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SAP Utilities & Betrieb

Geräteinstallation in SAP Utilities verstehen

Wie ein Gerät in SAP IS-U eingebaut wird: technischer gegen abrechnungstechnischen Einbau, die beteiligten Tabellen und Transaktionen und was beim Ausbau mit Zeitscheiben und Zählwerken passiert.

Auf dieser Seite9 Abschnitte

Kurzantwort

Ein Gerät wird in SAP IS-U auf zwei getrennten Ebenen eingebaut. Der technische Einbau setzt das Gerät (Equipment) an einen Geräteplatz; dabei zählt nur, wo es physisch steht. Der abrechnungstechnische Einbau hängt das Gerät und seine Zählwerke an eine Anlage und macht sie damit abrechenbar. Meist läuft beides in einem Zug mit der Transaktion EG31 (Einbau gesamt). Die Trennung in EG33 und EG34 gibt es für Fälle, in denen ein Gerät schon montiert ist, aber noch keiner Anlage zugeordnet werden darf, etwa bei Reparatur oder Umlagerung.

Dieser Artikel beschreibt die Abbildung im System. Wer den Gerätewechsel im Marktprozess durchführt, liest Gerätewechsel im Messwesen. Wie Gerätetyp, Gerät und Equipment entstehen, steht in Gerätetyp, Gerät und Equipment; den Wechsel im System mit Zählerständen und Storno beschreibt Gerätewechsel in SAP IS-U Schritt für Schritt.

Ein Gerät, zwei Zeitbalken. Der abrechnungstechnische Balken liegt innerhalb des technischen; nur dort entstehen abrechenbare Zählwerke.Vereinfachte Reihenfolge. EG31 (Einbau gesamt) und EG32 (Ausbau gesamt) buchen je beide Seiten in einem Vorgang.

Die Bausteine

Baustein Tabelle und Aufgabe
Gerätetyp ETYP: Bauart, Funktionsklasse, Eichfrist, Zählwerksgruppe
Equipment EQUI: Identität des Geräts mit Seriennummer SERNR, ohne Zeitscheiben
Nutzungsperiode EQUZ: Zeiträume, in denen das Equipment an einem Einsatzort geführt wird
Geräteplatz technischer Platz in IFLOT, Texte in EGPLT
Gerätestammdaten EGERH: Zeitscheiben mit LOGIKNR, DEVLOC (Geräteplatz), EINBDAT, AUSBDAT
Weitere Gerätedaten EGERR: zu jedem Gerät je Zeitscheibe (1:1 zu EGERH), Technik, Wicklungsgruppe, Materialbezug; der Bezug zum Geräteinfosatz steckt in SERVICE_PROV und EGERR_INFO
Zählwerk ETDZ: eingebautes Zählwerk mit LOGIKZW
Anlagenstruktur EASTL für das Gerät, EASTS für das Zählwerk

Der Geräteplatz ist der feste Einbauort, das Gerät austauschbar. Die SAP-Hilfe beschreibt ihn als Ort, an dem Geräte installiert werden können. Angelegt wird er mit ES65. Im Referenzmodell der Marktkommunikation hängt der Geräteplatz am Anschlussobjekt (Stammdatenatlas). Der Gerätetyp ist keine eigene Stammdatenebene: Er ist die IS-U-Erweiterung eines Materials, die Gerätetypnummer ist die Materialnummer.

Das logische Gerät (LOGIKNR) und das logische Zählwerk (LOGIKZW) sind die Nummern, an denen die Abrechnung hängt. Sie entstehen beim Einbau: Ein neu eingebautes Gerät erhält eine neue logische Gerätenummer, ein neu eingebautes Zählwerk eine neue logische Zählwerksnummer. Ein Gerät, das ein anderes ersetzt, erhält dagegen die logische Gerätenummer des ersetzten, ein Ersatzzählwerk die logische Zählwerksnummer des ersetzten, sofern sich das zuordnen lässt (Data-Dictionary-Dokumentation zu LOGIKNR und zu LOGIKZW). Equipmentnummer und Zählwerksnummer sind beim Ersatzgerät dagegen neu. Deshalb läuft die Verbindung zur Messung über die logischen Nummern und nicht über Equipment und Zählwerksnummer; den Ablauf beim Wechsel zeigt Gerätewechsel in SAP IS-U Schritt für Schritt.

Technischer Einbau

Der technische Einbau ordnet das Equipment einem Geräteplatz zu. Die Transaktion EG33 arbeitet laut Katalog mit EQUI, EQBS (Bestandssegment im Lager) und EQKT. Das Gerät verlässt den Lagerbestand und steht physisch am Platz. Die Nutzungsperiode dokumentiert EQUZ.

Abrechnen kann das Gerät in diesem Zustand nicht. Kein Zählwerk hängt an einer Anlage, kein Ablesebeleg entsteht, keine Menge fließt in die Abrechnung. Der technische Ausbau (EG36) ist die Gegenrichtung und lässt die abrechnungstechnische Zuordnung unberührt.

Abrechnungstechnischer Einbau

EG34 ordnet das bereits technisch eingebaute Gerät der Anlage zu. Es schreibt Gerätedaten (EGERS), die Gerätezuordnung der Anlage (EASTL) und die Zählwerke (ETDZ). Die Zählwerke übernehmen ihre Eigenschaften aus der Zählwerksgruppe (EZWG), die der Gerätetyp vorgibt: Zählwerksart, Wirkungsart, Zählwerksfaktor, Ableseeinheit. Erst jetzt entstehen Anlagenstruktur-Zeilen für die Zählwerke (EASTS), an denen Tarifarten hängen (Tarifierungsmerkmale).

Beim Einbau steht der Einbaustand je Zählwerk fest: der erste Zählerstand, von dem aus die Abrechnung die Differenz bildet. Ablesung und Plausibilität beschreibt Ableseprozess in SAP IS-U.

Der abrechnungstechnische Ausbau (EG35) löst das Gerät von Anlage und Vertrag, ohne es physisch zu entfernen. Das Gerät bleibt technisch am Platz, die Zählwerke verlieren die abrechenbare Zuordnung.

Gesamttransaktionen und Storno

EG31 (Einbau gesamt) und EG32 (Ausbau gesamt) buchen beide Seiten in einem Vorgang; EG30 (Wechsel gesamt) tauscht ein Gerät aus und bucht Ausbau und Einbau zusammen. Wird ein Vorgang fälschlich gebucht, hilft der Storno, und zwar auf zwei Ebenen. Der technische Storno hat die Transaktionen EG50 (Storno Einbau/Ausbau/Wechsel), EG51 (Storno Einbau), EG52 (Storno Wechsel technisch) und EG53 (Storno Ausbau technisch). Er nimmt laut SAP-Hilfe einen rein technischen Vorgang zurück und verlangt, dass das Gerät nicht abrechnungstechnisch eingebaut, also keiner Anlage zugeordnet ist. Zählwerksbeziehungen, Bezugsgrößen, Statistiksätze, Gerätezuordnungen von steuernden Geräten, gesperrte Geräte und Gerätegruppen lässt er unberührt, und die Umlagerung bucht er nicht zurück. Ist ein Vorgang technisch und abrechnungstechnisch gebucht, ist zuerst die abrechnungstechnische Seite aufzulösen, etwa mit dem abrechnungstechnischen Ausbau aus allen Anlagen zum jeweiligen Einbaudatum (SAP-Hilfe, Geräteeinbau stornieren); erst danach folgt der technische Storno. Die Reihenfolge für Wechsel, Einbau und Ausbau steht in Gerätewechsel in SAP IS-U Schritt für Schritt. Bei einem Umbau der Bestückung, etwa einem ergänzten Zählwerk, ohne Gerätewechsel hilft EG42.

Welche Zählwerke ein Gerät dieses Typs trägt, gibt die Zählwerksgruppe vor; eine Gruppe pflegt man mit EG04. Das logische Zählwerk lässt sich mit EG60 pflegen und mit EG61 anzeigen.

Beispiel: Zweitarifzähler im Keller

Vereinfachtes Beispiel. Ein neuer Zweitarifzähler (Typ mit Zählwerksgruppe für HT und NT) kommt ins Lager (EQBS). Der Monteur baut ihn am Geräteplatz des Kellers ein; das Büro bucht Einbau gesamt mit EG31 für die Anlage 4711 und trägt die Einbaustände beider Zählwerke ein.

Danach existiert das Gerät in EQUI mit Seriennummer. EGERH führt eine Zeitscheibe mit logischer Gerätenummer, Geräteplatz und Einbaudatum, EASTL hängt das logische Gerät an Anlage 4711, ETDZ führt zwei Zählwerke, EASTS hängt beide an die Anlage. Ab dem Einbaudatum können Ablesebelege entstehen.

Wäre nur EG33 gebucht, stünde das Gerät am Platz, ohne dass die Abrechnung etwas sieht: Ablesungen fehlen, die Anlage hätte kein Gerät.

Folgen und Fehlerfälle

Technisch eingebaut, nicht zugeordnet. Der Fall ist ungefährlich, solange er bemerkt wird; er bleibt oft liegen, weil der Platz belegt aussieht. Prüfen mit ES67 (Geräteplatz anzeigen) und ES32 (Anlage mit Struktur).

Zugeordnet, nicht technisch. Die Abrechnung läuft auf einem Gerät, das physisch an einem anderen Platz oder noch im Lager steht. Die Platzhistorie der Nutzungsperiode stimmt dann nicht.

Einbaudaten doppelt. Zwei Einbauten mit überlappenden Zeitscheiben am selben Platz. Die Zeitscheiben von EGERH und EASTL zeigen die Überlappung.

Zählwerksgruppe passt nicht. Der Gerätetyp bringt eine andere Zählwerksgruppe mit als der Tarif der Anlage erwartet. Das Zählwerk steht dann ohne passende Tarifart in EASTS.

Doppelte Rolle desselben Geräts. Im Referenzmodell ist dasselbe Gerät oder derselbe Geräteinfosatz abrechnungstechnisch in zwei Anlagen eingebaut, in der MaLo-Anlage und in der MeLo-Anlage (Stammdatenatlas). Ein Ausbau in nur einer der beiden Anlagen hinterlässt eine halbe Struktur. Der Geräteinfosatz dient auch als Platzhalter, wenn ein anderer Marktpartner das reale Gerät in seinem System führt.

Typische Missverständnisse

„Eingebaut heißt abrechenbar.“ Erst der abrechnungstechnische Einbau macht Zählwerke abrechenbar.

„Die Seriennummer identifiziert alles.“ Sie steht in EQUI und identifiziert das Gerät, nicht Platz, Anlage oder Zählpunkt. Wie Seriennummer und Marktidentifikation zusammenhängen, steht in Zählernummer und Geräte-ID.

„Der Ausbau löscht die Historie.“ Der Ausbau beendet eine Zeitscheibe. Einbau- und Ausbaudatum bleiben in EGERH stehen.

„Der Gerätetyp ist das Gerät.“ Der Gerätetyp ist die Bauart; das Gerät ist das Exemplar mit Seriennummer.

Quellen und Pflegehinweis

Tabellen, Felder und Transaktionen stammen aus dem Katalog des Atlas (IS-U-Tabellen, Transaktionen). Die Pflichten des Messstellenbetriebs ergeben sich aus § 3 MsbG. Offen und ungeprüft: Customizing-Pfade für Einbau-Sicht und Ableseverhalten sowie das genaue Datum der Zeitscheibenkante bei Ein- und Ausbau am selben Tag; das lässt sich im eigenen System mit ES32 und EG61 prüfen.

Primärquellen zum Nachlesen

  1. SAP Help – Meter and Device Installationhelp.sap.com
  2. SAP Help – Device Locationhelp.sap.com
  3. SAP Learning – Analyzing Device Technology (SAP S/4HANA Utilities)learning.sap.com
  4. SAP Help Portal – Stornierung technischer Einbau/Ausbau/Wechsel (SAP ERP 6.0 EHP8)help.sap.com
  5. SAP Help Portal – Geräteeinbau stornieren (SAP ERP 6.0 EHP8)help.sap.com
  6. SAP Datasheet – Datenelement LOGIKNR (Logische Gerätenummer)sapdatasheet.org
  7. SAP Datasheet – Datenelement LOGIKZW (Logische Zählwerksnummer)sapdatasheet.org
  8. Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) – § 3 Aufgaben des Messstellenbetriebsgesetze-im-internet.de
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