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Abschlagsplan in SAP IS-U: Verfahren, Anlegen, Anpassen, Verrechnen

Wie der Abschlagsplan in SAP IS-U technisch funktioniert: Abschlagsverfahren, Anlegen beim Einzug und nach der Jahresabrechnung, Betragsermittlung, Fälligkeiten, Anpassung und Verrechnung in der Rechnung, mit durchgerechnetem Beispiel.

Auf dieser Seite13 Abschnitte

Kurzantwort

Der Abschlagsplan hält fest, welche Abschläge ein Vertrag in einer Abrechnungsperiode zahlt. Er besteht aus einem Kopf in EABP und Positionen mit Fälligkeit, Betrag und Teilvorgang. Welche Termine gelten, bestimmen Portion und Abschlagszyklus der Terminsteuerung. Den Betrag liefert eine Hochrechnung aus dem Abrechnungsbeleg, sonst ein Festbetrag oder ein Dauerabschlag. Angelegt wird der Plan beim Einzug, manuell mit EA61 und automatisch in der Fakturierung der Jahresabrechnung für die Folgeperiode. Geändert wird er mit EA62, der Expresstransaktion EA61EX oder maschinell. In der Rechnung wird der Plan deaktiviert und seine Abschläge werden verrechnet, je nach Abschlagsverfahren des Vertragskontos auf andere Weise.

Abgrenzung

Abschlagsplan verstehen behandelt die Fachseite: was ein Abschlag ist, was § 13 StromGVV und § 41b EnWG zur Höhe sagen, wie Guthaben und Nachzahlung entstehen. Dieser Artikel nimmt den Plan als Objekt im System: sein Aufbau, seine Entstehung, seine Änderung und sein Ende in der Rechnung. Die Rechnungsseite der Verrechnung steht in Vom Abrechnungsbeleg zur Rechnung, die Simulation hinter der Betragsermittlung in Abrechnung simulieren und prüfen. Wie ein nicht gezahlter Abschlag in Mahnung und Sperrung führt, beschreiben Mahnen in SAP IS-U und Zahlungseingang. Im Objekt-Explorer steht der Abschlagsplan mit seinen Nachbarn. Wie die Terminsteuerung die Abschlagstermine erzeugt, beschreibt Terminsteuerung in SAP IS-U.

Die Abschlagsverfahren

Die SAP-Hilfe nennt vier Verfahren, die sich in der Festlegung von Terminen und Beträgen, in der Verwaltung der Daten und im Buchungsverfahren unterscheiden: das statistische Abschlagsverfahren, das Teilrechnungsverfahren, das Zahlungsplanverfahren und das Zahlungsschema (SAP-Hilfe, Abschlagsplanverfahren). Am Vertragskonto steht im Feld „Abschlagsverfahren aktiv“ der Wert 1 für das statistische Verfahren oder 2 für das Sollstellungsverfahren (SAP-Hilfe, Abschlagsplan). Ohne diesen Wert legt IS-U keinen Plan an. Im Katalog heißt das Feld KZABSVER in EABP.

Verfahren Kern
Statistisch Abschläge sind statistische Posten, nicht hauptbuchrelevant und sofort im Kontenstand sichtbar. Gebucht wird bei Zahlung.
Teilrechnung Abschläge stehen in einer Schattentabelle, die FI-CA nicht nutzt. Der Lauf „Teilrechnung erstellen“ bucht sie als Sollstellung.
Zahlungsplan Durchschnittliche Monatsbeträge mit Saldovortrag. SAP Learning ordnet das Verfahren vor allem dem nordamerikanischen Markt mit monatlicher Ablesung zu.
Zahlungsschema Der Rechnungsbetrag der letzten Abrechnung wird in den nächsten Plan übernommen.

Die ersten beiden bestimmen den Alltag und stehen in Vom Abrechnungsbeleg zur Rechnung im Vergleich. Der Rest dieses Artikels gilt für sie. Für das Zahlungsplanverfahren nennt die SAP-Hilfe die Transaktion EK92 „Anlegen Zahlungsplan“, für das statistische und das Teilrechnungsverfahren EA61. Der Atlas-Katalog führt EK92 als manuelles Anlegen eines Zahlungsplans des Abschlagsverfahrens, ausdrücklich nicht als Ratenplan für offene Forderungen. Relevant ist die Transaktion nur für Zahlungspläne vom Typ BBP.

Der Aufbau des Plans

Ein Abschlagsplan besteht aus Kopfdaten und Positionsdaten (SAP-Hilfe, Technischer Aufbau).

Kopf. Der Kopf in EABP trägt die Plannummer (OPBEL), Vertrag, Geschäftspartner und Vertragskonto, Beginn und Ende der Abschlagsperiode, die Portion, den Abschlagszyklus (ABSZYK), das Verfahren und den Abschlagsbetrag. Dazu gehören Verweise: auf den Abrechnungsbeleg, aus dem der Plan hochgerechnet wurde (ERCHZBELNR), auf den Druckbeleg, der den Plan erzeugt hat (INVOPBEL), und die Deaktivierung durch die Abrechnung (DEAKTIV). SAP nennt zusätzlich das Datum, ab dem der Plan gestoppt wurde (Auszug), das Datum der maschinellen Anpassung und den Dauerabschlag. Verträge, die gemeinsam fakturiert werden müssen, erhalten eine gemeinsame Plannummer, alle anderen eine getrennte.

Positionen. Die Positionsdaten sind laut SAP FI-CA-Daten, die man mit IS-U-Transaktionen bearbeitet. Sie umfassen Vertrag, Buchungskreis, Fälligkeitsdatum, das Abschlagsanforderungs- oder Teilrechnungsdatum, Betrag und Steuerbetrag, Mehrwertsteuerkennzeichen, Haupt- und Teilvorgang, Sparte, Hauptbuchkonto, Mahndaten und den Ausgleichsstatus. Der Ausgleichsstatus ist leer für nicht ausgeglichen und 9 für ausgeglichen. Als Ausgleichsgründe nennt SAP 01 „Zahlung erfolgt“, 06 „Abschlagsbetrag ist gleich 0“ und 12 „Teilrechnung angefordert“.

Mustersätze. Weil sich die Positionen meist nur im Fälligkeitsdatum unterscheiden, legt IS-U Mustersätze mit Wiederholungspositionen an. Beim statistischen Verfahren liegen sie in DFKKOP und DFKKOPW, beim Teilrechnungsverfahren in DFKKMOP und DFKKMOPW. Beim Anlegen entstehen n Mustersätze mit so vielen Wiederholungen, wie der Plan Fälligkeiten hat. Ein Mustersatz gilt für den logischen Schlüssel aus Vertrag, Teilvorgang und Steuerermittlungskennzeichen. Für jeden Schlüssel entsteht im Vertragskontokorrent ein offener Posten. Wird eine Fälligkeit nur teilweise bezahlt, löst IS-U die Wiederholungsposition auf und speichert die logischen Positionen einzeln.

Die Tabelle EABPL trägt im Katalog den Titel „Mustersätze zum Abschlagsplan“ und führt Beginn und Ende einer Zeitscheibe, Betrag, erste Fälligkeit, Zahlungsfrequenz und Status. Der Titel folgt dem Data Dictionary (sapdatasheet.org). Wie EABPL und die FI-CA-Mustersätze im Einzelnen zusammenhängen, ist aus den benutzten Quellen nicht abzuleiten.

Termine: Portion, Zyklus, Zahlungskondition

Die Abschlagstermine entstehen in der Terminsteuerung. Die Portion legt die Länge der Abschlagsperiode fest (mehrere Monate oder ein Jahr) und einen Standard-Abschlagszyklus, also die gleichmäßige Verteilung der Termine über die Periode. Der Zyklus lässt sich im Vertrag übersteuern, was bei der nächsten Planerstellung wirkt, oder direkt im Plan, was sofort wirkt. Alle Muss-Verträge eines Vertragskontos brauchen dieselbe Portion und denselben Abschlagszyklus, außer Zyklus 00. Mit der Abschlagsperiode (der Abrechnungsperiode der Portion) liest das System die Terminsätze der Portion und die zugehörigen Anforderungs- und Teilrechnungsdaten (SAP-Hilfe, Erstellung eines Abschlagsplans). Welche Portion den Vertrag steuert, zeigt Abrechnungs- und Ableseaufträge.

Aus dem Anforderungsdatum jeder Position berechnet das System die Fälligkeit. Das Ereignis „Beleg: Fälligkeit aus Zahlungskondition ermitteln“ (1330) wendet die im Vertragskonto eingetragene Zahlungskondition an (SAP-Hilfe, Ermittlung des Abschlagsfälligkeitsdatums). Die Erweiterung EA610002 kann die errechneten Daten noch einmal ändern. Das Einzugsdatum wirkt auf die Zahl der Positionen: Positionen vor dem Einzug werden aus dem vorläufigen Plan gelöscht.

Rechtlich werden Abschläge zu dem vom Lieferanten angegebenen Zeitpunkt fällig, frühestens zwei Wochen nach Zugang der Zahlungsaufforderung (§ 40c Abs. 1 EnWG). Die Zahlungskondition im Vertragskonto und der Anforderungsdruck müssen das zusammen einhalten. Wie die Abschläge angefordert werden, steht weiter unten.

Anlegen

Beim Einzug

Hat das Vertragskonto ein Abschlagsverfahren, lässt sich für jeden Vertrag des Einzugs ein Plan anlegen. In der Einzugsbearbeitung gibt es dafür die Schaltfläche „Abschlagsplan“. Wer den Plan automatisch beim Sichern des Einzugsbelegs anlegen will, stellt das im Customizing für den Einzug auf Vertragsebene ein, im Einzug lässt es sich übersteuern. Der Betrag kann vom System errechnet oder als Festbetrag vorgegeben werden. Die Termine ergeben sich aus der Terminsteuerung, das Druckdatum der ersten anforderbaren Fälligkeit darf nicht vor dem Systemdatum liegen. Für Verträge, die gemeinsam fakturiert werden, entsteht ein gemeinsamer Plan (SAP-Hilfe, Abschlagsplan). Für das Anlegen im Rahmen des Einzugs nennt die SAP-Hilfe die Transaktion EC50E (Einzugsbeleg anlegen).

Manuell mit EA61

Man gibt Geschäftspartner oder Vertragskonto ein und bekommt eine Liste der Verträge ohne Plan zum Datum der Abschlagsperiode. Wählt man einen Muss-Vertrag, entsteht der Plan mit allen weiteren Muss-Verträgen des Kontos. Bei anderen Verträgen entsteht der Plan nur für diesen. Die vorgeschlagenen Beträge stammen aus einer Hochrechnung der Verträge des Plans. Verspätet erfasste Einzüge sind ein Sonderfall: Liegen Anforderungs- und Fälligkeitsdaten aller Positionen vor dem Anlegedatum, lässt sich für die vom Einzugsdatum bestimmte Periode kein Plan mehr anlegen. Liegt das Anlegedatum vor dem Ende der Abrechnungsperiode, schlägt das System einen Plan für die Folgeperiode vor.

In der Fakturierung der Jahresabrechnung

Bei der Fakturierung von Turnusabrechnungsbelegen entsteht automatisch ein neuer Plan für die turnusabgerechneten Verträge. Er wird aus den Abschlagshochrechnungszeilen des Abrechnungsbelegs gebildet. Die Abschlagsperiode ist die Nachfolgeperiode der gerade fakturierten Abrechnungsperiode, ein vorhandener Plan der abgerechneten Periode wird deaktiviert, und der neue Plan lässt sich während der Erstellung nicht manuell ändern. Im Plankopf steht ein Verweis auf die erstellende Rechnung, damit man der Kundin mit der Rechnung die künftigen Abschläge mitteilen kann (SAP-Hilfe, Bearbeitung von Abschlagsplänen). Die Hochrechnung stammt aus der Abrechnung: Sie rechnet den Verbrauch zum nächsten geplanten Ablesetermin hoch und simuliert die Abrechnung für den Abschlagszeitraum. Dafür müssen bei der Abrechnung die Terminsätze der nächsten Abrechnungsperiode bereits erzeugt sein (SAP-Hilfe, Grundlagen eines Abschlagsplans).

Bei der Datenübernahme gibt es zwei Migrationsobjekte für Abschlagspläne. SAP verlangt dabei, dass die Daten zur Abschlagsperiode mit den Terminstammdaten übereinstimmen: Das Ende der Abschlagsperiode darf nicht nach dem Ende der Abrechnungsperiode der Portion liegen.

Betragsermittlung

Betrag und offene Positionen jedes Plans, ob manuell, im Einzug oder in der Fakturierung angelegt, werden immer auf der Basis eines Abrechnungsbelegs oder eines Hochrechnungsbelegs ermittelt (SAP-Hilfe, Ermittlung des Abschlagsbetrags). Die Schritte:

  1. Nettobetrag bilden. Aus dem Beleg wird je Teilvorgang, Mehrwertsteuer-Ermittlungskennzeichen und Vertrag ein Nettobetrag ermittelt. Berücksichtigt werden nur buchungs- und abschlagsrelevante Zeilen, Rabatte werden den erzeugenden Zeilen zugeordnet.
  2. Anpassungsfaktor anwenden. Ein genereller Anpassungsfaktor (Tabelle TE757) multipliziert den Nettobetrag. Er gilt nur beim Anlegen eines Plans.
  3. Brutto berechnen. Aus Nettobetrag und Steuerkennzeichen entsteht der Bruttobetrag.
  4. Auf Positionen verteilen. Je nach Zyklus der Portion kommen unterschiedliche Beträge je Position heraus. Bei Zyklen wie 1/11 oder 2/5 kommt eine Position für den Monat der Rechnungsstellung hinzu.
  5. Überschreiben. Ein Dauerabschlag aus dem Vorgängerplan oder ein Festbetrag aus dem Einzug ersetzt den errechneten Betrag. Ein Ereignis (R995) kann den Abschlag ebenfalls verändern.
  6. Restbetrag behandeln. Positionen, die wegen eines verspätet gemeldeten Einzugs nicht mehr anforderbar sind, ergeben einen Restbetrag. Das Feld „Restbetrag maschinell“ in der Parametertabelle TE633 wählt unter vier Werten.
  7. Runden und Steuer berechnen. Je Position.

Auch wenn ein Festbetrag oder Dauerabschlag gilt, rechnet das System eine Hochrechnung, um den Betrag auf die einzelnen Teilvorgänge zu verteilen. Wie der Verbrauch hochgerechnet wird, beschreibt Hochrechnung.

Anpassen

Weg Wann Besonderheit
EA62 Abschlagsplan ändern Einzelfall, Sonderfälle Betrag je Vertrag oder kumuliert ab Anpassungsdatum, Fälligkeitsdatum, Zyklus wechseln, Positionen entsperren, Vorauszahlung
EA61EX Abschlagsänderung Kundenkontakt Betragsänderung auf Plan- oder Vertragsebene, Hochrechnung mit neuem Zählerstand oder Periodenverbrauch
E61M maschinell anpassen viele Pläne, etwa nach Preisänderung prozentual anheben oder senken oder Hochrechnung
Portionswechsel geänderte Abrechnungstermine neue Pläne ab Wechseldatum

Die manuelle Änderung zeigt oben Verwaltungsdaten des Plans und darunter die Positionen mit Betrag, Fälligkeit und Ausgleichsinformation. Betragsänderungen lassen sich als Abschlagsbetrag aller Fälligkeiten oder als kumulierter Betrag ab einem Anpassungsdatum eingeben, die Verteilung auf Positionen steuern zwei Ereignisse (R976 und R977). Positionen sind gegen Änderung gesperrt, wenn das Fälligkeitsdatum überschritten ist oder die Anforderung bereits gedruckt wurde. Entsperren geht nur, wenn der Plan nicht deaktiviert ist, in keinem zugehörigen Vertrag gezahlt wurde, die Position nicht gestoppt oder gesperrt ist und nicht zu einem Ratenplan oder einer Sammelrechnung gehört (SAP-Hilfe, Manuelle Änderung).

Die Expresstransaktion EA61EX ist über das Customer Interaction Center oder direkt erreichbar. Sie bearbeitet Pläne der Typen statistisch und Teilrechnung, aber nicht Zahlungsplan, Zahlungsschema und Pläne mit Jahresvorausleistung. Sie ist kein Ersatz für EA61 bis EA63: Sonderfälle wie Pläne mit unterschiedlichen Beträgen, Ausgleichen oder Sperren bearbeitet man weiter mit diesen Transaktionen. Ableseergebnisse und Periodenverbräuche, die man darin erfasst, werden nach dem Bestätigen automatisch gesichert (SAP-Hilfe, Expresstransaktion).

Die maschinelle Anpassung erfasst nur Pläne, bei denen das Kopfkennzeichen „Masch.n.anpassn“ nicht markiert ist. Markiert wird es im Vertrag im Feld „Abs. n. anpass.“. Man wählt prozentuales Anheben, prozentuales Senken oder das Hochrechnungsverfahren. Beim prozentualen Verfahren ändert sich der Betrag ab dem Anpassungsdatum um den angegebenen Satz. Beim Hochrechnungsverfahren wird der ganze Abschlagszeitraum hochgerechnet, bezahlte und vor dem Anpassungsdatum liegende Beträge werden abgezogen und der Rest verteilt sich gleichmäßig auf die anzupassenden Fälligkeiten (SAP-Hilfe, Maschinelle Abschlagsplananpassung). Ändern sich die Abrechnungstermine, grenzt der Portionswechsel den bisherigen Plan zum Wechseldatum ab und legt, soweit nötig, neue Pläne an. Das Anwendungsprotokoll dazu steht unter dem Objekt IU25 (SAP-Hilfe, Portionswechsel).

Daneben gibt es betriebswirtschaftliche Sperren im statistischen Verfahren: eine Zahlsperre, eine Mahnsperre, eine Zinssperre und eine Ausgleichssperre, jeweils mit eigenem Sperrgrund (SAP-Hilfe, Betriebswirtschaftliche Sperren). Welche Preisänderung und welche Verbrauchsänderung ein Lieferant wann berücksichtigen darf, beantwortet die Fachseite in Abschlagsplan verstehen.

Anfordern, zahlen, verrechnen

Im statistischen Verfahren stehen die Abschläge nach dem Anlegen im Kontenstand (FPL9). Angefordert werden sie fälligkeitsweise: Der Abschlagsanforderungsreport (EA12, massenhaft EA28) erzeugt gemäß der Parametertabelle TE633 und der Zahlart Druckbelege, danach druckt der Druckreport die Abschlagsrechnungen. Bei der Zahlung werden die hauptbuchrelevanten Buchungen mit Umsatzsteuer ausgeführt. Beim Teilrechnungsverfahren bucht der Lauf „Teilrechnung erstellen“ die Sollstellung. Das ist laut SAP-Hilfe die Transaktion EA11. Der Atlas-Katalog führt daneben EA25 einzeln und EA27 massenhaft. Abschläge unterliegen allen Mahn- und Zahlverfahren (SAP-Hilfe, Statistisches Abschlagsverfahren und Teilrechnungsverfahren).

Zur Jahresabrechnung wird der Plan in der Fakturierung deaktiviert. Im Kopf erscheint die Fakturierungsbelegnummer im Feld „Deaktiv“, der Plan ist nicht mehr bearbeitbar, alle Positionen sind deaktiviert und werden nicht mehr gezahlt, gemahnt oder angefordert. Die Abschläge werden verrechnet: bei statistischem Verfahren die gezahlten, beim Teilrechnungsverfahren die zum Soll gestellten. Einzelheiten stehen im Artikel Vom Abrechnungsbeleg zur Rechnung.

Rechenbeispiel: ein Jahr, drei Pläne

Plan A und Variante B haben dieselbe Jahressumme. Bei spät gemeldetem Einzug entfallen frühe Positionen und der Rest verteilt sich auf die späteren. Plan C ist der Folgeplan.Vereinfachtes Beispiel mit erfundenen Werten (netto 756,00 €, Umsatzsteuer 19 %). Gestrichelt: Monate vor dem Einzug. Kreuz: Position nicht mehr anforderbar. Plan C beruht auf der Hochrechnung der Jahresabrechnung.

Vereinfachtes Beispiel, alle Werte erfunden: Ein Haushalt zieht am 01.04.2026 ein. Die Abrechnung läuft zum 31.12. Der Tarif hat einen Arbeitspreis von 0,28 €/kWh netto und einen Grundpreis von 168,00 € netto im Jahr, die Umsatzsteuer beträgt im Beispiel 19 Prozent. Das statistische Verfahren ist aktiv, der Zyklus monatlich.

Schritt 1: Plan beim Einzug. Die Hochrechnung für den Verbrauch des Vorgängers nimmt 3.000 kWh im Jahr an, für April bis Dezember also 2.250 kWh. Der Nettobetrag der Abschlagsperiode ist 2.250 kWh × 0,28 € + 9/12 × 168,00 € = 630,00 € + 126,00 € = 756,00 €. Brutto sind das 756,00 € × 1,19 = 899,64 €. Auf neun Positionen verteilt: 899,64 € ÷ 9 = 99,96 €. Mit einem Anpassungsfaktor von 1,05 wäre der Nettobetrag 793,80 €.

Schritt 2, Variante B: der Einzug wird spät gemeldet. Der Einzugsbeleg wird erst am 20.05.2026 erfasst. Die Positionen mit Anforderung und Fälligkeit vor diesem Tag, hier April und Mai, lassen sich nicht mehr anfordern. Ihr Betrag wird auf 0 gesetzt und mit Ausgleichsgrund 06 als ausgeglichen markiert. Der Restbetrag beträgt 2 × 99,96 € = 199,92 €. Das Feld „Restbetrag maschinell“ legt fest, was damit geschieht:

Wert Wirkung Ergebnis im Beispiel
1 einmalige gesonderte Anforderung 199,92 € einmal, dazu 7 × 99,96 €
2 gleichmäßig auf die änderbaren Fälligkeiten 7 × (99,96 € + 28,56 €) = 7 × 128,52 €
3 nicht berücksichtigen 7 × 99,96 € = 699,72 €, der Rest fehlt
4 auf die erste änderbare Fälligkeit aufaddieren 299,88 € einmal, dazu 6 × 99,96 €

Bei Wert 2 gilt: 199,92 € ÷ 7 = 28,56 € je Position, die Summe bleibt 899,64 €. Die Werte 1 bis 4 nennt die SAP-Hilfe, die Zahlen sind eigene Rechnung.

Schritt 3, Nebenrechnung: eine Preisänderung. Zum 01.07. steigt der Preis um fünf Prozent. Mit E61M werden die Abschläge ab dem Anpassungsdatum prozentual angehoben. Aus Plan A werden ab Juli 99,96 € × 1,05 = 104,96 € je Abschlag, zusammen 3 × 99,96 € + 6 × 104,96 € = 929,64 €. Ob der Lieferant das darf, regelt die Fachseite. Die folgenden Schritte gehen von Plan A ohne diese Änderung aus.

Schritt 4: Jahresabrechnung von Plan A. Zum 31.12. weist die Abrechnung 2.700 kWh aus. Das ergibt netto 2.700 × 0,28 € + 126,00 € = 882,00 €, brutto 882,00 € × 1,19 = 1.049,58 €. Der Plan A hat 899,64 € Abschläge gebracht. Die Fakturierung verrechnet und stellt 1.049,58 € − 899,64 € = 149,94 € Nachforderung in Rechnung.

Schritt 5: Folgeplan. In derselben Fakturierung entsteht der Plan 2027 aus der Hochrechnung des Abrechnungsbelegs. 2.700 kWh in neun Monaten entsprechen hochgerechnet 3.600 kWh im Jahr: 3.600 × 0,28 € + 168,00 € = 1.176,00 € netto, 1.399,44 € brutto, geteilt durch zwölf ergibt 116,62 €. Der alte Plan ist deaktiviert, im neuen Plankopf steht die Fakturierungsbelegnummer.

Typische Fehler

  • Kein Plan nach der Jahresabrechnung. Mögliche Ursachen: Bei der Abrechnung fehlten die Terminsätze der nächsten Periode, oder das Vertragskonto hat kein Abschlagsverfahren.
  • Plan mit falscher Periode. Die Abschlagsperiode passt nicht zur Terminsteuerung, besonders bei Migration. Das Ende der Abschlagsperiode darf nicht nach dem Ende der Abrechnungsperiode liegen.
  • Verschiedene Zyklen im Konto. Muss-Verträge mit unterschiedlichem Zyklus oder unterschiedlicher Portion lassen sich nicht in einem Plan führen.
  • Ändern hilft nicht. Die Position ist gesperrt, weil die Fälligkeit überschritten oder die Anforderung gedruckt ist. Entsperren ist nur unter den genannten Bedingungen möglich.
  • Anpassung wirkt nicht. Das Kopfkennzeichen „Masch.n.anpassn“ nimmt den Plan von der maschinellen Anpassung aus. EA61EX bearbeitet Zahlungsplan und Jahresvorausleistung nicht.
  • Spät gemeldeter Einzug. Frühe Positionen entfallen und der Restbetrag landet je nach Einstellung auf den späteren. Der Kunde sieht dann höhere Abschläge, als die Hochrechnung vermuten lässt.

Typische Missverständnisse

„Der Abschlagsplan ist der Zahlungsplan.“ EA61 legt den Plan für das statistische und das Teilrechnungsverfahren an. Das Zahlungsplanverfahren hat nach der SAP-Hilfe eine eigene Anlage-Transaktion, EK92.

„Der Plan wird mit der Jahresabrechnung geändert.“ Der alte Plan wird deaktiviert, der neue entsteht aus den Hochrechnungszeilen des Abrechnungsbelegs.

„Alle Abschläge sind gleich hoch.“ Jede Position hat einen eigenen Betrag. Restbeträge, Anpassungen und Zyklen führen zu Unterschieden.

„Ein Abschlag ist eine Rechnung.“ Er ist eine Position im Plan. Die Abschlagsrechnung entsteht mit der Anforderung als Druckbeleg mit dem Erstellungsgrund 02.

Grenzen dieses Artikels

  • Die Zuordnung von EABPL zu den FI-CA-Mustersätzen ist nicht belegt. Der Katalog führt sie unter dem Data-Dictionary-Titel.
  • Zahlungsplanverfahren, Zahlungsschema und Jahresvorausleistung sind nur genannt, nicht beschrieben.
  • Die Parametertabelle TE633 enthält mehr Einstellungen, als hier stehen. Sie sind Customizing und von Unternehmen zu Unternehmen verschieden.
  • Die Transaktion EA11 für „Teilrechnung erstellen“ nennt die SAP-Bibliothek, der Atlas-Katalog führt sie unter demselben Titel. Die Transaktionen E61M und EC50E für die Anpassung beziehungsweise den Einzug stehen in der SAP-Bibliothek, beide stehen auch im Katalog.
  • Die rechtlichen Fragen (Höhe, Anpassung, Fälligkeit, Guthaben) stehen in Abschlagsplan verstehen. Stand: 5. Oktober 2026.

Primärquellen zum Nachlesen

  1. SAP-Hilfe (ERP 6.0 EHP8) – Abschlagsplanverfahren: Abschlagsverfahren, Terminsteuerung, Abrechnung, FI-CAhelp.sap.com
  2. SAP-Hilfe (ERP 6.0 EHP8) – Erstellung eines Abschlagsplans: manuell, im Einzug, in der Jahresverbrauchsabrechnung, Migrationhelp.sap.com
  3. SAP-Hilfe (ERP 6.0 EHP8) – Ermittlung des Abschlagsbetrags: Hochrechnung, Anpassungsfaktor, Restbetraghelp.sap.com
  4. SAP-Hilfe (ERP 6.0 EHP8) – Grundlagen eines Abschlagsplans: logische Schlüssel, Hochrechnungsbeleg, offene Postenhelp.sap.com
  5. SAP-Hilfe (ERP 6.0 EHP8) – Ermittlung des Abschlagsfälligkeitsdatums aus Zahlungskondition und Einzugsdatumhelp.sap.com
  6. SAP-Hilfe (ERP 6.0 EHP8) – Technischer Aufbau eines Abschlagsplans: Kopf (EABP), Positionen, Mustersätze, Ausgleichsgründehelp.sap.com
  7. SAP-Hilfe (ERP 6.0 EHP8) – Manuelle Änderung eines Abschlagsplans (EA62, EA63)help.sap.com
  8. SAP-Hilfe (ERP 6.0 EHP8) – Abschlagsänderungen: Expresstransaktion (EA61EX) und Restriktionenhelp.sap.com
  9. SAP-Hilfe (ERP 6.0 EHP8) – Maschinelle Abschlagsplananpassung und Tarifpflege (E61M)help.sap.com
  10. SAP-Hilfe (ERP 6.0 EHP8) – Portionswechsel: Abschlagspläne an geänderte Abrechnungstermine anpassenhelp.sap.com
  11. SAP-Hilfe (ERP 6.0 EHP8) – Bearbeitung von Abschlagsplänen in der Fakturierunghelp.sap.com
  12. SAP-Hilfe (ERP 6.0 EHP8) – Statistisches Abschlagsverfahren und Teilrechnungsverfahrenhelp.sap.com
  13. SAP-Hilfe (ERP 6.0 EHP8) – Customizing für das statistische und das Teilrechnungsverfahren (Abschlagsverfahren, Steuerungsparameter, Anpassungsfaktor)help.sap.com
  14. SAP-Hilfe (ERP 6.0 EHP8) – Abschlagsplan im Einzug: Abschlagsverfahren aktiv, Muss-Verträge, Abschlagszyklushelp.sap.com
  15. SAP-Hilfe (ERP 6.0 EHP8) – Betriebswirtschaftliche Sperren im Abschlagsplanhelp.sap.com
  16. SAP Learning – Budget Billing Procedure: statistisches Verfahren, Teilrechnungsverfahren, Zahlungsplanverfahrenlearning.sap.com
  17. SAP Learning – Abrechnung und Fakturierung ausführen: Abschlagspläne, Terminsteuerung, Zahlungskonditionenlearning.sap.com
  18. sapdatasheet.org – Tabelle EABPL: Mustersätze zum Abschlagsplan (Sample Lines for Budget Billing Plan)sapdatasheet.org
  19. sapdatasheet.org – Tabelle TE633: Systemparameter für den Abschlagsplansapdatasheet.org
  20. EnWG § 40c – Zeitpunkt und Fälligkeit von Energierechnungengesetze-im-internet.de
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