AnmeldenLernweg starten

SAP Utilities & Betrieb

Rabatte, Zuschläge und Abrechnungszeilen in SAP IS-U

Wie Rabatte und Zuschläge (EDSC) im Schema wirken und wie aus Tarifschritten die Zeilen im Abrechnungsbeleg entstehen (ERCH, DBERCHZ1 bis DBERCHZ4): Zeilenarten, Abgrenzung, Zonung, Info- und Buchungszeilen und der Weg von der Rechnungszeile zurück zum Tarifschritt.

Auf dieser Seite10 Abschnitte

Kurzantwort

Ein Rabatt oder Zuschlag ist in SAP IS-U ein eigener Stammsatz (EDSC) mit Bezugsbasis (Menge, Preis, Betrag oder Leistung) und Art (absolut oder prozentual). Wirksam wird er nur über einen Tarifschritt: Ein Variantenprogramm der Rabattfamilie liest einen Rabattoperanden, dessen Wert in den Fakten auf den Rabattschlüssel zeigt. Rabatte stehen im Beleg als eigene Zeilen. Der Abrechnungsbeleg (ERCH) hat einen Kopf und Zeilen in DBERCHZ1 bis DBERCHZ4. Jede Zeile gilt für eine Zeitscheibe eines Tarifschritts und trägt Schema, Schrittnummer, Variante, Tarif und Operanden. Deshalb lässt sich jede Rechnungszeile bis zum Tarifschritt zurückverfolgen, über eine feste Folge von Tabellen.

Abgrenzung

Die Belegkette von der Ablesung bis zum Hauptbuch beschreibt Die Belegkette, den Schritt vom Beleg zur Rechnung Fakturierung, die Korrektur Storno und Korrektur. Die Rechenbausteine hinter den Zeilen erklärt Abrechnungsschema und Variantenprogramme, die Werte Operanden und Anlagefakten und die Preise Preise in SAP IS-U. Dieser Artikel behandelt die Rabatte und das Ergebnis der Rechnung im Beleg. Den Abrechnungsbeleg und den Rabatt zeigt auch der Objekt-Explorer. Wie die Zeilen in Rechnung und Druckbeleg münden, zeigt Vom Abrechnungsbeleg zur Rechnung, die Probe vorab Abrechnung simulieren und prüfen.

Rabatte und Zuschläge

Die SAP-Hilfe beschreibt die Komponente knapp: Sie legt prozentuale und absolute Rabatte und Zuschläge fest, die sich auf eine Menge, einen Preis oder einen Betrag beziehen können. Die Erhebung oder Gewährung ist flexibel steuerbar. Sie kann für mehrere Verträge (zum Beispiel eines Tarifs) gelten oder bei Einzelverträgen individuell gestaltet sein. Die Komponente ist optional und nötig, wenn die Tarifstruktur Rabatte oder Zuschläge enthält. Alle Rabatte und Zuschläge werden im Beleg als separate Rechnungszeilen ausgewiesen und können bei entsprechend gestaltetem Formular auf der Rechnung getrennt erscheinen (SAP-Hilfe, Rabatte/Zuschläge).

Der Stammsatz

Der Kopf liegt in EDSC, die Werte je Zeitraum in EDSCH, die der Katalog nicht führt (SAP Datasheet EDSCH). Die wichtigen Felder:

Feld Bedeutung
RABZUS Rabattschlüssel (zehnstellig)
RABTYP Kategorie: 1 Rabatt, 2 Zuschlag
RABART Art: 1 absolut, 2 prozentual
BZGBASIS Bezugsbasis: 1 Menge, 2 Preis, 3 Betrag, 4 Leistung
SPARTE, AKLASSE Gültigkeitsbereich
MASS, TIMBASIS Einheit und Zeitbasis
EDSCH: RABPROZ, RABBETRAG, RABMENGE, RABPREIS, RABLEISTUNG der Rabattwert je Zeitscheibe

Die Wertetabellen stehen im Datenwörterbuch (RABTYP, RABART, BZGBASIS). Achtung bei den Namen: RABTYP ist die Kategorie Rabatt oder Zuschlag, RABART die Art absolut oder prozentual. SAP Learning bestätigt das in der Übung: Discount category Rabatt, Reference base Betrag, Discount type Prozent.

Pflichtangaben je Rabattart

Beim Anlegen (EA47, „Rabatt/Zuschlag anlegen“) hängen die Pflichtangaben von der Bezugsbasis ab. Die SAP-Hilfe gibt vor (SAP-Hilfe, Rabatte/Zuschläge anlegen):

  • Betrag oder Preis als Bezugsbasis: Transaktionswährung und Abrechnungsklasse. Diese Rabatte lassen sich nicht auf Zählwerke beschränken.
  • Menge oder Leistung als Bezugsbasis: Abrechnungsklasse. Bei absoluten Rabatten kommt eine Maßeinheit hinzu. Die Rabatte lassen sich auf die Verwendung am Zählwerk beschränken.
  • Absolute Rabatte mit Bezugsbasis Betrag oder Menge: zusätzlich ein Zeitbezug.
  • Immer: Sparte und Bezeichnung.
  • Änderung eines Rabatts: Das System grenzt zum Änderungsdatum ab. Gibt man einen Abgrenztag ein und bestätigt, entsteht eine neue Zeitscheibe für den geänderten Wert.

Wie ein Rabatt in die Abrechnung kommt

SAP Learning beschreibt die Wirkung im Schema in vier Punkten (SAP Learning, Understanding Discounts and Surcharges):

  1. Der Rabatt braucht einen passenden Operanden, damit die Fakten den Wert aufnehmen. Die Rabattkategorien der Operanden sind ADISCABS, ADISCPER, DDISCNT, PDISCNT und QDISCNT (Mengenrabatt).
  2. Nach der Definition des Rabattschlüssels trägt man die passenden Variantenprogramme in die Tarifschritte ein. Als Beispiel nennt SAP die Variante DISCNT01 für einen Mengenrabatt, prozentual oder absolut.
  3. In den Tariffakten erhält der Rabattoperand den Rabattschlüssel als Wert. Individuell lässt er sich in den Anlagefakten setzen.
  4. Reihenfolge: Varianten für Mengen-, Preis- und Leistungsrabatte stehen vor den Bewertungsvarianten, Varianten für Betragsrabatte danach.

Dazu ein individueller Fall aus derselben Übung: Der Tarif sieht 25 Prozent Rabatt vor, einem Sonderkunden werden 30 Prozent vereinbart. Man legt einen eigenen Rabattschlüssel mit 30 Prozent an, trägt ihn in den Anlagefakten ein, und die Simulation zeigt den höheren Rabatt im Beleg. Der Tarif bleibt unverändert, weil die Anlagefakten Vorrang haben (Operanden und Anlagefakten). Für Rahmenverträge nennt die SAP-Hilfe ein weiteres Muster: Rabatte auf Basis des Gesamtverbrauchs werden als pauschale Staffelpreise angelegt. Die Variante COMPUT50 ermittelt mit einer Preisfindungsmenge einen Preisbetrag und schreibt ihn als Faktor fort, LUMSUM02 verwendet den Faktor in einem Folgeschritt als Rabattfaktor.

Der Abrechnungsbeleg

Der Beleg ist das Ergebnis der Abrechnung eines Vertrags für eine Periode. SAP Learning fasst die Abrechnung so zusammen: Sie erzeugt je Vertrag einen Abrechnungsbeleg mit Belegzeilen. Alle Informationen über Abrechnungsschritte und Parameter wie Preis, Verbrauch und Variante gehen in den Beleg ein (SAP-Hilfe, Abrechnungsablauf). Die Tabellen:

Tabelle Inhalt
ERCH Kopf: Beleg, Vertrag, Zeitraum, Abrechnungsvorgang, Storno, Simulationskennzeichen
DBERCHZ1 Einzelzeile: Art, Zeitscheibe (AB, BIS), Schema und Schritt, Variante, Tarif, Operanden, Mengen
DBERCHZ2 Gerätedaten der Zeile: Gerät, Zählwerk, Ablesebeleg
DBERCHZ3 Preis und Betrag: Preisschlüssel, Preisbetrag, Zone, Nettobetrag, Steuer, Kontierung
DBERCHZ4 selten genutzte Felder: weitere Operanden, Fremdwährung, Verweise auf Storno und Vorbeleg

Zeile und Folgetabellen sind über BELNR und BELZEILE 1:1 verbunden. Die Titel der Datenwörterbuch-Einträge lauten „Individual line items“ mit den Zusätzen „device data“, „amount and price data“ und „rarely used fields“ (SAP Datasheet DBERCHZ1). Ein Beleg hat so viele Zeilen, wie Tarifschritte und Zeitscheiben zusammenkommen.

Was in DBERCHZ1 steht

Die Tabelle ist die Zeile selbst. Für die Rückverfolgung zählt, welche Spur sie zum Tarifschritt trägt:

  • SCHEMANR und SNO: das Schema und die Folgenummer des Schritts im Schema, also der Verweis auf die Zeile in ESCHS. CSNO trägt die Folgenummer des Schemaschritts während der Abrechnung.
  • TARIFTYP, TARIFNR, LRATESTEP: Tariftyp, Tarif und logische Nummer des Tarifschritts, also der Verweis auf ETRFV.
  • PROGRAMM: das Variantenprogramm.
  • EIN01 bis EIN04, AUS01, AUS02: die Operanden des Schritts; weitere in DBERCHZ4.
  • BELZART: die Zeilenart (siehe unten).
  • AB, BIS: die Zeitscheibe.
  • TCNUMTOR, TCDENOMTOR: der Zeitanteil als Bruch (Zähler und Nenner).
  • ABGGRND1 bis ABGGRND10: die Gründe, aus denen abgegrenzt wurde.
  • RABZUS: der Rabattschlüssel, falls die Zeile aus einem Rabatt stammt.
  • BUCHREL, PRINTREL, MENGESTREL, BETRSTREL: ob die Zeile bucht, gedruckt wird und in die Mengen- und Betragsstatistik eingeht.
  • TIMTYP, TIMBASIS, MASSBILL, V_ABRMENGE, N_ABRMENGE: Zeitkategorie, Zeitbasis, Abrechnungseinheit und die abgerechnete Menge.
  • BACKDOCNO, BACKDOCLINE: bei Nachberechnung die Zeile, die diese Zeile rückwirkend korrigiert. Die Felder dazu stammen aus dem Katalog dieses Atlas.

Eine Bemerkung zur Menge: DBERCHZ1 führt die abgerechnete Menge in zwei Feldern, Vorkomma- und Nachkommastellen (V_ABRMENGE, N_ABRMENGE). Wer Mengen auswertet, muss beide Felder zusammenführen.

Zeilenarten

Die Zeilenart (Belegzeilenart, Tabelle TE835) benennt, was eine Zeile ist. Laut SAP Learning steuern und analysieren die Zeilenarten die Abrechnungsregel. Wichtig sind sie vor allem für den Rechnungsdruck: Das Formular muss wissen, um welche Zeile es sich handelt, etwa um einen Arbeitspreis oder einen Grundpreis. Die Arten stehen im Tarifschritt und werden vom System vorgeschlagen; eigene Arten lassen sich im Kundennamensraum anlegen (SAP Learning, Identifying Billing Master Data). Folgende Arten nennen SAP-Quellen:

Zeilenart Bedeutung laut SAP
000001 Arbeitspreis
000003 Pauschale
000004 Verrechnungspreis
000005 Bezugsgröße
000007, 000008 Beleuchtungspauschale indirekt, direkt
000010 Verrechnungspreis gleicher Preisklassen
IQUANT Mengen (Zählerstände)
IT008 Aufteilung von Verbrauchswerten
IT020, IT021 Verbrauch Brennstunden einzeln, gesamt

Die Zuordnung ergibt sich aus der Straßenbeleuchtungsdokumentation und der Übung zur Variante QUANTI04 (SAP-Hilfe, Abrechnungstarif für Straßenleuchten). IQUANT und IT008 schreibt die Variante QUANTI04, die laut Übung keine buchungsrelevanten Zeilen erzeugt. Weitere Arten, etwa für Netzentgelte oder Steuern, nennt dieser Artikel nicht, weil keine Quelle sie benennt.

Wer sieht die Zeile?

Eine Zeile hat vier Rollen, die unabhängig voneinander gesetzt sind. Die Kennzeichen stehen am Schema-Schritt (ESCHS: BUCHREL, MENGESTREL, BETRSTREL) und an der Zeile (DBERCHZ1, dort zusätzlich PRINTREL):

  • Buchungsrelevant (BUCHREL): Die Zeile geht in die Buchhaltung. Dafür braucht der Tarifschritt einen Soll- und einen Haben-Teilvorgang. Das Kennzeichen an der Variante ist laut SAP nur eine Information.
  • Druckrelevant (PRINTREL): Die Zeile erscheint auf der Rechnung.
  • Statistikrelevant (MENGESTREL, BETRSTREL): Menge oder Betrag gehen in die Verkaufsstatistik, getrennt nach Statistikgruppen.
  • Infozeile: Sie trägt Informationen wie Zählerstände, ohne zu buchen. Die Variante QUANTI05 schreibt Infozeilen zur Menge. Ohne Infozeile zur Menge lassen sich Daten und Mengen, etwa alter und neuer Zählerstand, laut SAP Learning nicht drucken. Die Variantensteuerung legt fest, ob sie geschrieben wird.

Die Anzeige im System zeigt jedes Feld des Beleges, auch interne Felder, die auf keiner Rechnung stehen. Für eine Kundenanfrage empfiehlt SAP die Rechnungsanzeige statt der Abrechnungsbeleganzeige (SAP-Hilfe, Abrechnungsbeleganzeige). Im Transaktionskatalog dieses Atlas sind das EA22 („Abrechnungsbeleg anzeigen“) und EA40 („Anzeigen Druckbeleg“).

Wie aus einer Zeile viele werden

Eine Menge, die über mehrere Preisperioden, Zonen und Abgaben läuft, erzeugt mehr Zeilen, als man erwartet. Die SAP-Hilfe zeigt es am Beispiel der manuellen Abrechnung eines Tarifkunden. Eine einzige Belegzeile über ein Jahr (01.01. bis 31.12.2002, 1.500 kWh) wird verarbeitet, mit diesen Bedingungen: Alle Abgrenzungen sollen berücksichtigt werden, die Konzessionsabgabe (KA) wird automatisch berechnet, der Preis ist ein Zonenpreis mit den Zonen 0 bis 10 und 10 bis 9.999 (SAP-Hilfe, Beispiel für manuelle Abrechnung).

  1. Abgrenzung. Am 01.05. ändert sich die Mehrwertsteuer, am 01.06. der Konzessionsvertrag, am 01.10. der Preis. Drei Gründe teilen die eine Zeile in vier Zeilen. Die Menge wird anteilsmäßig aufgeteilt.
  2. Zonung. Jede der vier Zeilen wird in zwei Zonenzeilen geteilt. Die Zeile mit der eingegebenen Menge bleibt als Originalzeile erhalten, ist aber weder buchungs-, druck- noch statistikrelevant. Das ergibt 12 Zeilen.
  3. Konzessionsabgabe. Für jede gezonte Zeile entstehen eine Kunden-KA-Zeile und eine EVU-KA-Zeile. Nur der Kundenanteil ist buchungsrelevant. Das ergibt 16 Zeilen mehr, zusammen 28.
  4. Preiszusammenfassung. Damit die KA nicht gesondert auf der Rechnung steht, werden die KA-Zeilen mit den gezonten Zeilen zusammengefasst. Die zusammengefassten Zeilen sind nur druckrelevant. Das ergibt 8 Zeilen mehr, zusammen 36.
Wie aus einer Zeile 36 werden. Jeder Schritt vervielfacht oder ergänzt Zeilen, nur ein Teil davon ist buchungs- oder druckrelevant.Zahlen aus dem Beispiel der SAP-Hilfe zur manuellen Abrechnung (Zonenpreis, Konzessionsabgabe, drei Abgrenzungsgründe).

Die Zahlen der Mengen in der SAP-Tabelle (500, 125, 500, 375) sind gerundete Beispielwerte. In der maschinellen Abrechnung entstehen die Zeilen aus den Schritten des Schemas; das Beispiel zeigt aber, warum ein Beleg viele Zeilen hat und wozu die Kennzeichen dienen. Das Prinzip der Zonung belegt auch SAP Learning: Bei einem Blockpreis entstehen im Beleg mehrere Zeilen, bei einem Staffelpreis eine (Preise in SAP IS-U).

Zeilen aus Storno und Nachberechnung

Beim Anpassungsstorno werden die Rechnungszeilen des alten Abrechnungsauftrags negativ in den neuen Beleg eingestellt, zusätzlich zu den neu erstellten Zeilen. Es entsteht eine Differenzrechnung (SAP-Hilfe, Anpassungsstorno). Bei der Nachberechnung (Backbilling) gilt Ähnliches: Entweder werden die Zeilen früherer Belege in den aktuellen Beleg übernommen und gegengerechnet, oder die Schemaschritte laufen für die Korrekturzeiträume erneut und ihre Zeilen werden dem Beleg hinzugefügt (SAP Learning, Discovering the Data Elements of the Billing Process). In der Zeile zeigen BACKDOCNO und BACKDOCLINE auf die korrigierte Zeile.

Von der Rechnungszeile zum Tarifschritt

Die Fakturierung macht aus den Abrechnungsbelegen den Druckbeleg. Seine Zeilen (DBERDL) verweisen über die Tabelle DBERDLB auf die Zeile im Abrechnungsbeleg: PRINTDOC und PRINTDOCLINE zeigen auf BILLDOC und BILLDOCLINE. Von dort führt der Weg bis zum Schritt im Stammsatz:

Von der Rechnungszeile zum Tarifschritt: eine feste Folge von Tabellen. Rechts die Zeilenteile mit Gerät und Preis, unten die Stammsätze.Verbindungsfelder nach dem Tabellenkatalog und sapdatasheet.org.

Das Beispiel dazu. Alle Werte sind erfunden (Beispiel). Ein Haushalt mit Zweitarifzähler wird für 2026 abgerechnet, ohne Preiswechsel. Schema HH-STROM-01, Tariftyp HH-STROM, Abrechnungsbeleg 610000004811, Vertrag 0001234567. Die Rechnung zeigt netto:

Zeile im Beleg Inhalt
000001, 000002 Infozeilen: Zählerstände Hochtarif und Niedertarif
000003 Grundpreis, 96,00 €
000004 Arbeitspreis Hochtarif, 1.800 kWh × 0,32 € = 576,00 €
000005 Arbeitspreis Niedertarif, 1.200 kWh × 0,24 € = 288,00 €
000006 Treuerabatt 5 Prozent auf den Betrag der Arbeitspreise, −43,20 €

Die Summe der Zeilen ist 96,00 + 576,00 + 288,00 − 43,20 = 916,80 € netto. Der Rabatt ist ein prozentualer Betragsrabatt: 5 % von 864,00 € sind 43,20 €.

Ein Kunde ruft an und fragt, warum der Hochtarif 0,32 € kostet. Die Rückverfolgung für Zeile 000004:

  1. Druckbeleg, Zeile: DBERDL und DBERDLB nennen BILLDOC 610000004811 und BILLDOCLINE 000004.
  2. DBERCHZ1, BELNR 610000004811, BELZEILE 000004: Zeilenart 000001 (Arbeitspreis), Zeitscheibe 01.01. bis 31.12.2026, Tariftyp HH-STROM, Schema HH-STROM-01, Schritt SNO 0030, Tarif HH-HT-26, Variante QUANTI01, Eingabeoperanden Menge und Preis, Ausgabeoperand Betrag.
  3. DBERCHZ2: Gerät und Zählwerk des Hochtarifs, ABLBELNR verweist auf den Ablesebeleg.
  4. DBERCHZ3: Preisschlüssel AP-HT-26, PREISBTR 0,32000000, MNGBASIS 1, NETTOBTR 576,00 €.
  5. Stammsätze: ESCHS Zeile HH-STROM-01 / 0030 und ETRFV (LRATESTEP) zeigen den Schritt. Der Preisoperand führt in den Fakten zum Preisschlüssel, der Preis in EPREIH zeigt 0,32 € für die Zeitscheibe 2026.

Für die Rabattzeile 000006 führt der Weg über RABZUS in DBERCHZ1 nach EDSC und EDSCH: Kategorie Rabatt, Art prozentual, Bezugsbasis Betrag, Wert 5 Prozent für die Zeitscheibe. Auf dem Weg vom Kundenanruf zum Stammsatz hilft Das Tarifmodell: Tarif und Tariftyp der Zeile müssen zur Anlage zum Stichtag passen (EA87).

Eine Alternative zum Weg über DBERDLB: ERCHC verbindet den Abrechnungsbeleg mit dem Druckbeleg (OPBEL). So findet man umgekehrt zu einem Abrechnungsbeleg die zugehörige Rechnung.

Fehlerbilder

  • Rabatt erscheint nicht im Beleg. Prüfen: Steht im Tarifschritt eine Rabattvariante? Trägt der Rabattoperand in den Fakten einen Rabattschlüssel? Gilt der Rabatt für Sparte und Abrechnungsklasse, und liegt die Zeitscheibe im Abrechnungszeitraum? Steht ein Mengen- oder Preisrabatt hinter der Bewertung, widerspricht das der SAP-Regel; dann ist der Betrag zu dem Zeitpunkt schon berechnet.
  • Rabatt doppelt oder falsch hoch. Ein Anlagefakt kann den Tarifwert übersteuern. Prüfen, ob an der Anlage ein alter Rabattschlüssel steht.
  • Zeile fehlt auf der Rechnung, aber im Beleg. Die Zeile ist nicht druckrelevant (PRINTREL) oder wurde zusammengefasst. Zusammengefasste Zeilen stehen am Ende des Belegs.
  • Zeile mit Menge, aber ohne Betrag. Infozeilen tragen Mengen oder Zählerstände ohne Betrag.
  • Viele Zeilen für einen Posten. Zeitscheiben, Zonen, Abgrenzungen. Der Grund steht in ABGGRND1 bis ABGGRND10.
  • Menge stimmt, Betrag nicht. Weiter zu DBERCHZ3: Preisschlüssel, Preisbetrag, Zone und die Preisgleitklausel (PREIGKL, URPREIS, PREIFAKT).
  • Schritt hat keine Zeile erzeugt. Der Schritt war optional und sein Operandenwert fehlte, oder die Variante schreibt keine Zeile (zum Beispiel QUANTI04, das keine buchungsrelevanten Zeilen schreibt).
  • Differenzbeträge nach Korrektur. Sie stammen aus alten Zeilen mit umgekehrtem Vorzeichen. Der Bezug steht in BACKDOCNO und BACKDOCLINE.

Typische Missverständnisse

„Ein Rabatt ist ein Abschlag auf die Rechnung.“ Er ist ein Stammsatz, der über Variante, Operand und Fakten in eine eigene Zeile des Belegs läuft.

„Eine Zeile ist ein Preis.“ Eine Zeile ist ein Zeitabschnitt eines Tarifschritts mit allen Operanden. Ein Preis kann mehrere Zeilen erzeugen.

„Alles im Beleg steht auf der Rechnung.“ Nur druckrelevante Zeilen erscheinen. Info-, Original- und Statistikzeilen bleiben intern.

„Der Rechnungsbetrag ist die Summe aller Zeilen.“ Er ist die Summe der Druckbelegzeilen, die in die Rechnungssumme eingehen (Kennzeichen XTOTAL_AMNT in DBERDL). Die Fakturierung kann außerdem mehrere Belege bündeln und Abschläge verrechnen (Fakturierung).

Grenzen

Nicht belegt sind eine vollständige Liste der Zeilenarten, die Bedeutung aller Variantensteuerungen und die genauen Beziehungen der Felder SNO und CSNO zueinander. Das Zeilenbeispiel der SAP-Hilfe stammt aus der manuellen Abrechnung und aus dem Jahr 2002; die Zahl der Zeilen in der maschinellen Abrechnung hängt von Tarif und Schema ab. Die Werte im Rückverfolgungsbeispiel sind erfunden, die Feldnamen stammen aus dem Tabellenkatalog und aus sapdatasheet.org, die Tabellen ESCHS, ETRFV, EDSCH und TE835 führt der Katalog nicht. Zeilenarten, Statistikgruppen und Nummernkreise sind Customizing und je System verschieden.

Primärquellen zum Nachlesen

  1. SAP Help Portal – Rabatte/Zuschläge (SAP ERP 6.0 EHP8, Versorgungsindustrie)help.sap.com
  2. SAP Help Portal – Rabatte / Zuschläge anlegen (SAP ERP 6.0 EHP8, Versorgungsindustrie)help.sap.com
  3. SAP Help Portal – Manuelle Abrechnung (SAP ERP 6.0 EHP8, Versorgungsindustrie)help.sap.com
  4. SAP Help Portal – Beispiel für manuelle Abrechnung eines Tarifkunden (SAP ERP 6.0 EHP8)help.sap.com
  5. SAP Help Portal – Abrechnungsbeleganzeige (SAP ERP 6.0 EHP8)help.sap.com
  6. SAP Help Portal – Abrechnungsablauf (SAP ERP 6.0 EHP8)help.sap.com
  7. SAP Help Portal – Anpassungsstorno (SAP ERP 6.0 EHP8)help.sap.com
  8. SAP Help Portal – Abrechnungstarif für Straßenleuchten anlegen (SAP ERP 6.0 EHP8)help.sap.com
  9. SAP Learning – Understanding Discounts and Surchargeslearning.sap.com
  10. SAP Learning – Discovering the Data Elements of the Billing Processlearning.sap.com
  11. SAP Learning – Identifying Billing Master Data in SAP Utilitieslearning.sap.com
  12. SAP Datasheet – Table DBERCHZ1 (Individual line items)sapdatasheet.org
  13. SAP Datasheet – Table DBERCHZ3 (Individual line items, amount and price data)sapdatasheet.org
  14. SAP Datasheet – Table EDSC (Discount Header Data)sapdatasheet.org
  15. SAP Datasheet – Table EDSCH (Discount Historical Data)sapdatasheet.org
  16. SAP Datasheet – Domain RABTYP (Discount category)sapdatasheet.org
  17. SAP Datasheet – Domain RABART (Discount type)sapdatasheet.org
  18. SAP Datasheet – Domain BZGBASIS (Discount Reference Base)sapdatasheet.org
Mein Lernen

Quiz zum Artikel

Teste dein Wissen

5 Fragen zu diesem Artikel, mit Erklärung und Link zurück zur Stelle.

Quiz zum Artikel 5 Fragen

War dieser Artikel hilfreich?