennt der Schema-Kopf: ESCH führt das Feld „Für Abrechnung gesperrt ab“ (ABRSPERRDT). Weitere Sperrarten und ihre Pflege belegt dieser Artikel nicht.

Beispiel: Turnusabrechnung mit Aussteuerung

Vereinfachtes Beispiel, keine Zahlen aus einem System. Portion A fällt auf Mitte Mai. Die Terminsteuerung hat für Ableseeinheiten der Portion Aufträge erzeugt; 480 Verträge sind abrechenbar (Status 2), 12 stehen auf Status 1, weil das Ableseergebnis unplausibel ist. Vor dem Echtlauf zeigt die Simulation (EA39), dass eine Prüfung neun Belege anhalten würde. Der Massenlauf (EA38) erzeugt 480 Belege; 9 landen in der Aussteuerung. Die Sachbearbeitung gibt sieben frei und storniert zwei nach Rücksprache. Die zwölf Aufträge auf Status 1 bleiben liegen, bis ein Messspezialist die Ergebnisse freigibt. Erst danach beginnt die Fakturierung.

Folgen und Fehlerfälle

  • Ablesung fehlt zum Lauftermin. Der Auftrag bleibt auf Status 1 und wird nicht abgerechnet (SAP Learning, Ableseprozess). Wann eine Schätzung eintritt, hängt an der Einstellung (in ETRG ESTINBILL).
  • Ausgesteuerte Belege bleiben liegen. Sie kommen nicht in den Versand. Die Liste in EA05 gehört zur laufenden Arbeit nach jedem Lauf.
  • Abrechnung ohne Anlass. Einzug, Auszug oder Geräteeinbau setzen einen eigenen Ablesegrund; fehlt er, bleibt der Zeitraum offen.
  • Zweiter Lauf für denselben Zeitraum. Das System lässt keine zweite echte Abrechnung zu, solange der erste Beleg nicht storniert ist. Ersetzen heißt also erst stornieren, dann neu abrechnen.

Typische Missverständnisse

„Der Abrechnungszeitraum ist das Kalenderjahr.“ Er folgt Vertrag und Turnus. Die Portion verteilt nur die Termine.

„Abrechnung ist Rechnung.“ Sie liefert den Abrechnungsbeleg. Die Rechnung entsteht in der Fakturierung.

„Eine Simulation ist ein Probelauf mit Belegen.“ Sie erzeugt keine echten Belege.

Quellen und Pflegehinweis

Die SAP-Aussagen stützen sich auf drei SAP-Learning-Kurse und den Katalog dieses Atlas. Ungeprüft: weitere Sperren, die Wirkung der Schätzregel und die Ablaufdetails im eigenen Release. Zur Menge siehe Abrechnungsmenge, zu den Abschlägen Abschlagsplan verstehen. Die Vertiefung zu den Läufen, zur Simulation und zu den Ausnahmen bieten Abrechnungsauftrag und Abrechnungslauf, Abrechnung simulieren und prüfen und Ausnahmen in der Abrechnung.

Primärquellen zum Nachlesen

  1. SAP Learning – Den Ableseprozess demonstrieren: Terminsteuerung, Ablese- und Abrechnungsauftrag, Statusführunglearning.sap.com
  2. SAP Learning – Abrechnung und Fakturierung ausführen: Aussteuerung, Simulation, Stornolearning.sap.com
  3. SAP Learning – Understanding Billing Processes and Master Data in SAP Utilitieslearning.sap.com
  4. SAP-Hilfe ERP 6.0 EHP8 – Status der Simulationsperiode; Aussteuerunghelp.sap.com
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