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SAP Utilities & Betrieb

Operanden und Anlagefakten in SAP IS-U

Wie SAP IS-U Rechengrößen benennt und Werte an Tarif, Tariftyp und Anlage hängt: Operandenkategorien, Verwendung, Fakten mit Vorrang und Ersatzwerten, ETTIFN und TE221, Zugriffssteuerung bei mehreren Zeitscheiben, mit durchgerechnetem Leistungsbeispiel und typischen Fehlern.

Auf dieser Seite10 Abschnitte

Kurzantwort

Ein Operand ist ein Name für eine Rechengröße der Abrechnung: ein Verbrauch, eine Leistung, ein Preis, ein Faktor, ein Betrag. Variantenprogramme lesen Operanden als Eingabe und schreiben Operanden als Ausgabe. Den Wert trägt der Operand nicht. Er steht zeitscheibenweise in den Fakten, und zwar auf drei Ebenen: am Tarif, am Tariftyp und an der Anlage. Die Anlage übersteuert den Tariftyp, der Tariftyp den Tarif. Fehlt für einen benötigten Operanden der Wert, bricht die Abrechnung mit einem Protokolleintrag ab, außer der Tarifschritt ist als optional gekennzeichnet. Die häufigsten Fehler sind deshalb fehlende Werte und Zeitscheiben, die zum Abrechnungszeitraum nicht passen.

Abgrenzung

Das Tarifmodell als Ganzes beschreibt Das Tarifmodell in SAP IS-U, die Rechenbausteine Abrechnungsschema und Variantenprogramme. Welche Tarifierungsmerkmale an Anlage, Vertrag, Gerät und Zählwerk hängen, steht in Tarifierungsmerkmale in Anlage, Vertrag, Gerät und Register. Der Operand als Objekt ist im Objekt-Explorer zu finden, der Begriff im Glossar.

Was ein Operand ist

SAP Learning definiert: Ein Operand ist ein individuell vergebener Name oder eine Beschreibung für die zugeordneten Werte, die in Variantenprogrammen als Ein- und Ausgabeparameter dienen. Er ist eine Variable, die zur Laufzeit Werte erhält, zum Beispiel Menge mal Preis gleich Betrag (SAP Learning, Identifying Billing Master Data). Die SAP-Hilfe nennt Operanden „vom Versorgungsunternehmen festgelegte, sprechende Variablen“, denen der Tarif Werte zuordnet, zum Beispiel Preise oder Leistungen (SAP-Hilfe, Tarifgestaltung). Daraus folgen vier Regeln:

  • Das Unternehmen vergibt die Namen. SAP rät, sich vor dem Anlegen sinnvolle Schlüssel zu überlegen.
  • Jeder Operand gehört zu genau einer Operandenkategorie. Die Kategorien definiert SAP. Sie lassen sich nicht ändern.
  • Jeder Operand gehört zu genau einer Sparte. Operanden sind nicht abrechnungsklassenspezifisch.
  • Die Variante bestimmt, welche Kategorien sie als Ein- und Ausgabe zulässt. Der Operandenstamm TE221 legt Sparte, Kategorie, Einheit (MASS), Rundung und viele Verhaltensschalter fest. Den Wert trägt er nicht.

Die Kategorien

Das System kennt laut SAP Learning 20 Operandenkategorien. Welche Quellen im Einzelnen beschreiben, zeigt die Tabelle. Weitere Kategorien nennt dieser Artikel nicht.

Kategorie Bedeutung
AMOUNT Betrag
DEMAND Leistung
FACTOR Zahl mit Nachkommastellen
QUANT Menge
QPRICE Mengenabhängiger Preis
TPRICE Zeitabhängiger Preis
LPRICE Pauschale
SPRICE Mietpreis (Verrechnungspreis)
REFVALUE Bezugsgröße
SEASON Saison
USERDEF benutzerdefinierter Wert
QDISCNT Mengenrabatt; weitere Rabattkategorien: ADISCABS, ADISCPER, DDISCNT, PDISCNT

QPRICE, LPRICE, SPRICE und TPRICE sind zugleich die Gegenstücke der vier Preiskategorien. Das Datenwörterbuch hält fest: Legt man einen Preis der Kategorie Pauschale an, versorgt er alle Operanden der Kategorie LPRICE mit Werten (SAP Datasheet PREISTYP). Die Preise selbst behandelt Preise in SAP IS-U. Die Rabattkategorien führt die SAP-Learning-Übung auf, wenn man im Operandenstamm nach Kategorien mit „DIS“ sucht; QDISCNT gehört laut Übung zu den Mengenrabatten. Mehr dazu in Rabatte, Zuschläge und Abrechnungszeilen.

Wie ein Operand verwendet wird

Beim Anlegen legt man fest, wofür der Operand dient. SAP Learning unterscheidet vier Verwendungen:

  1. Normal. Der Operand erhält seine Werte aus den Tarif-, Tariftyp- und Anlagefakten. Er kann auch das Ergebnis früherer Tarifschritte sein.
  2. Zählwerksoperand. Er bringt den Verbrauch oder die Leistung eines Zählwerks in die Rechnung und ist nur für die Kategorien QUANT und DEMAND wählbar. Im Tarifkopf sind nur Operanden mit diesem Kennzeichen als Zählwerksoperand erlaubt. In den Tarifschritten dürfen nur Operanden ohne das Kennzeichen oder der Zählwerksoperand des Kopfs stehen. Im Katalog heißt das Feld REG_OPERAND.
  3. Gesamthistorie. Diese Operanden verarbeiten nur besondere Varianten.
  4. RTP-Operand. Er übernimmt in RTP-Tarifen die Ergebnisse der RTP-Schnittstelle (Feld RTPOPERAND).

Was der Operandenstamm sonst noch steuert

Aus SAP Learning und der Feldliste von TE221 (SAP Datasheet TE221) ergeben sich die Parameter, die man beim Anlegen kennen sollte:

  • Rundung: Rundungsstelle (RUNDUNG) und Rundungsart (RUNDART). Ein positiver Wert rundet auf Nachkommastellen, ein negativer auf Vorkommastellen. Im Kursbeispiel rundet der Mengenoperand auf ganze Zahlen.
  • Gewichtungsschlüssel (GEWKEY): Er steuert, wie Werte bei unterjährigem Wechsel zeitanteilig verteilt werden (siehe unten und Preise und zeitanteilige Abrechnung).
  • Zugriffssteuerung (SELCONTROL): Sie bestimmt, welche Werte aus den Fakten gelesen werden, wenn es mehrere Zeitscheiben gibt.
  • Leistungssteuerung (LEISTALL, LEISTMONAT, PEAK_NO): wie viele Leistungswerte einer Messung in die Abrechnung eingehen und über welchen Zeitraum ein Leistungswert gilt.
  • Konzessionsabgabe (FRAN_TYPE), Vertragsbezug (CONREL), BW-Relevanz (BWREL).
  • Pflegbarkeit: NODIALOGINST, NODIALOGRCAT und NODIALOGRATE sperren den Operanden für die Pflege an Anlage, Tariftyp und Tarif.
  • Tarifart erforderlich (TAZUORD): Der Operand verlangt eine Tarifart. SAP nutzt das bei Straßenleuchten, damit alle Leuchten einer Bezugsgröße mit demselben Tarif abgerechnet werden (SAP-Hilfe, Tariffindung für Straßenleuchten).
  • Operandengruppe: Gruppiert Operanden in Tarif, Tariftyp und Anlagefakten für die Anzeige, in bis zu drei Hierarchiestufen.

Die Fakten: Wo der Wert steht

SAP Learning unterscheidet:

  • Tariffakten: Operandenwerte, die für den Tarif und damit für viele Kunden gelten, zum Beispiel ein Preis oder ein Faktor.
  • Tariftypfakten: tarifübergreifende Werte. Die deutschen Lernunterlagen nennen sie „Tarifkategorie-Fakten“.
  • Anlagefakten: individuelle Werte einer Anlage wie installierte Leistung, Anschlusswert, bestellte Leistung, Personenzahl oder Wohnfläche.
  • Daneben gibt es Fakten aus der RTP-Schnittstelle und Werte, die aus Verbrauchszeilen des Abrechnungsbelegs (ERCHV) gelesen werden.

Preise können laut SAP-Hilfe in den Fakten von Tarif, Tariftyp und Anlage stehen. In den Fakten werden Werte den Operanden zugeordnet, und die Preisoperanden erhalten ihre Werte aus dem Preisschlüssel (SAP-Hilfe, Preise). Der Operand EQPRICE__1 im Beispiel von Abrechnungsschema und Variantenprogramme trägt also in den Tariffakten den Namen eines Preisschlüssels.

Rangfolge

Allgemeine Werte für eine große Kundengruppe stehen in Tarif und Tariftyp. Individuelle Werte stehen in den Anlagefakten. Die Quellen halten die Rangfolge so fest:

  • Tariftyp- und Anlagefakten haben Vorrang vor den Tariffakten (SAP Learning).
  • Die Daten des Tariftyps können durch individuelle Angaben in der Versorgungsanlage übersteuert werden (SAP-Hilfe).

Zusammen ergibt das: Anlagefakten vor Tariftypfakten vor Tariffakten. Dadurch lassen sich kundenindividuelle Vereinbarungen abbilden, ohne den Tarif zu ändern. SAP Learning zeigt ein Beispiel: Ein Tarif sieht 25 Prozent Rabatt vor. Für einen Sonderkunden wird in den Anlagefakten ein Rabattschlüssel mit 30 Prozent eingetragen, und die Abrechnung nimmt die 30 Prozent (SAP Learning, Understanding Discounts and Surcharges).

Operandenwerte lassen sich außerdem historisch überschreiben. So kann einer Anlage nur für einen Monat ein anderer Preisschlüssel zugeordnet werden; in den übrigen Monaten gelten die Werte aus den Tariffakten.

Ersatzwerte

Auf Tarif- und Tariftypebene kann man statt eines festen Wertes einen Ersatzwert eintragen. Er legt fest, was auf der darunterliegenden Ebene geschieht:

Ersatzwert Wirkung
Normaler Operandenwert Es gibt keinen Ersatzwert. Ein Wert muss eingetragen werden.
Optionaler Wert Der Operand wird bei allen Anlagen mit diesem Tarif oder Tariftyp zur Pflege vorgeschlagen. In den Anlagefakten darf kein Wert stehen.
Pflichtwert Der Operand wird ebenfalls vorgeschlagen, in den Anlagefakten muss ein Wert stehen.
Laufzeit Der Wert entsteht erst bei der Abrechnung als Ausgabeoperand eines vorherigen Tarifschritts.

Der Ersatzwert „Laufzeit“ spielt im Schema eine Rolle (Abrechnungsschema und Variantenprogramme).

Tariffaktengruppe und Tarifart

Mit einer Tariffaktengruppe lassen sich einzelnen Operanden in den Tariffakten unterschiedliche Werte zuweisen. Sie wird immer zusammen mit einer Tarifart eingetragen, ist also an die Tarifart gebunden. Die Tarifart entscheidet über die Verwendung: In den Fakten dürfen nur Tarifarten genutzt werden, für die das Kennzeichen für Fakten gesetzt ist. Diese Tarifarten lassen sich nicht am Gerät oder Zählwerk pflegen. SAP liefert für Tarifart und Faktengruppe Kundenerweiterungen (EXIT_SAPLE20Q_001 bis EXIT_SAPLE20Q_004): angepasste Suchhilfen, eigene Eingabeprüfungen und Vorschlagslogik, zum Beispiel einen Standardwert, wenn das Unternehmen nur eine Faktengruppe nutzt.

ETTIFN: der Anlagefakt in der Tabelle

Die Anlagefakten liegen in ETTIFN. Je Anlage, Operand und Saison gibt es Zeitscheiben. Die wichtigsten Felder:

Feld Bedeutung
ANLAGE, OPERAND, SAISON Anlage, Operand und Saison; dazu AB und ABLFDNR (laufende Nummer bei gleichem Beginn) im Schlüssel
AB, BIS Gültigkeit der Zeitscheibe
WERT1 Erfassungswert, der installierte Wert eines Geräts
WERT2 abzurechnender Wert
TARIFART, KONDIGR Tarifart und Tariffaktengruppe, für die der Fakt gilt
ERSATZWERT Wert wurde mangels echter Daten als Ersatzwert gebildet
MANAEND Wert wurde manuell geändert
INAKTIV Zeitscheibe wird nicht mehr ausgewertet
MAUSZUG Fakt wurde durch einen Auszug geändert
BETRAG, WAERS Betrag mit Währung, etwa ein Preis oder eine Gebühr
STRING1 bis STRING4 Schlüsselfelder des Operandenwerts

Bei Bezugsgrößen unterscheidet SAP Learning beide Werte: Wert 1 ist der Erfassungswert (der installierte Wert), Wert 2 der abzurechnende Wert. Wird nur Wert 1 eingegeben, übernimmt Wert 2 ihn. Der Wiederholungsfaktor gibt an, wie viele gleichartige Bezugsgrößen es gibt, etwa Leuchten desselben Typs. Der Wert 2 wird mit ihm multipliziert (SAP Learning, Reference Values and Street Lighting). Für Bezugsgrößen führt der Katalog die Tabelle ETTIFB mit laufender Nummer (OPLFDNR) und Wiederholungsfaktor (WDHFAKT).

Fakten und Einzug, Auszug

SAP Learning beschreibt, was beim Mieterwechsel mit den Fakten passiert. Anlagefakten können an einen Vertrag gebunden oder vertragsunabhängig sein. Vertragsbezogene Fakten enden mit dem Auszug. Ist ein Operand nicht als vertragsbezogen gekennzeichnet (CONREL), bleiben seine Fakten über Auszug und Einzug erhalten und gelten für den neuen Kunden. Das ist heikel, weil sich der Geschäftspartner ändern kann: Werte früherer Zeitscheiben zu kopieren ist deshalb nicht sinnvoll. Wird ein Einzug storniert, werden die ab Einzug aktiven Zeitscheiben gelöscht. Bei einem Vertragswechsel mit der Funktion Vertragswechsel werden die durch den Auszug deaktivierten Zeitscheiben ab dem Einzugsdatum reaktiviert, ohne dass der Geschäftspartner wechselt.

Fakten pflegen

Die Pflege läuft über die Stammdaten der jeweiligen Ebene. SAP Learning beschreibt die Wege in den Übungen:

  • Anlagefakten: Anlage ändern (ES31), Schaltfläche Fakten, Operand wählen, Pflegedatum eintragen, Anlegen, Gültig-bis-Datum und Wert (oder Preisschlüssel) eintragen, übernehmen, sichern.
  • Tariffakten: Tarif ändern (im Kurs über das Customizing „Rates, Change Rates“, im Transaktionskatalog EA31), Schaltfläche Fakten, Tariffaktengruppe wählen, den Operanden anklicken, Gültig-ab-Datum und Wert eintragen, übernehmen, sichern.
  • Ansehen: Anlage anzeigen (ES32) und Schaltfläche Fakten. Hat die Anlage keine Fakten, gelten die Werte aus Tariftyp und Tarif.

Zum Probieren eignet sich die Einzelsimulation. In den Simulationsszenarien lassen sich die Anlagefakten ändern, ohne sie zu speichern. Die Änderungen gelten ausschließlich für die Simulation (SAP-Hilfe, Anlagefakten für Simulation ändern). Die SAP-Hilfe nennt als Beispiel eine Preisänderung für ein Produkt, dessen Strompreis in den Tariftypfakten steht.

Mehrere Zeitscheiben: die Zugriffssteuerung

Stehen für einen Operanden mehrere Zeitscheiben in den Fakten, muss das System entscheiden, welchen Wert es nimmt. SAP Learning nennt dafür in der Operandendefinition eine Zugriffssteuerung mit diesen Optionen: alle Werte, Wert am Ende des Tarifzeitraums, Wert zum Stichtag, Wert am Ende der Abrechnungsperiode, alle Werte in der monatsbezogenen Abrechnungsperiode, Wert am Beginn der Abrechnungsperiode und Wert zu einem kundenindividuellen Datum. Die Zugriffssteuerung greift nur auf Werte in den Fakten zu, nicht auf Messergebnisse.

SAP gibt zwei Beispiele: Werden alle Werte berücksichtigt, wird zusätzlich wegen der Tarifänderung zeitanteilig aufgeteilt. Liest die Steuerung dagegen den Wert am Ende der Abrechnungsperiode, entstehen zwar zwei Zeitscheiben wegen der Tarifänderung, beide nutzen aber denselben Leistungswert aus den Anlagefakten.

Beispiel: vereinbarte Leistung und Preiswechsel

Vereinfachtes Beispiel mit frei gewählten Zahlen, netto. Ein Gewerbekunde zahlt einen zeitabhängigen Leistungspreis je Kilowatt und Jahr (Zeitbasis 365 Tage, tagesgenau gerechnet). Die Anlagefakten tragen die vereinbarte Leistung als Operanden der Kategorie DEMAND:

Zeitscheibe der Leistung Wert
01.01.2026 bis 30.06.2026 50 kW
ab 01.07.2026 60 kW

Der Leistungspreis steigt zum 01.07.2026 von 90,00 auf 96,00 € je kW und Jahr. Abrechnungsperiode ist das Kalenderjahr 2026, geteilt in 181 und 184 Tage (30.06. und 01.07.).

Dieselben Fakten, zwei Zugriffssteuerungen. Liest der Operand den Wert am Ende der Abrechnungsperiode, rechnet auch das erste Halbjahr mit 60 statt 50 Kilowatt: 446,30 Euro mehr.Beispiel mit frei gewählten Zahlen, netto, tagesgenau: 181 und 184 Tage.

Zugriffssteuerung „alle Werte“: Jede Teilperiode nimmt ihren eigenen Wert.

  • 01.01. bis 30.06.: 50 kW × 90,00 € × 181 / 365 = 2.231,51 €
  • 01.07. bis 31.12.: 60 kW × 96,00 € × 184 / 365 = 2.903,67 €
  • Summe: 5.135,18 €

Zugriffssteuerung „Wert am Ende der Abrechnungsperiode“: Beide Teilperioden nehmen 60 kW.

  • 01.01. bis 30.06.: 60 kW × 90,00 € × 181 / 365 = 2.677,81 €
  • 01.07. bis 31.12.: 60 kW × 96,00 € × 184 / 365 = 2.903,67 €
  • Summe: 5.581,48 €

Dieselben Stammdaten ergeben bei einer anderen Zugriffssteuerung 446,30 € Unterschied. Welche Einstellung ein Operand hat, steht im Operandenstamm (Feld SELCONTROL). Was ein Vertrag tatsächlich vorsieht, muss der Tarifverantwortliche klären, nicht das System.

Typische Fehler

  • Operandenwert fehlt. Die Abrechnung bricht ab und schreibt einen Eintrag ins Anwendungsprotokoll (EABI). Ausgenommen sind Tarifschritte, die im Tarif als optional markiert sind: Sie entfallen. Prüfen: Operandenliste des Schemas, dann Fakten an Tarif, Tariftyp und Anlage.
  • Zeitscheibe passt nicht zum Abrechnungszeitraum. Beginnt ein Fakt erst nach dem Beginn der Periode oder endet er davor, fehlt für einen Teil der Periode der Wert. Welche Meldung das System dann schreibt, belegt keine der Quellen; die Prüfung der Abrechnungsstammdaten und die Einzelsimulation finden die Lücke vorher.
  • Alter Anlagefakt übersteuert den neuen Tarif. Wegen der Rangfolge gewinnt der Anlagefakt. Bleibt nach einer Preisänderung ein alter Sonderpreis als Anlagefakt stehen, gilt weiter der alte Preis, obwohl der Tarif schon den neuen trägt. Anlagefakten sind deshalb Teil jeder Prüfung nach einer Tarifänderung.
  • Zugriffssteuerung falsch. Siehe das Beispiel: Gleiche Fakten, anderer Betrag.
  • Wert auf der falschen Ebene. Ein allgemeiner Wert gehört in Tarif oder Tariftyp. Ein individueller Wert gehört in die Anlage und endet laut SAP bei Auszug nur, wenn er vertragsbezogen ist.
  • Zwischenergebnis ohne Ersatzwert „Laufzeit“. Ein Operand, den ein Schritt füllt und ein späterer liest, braucht diesen Ersatzwert.
  • Unerwartete Rundung. Ein Mengenoperand mit Rundung auf null Nachkommastellen rundet Werte vor der Weiterverarbeitung. Das wirkt wie ein Rechenfehler, ist aber Einstellung des Operanden.
  • Operand lässt sich nicht pflegen. Die Kennzeichen NODIALOGINST, NODIALOGRCAT und NODIALOGRATE sperren die Pflege auf einer Ebene. An der Anlage setzt dann nur die Abrechnung den Wert.

Typische Missverständnisse

„Der Operand ist der Wert.“ Der Operand ist der Name. Der Wert steht in den Fakten.

„Fakten gibt es nur an der Anlage.“ Es gibt Tarif-, Tariftyp- und Anlagefakten. Nur die Anlagefakten sind je Anlage individuell.

„Eine Preisänderung genügt im Preisstamm.“ Das gilt, solange der Operand den Preisschlüssel verwendet. Ein Anlagefakt mit eigenem Preis oder eigener Zeitscheibe übersteuert ihn.

„Operandenkategorien kann jedes Unternehmen erweitern.“ Die Kategorien sind von SAP vorgegeben. Das Unternehmen vergibt nur die Operandennamen.

Grenzen

Nicht belegt sind die Systemmeldung bei einer Lücke in den Zeitscheiben, die Zuordnung der Zugriffssteuerungsoptionen zu den Schlüsselwerten von SELCONTROL, die Bedeutung aller 20 Operandenkategorien und die Customizing-Pfade des eigenen Releases. Die Rangfolge Anlage vor Tariftyp vor Tarif folgt aus zwei Aussagen in verschiedenen Quellen. Die Tabellenfelder stammen aus dem Katalog dieses Atlas und aus sapdatasheet.org. Das Leistungsbeispiel nutzt erfundene Zahlen und eine Tagesrechnung; ob ein Operand tagesgenau oder monatsweise rechnet, hängt von Zeitraumsteuerung und Operandenstamm ab (PRORATE_DAILY).

Primärquellen zum Nachlesen

  1. SAP Learning – Identifying Billing Master Data in SAP Utilitieslearning.sap.com
  2. SAP Learning – Explaining How Reference Values and Street Lighting Are Billedlearning.sap.com
  3. SAP Help Portal – Tarifgestaltung (SAP ERP 6.0 EHP8, Versorgungsindustrie)help.sap.com
  4. SAP Help Portal – Preise (SAP ERP 6.0 EHP8, Versorgungsindustrie)help.sap.com
  5. SAP Help Portal – Anlagefakten für Simulation ändern (SAP ERP 6.0 EHP8)help.sap.com
  6. SAP Help Portal – Tariffindung für die Verwaltung von Straßenleuchten (SAP ERP 6.0 EHP8)help.sap.com
  7. SAP Datasheet – Table TE221 (Operands)sapdatasheet.org
  8. SAP Datasheet – Table ETTIFN (Installation Facts)sapdatasheet.org
  9. SAP Datasheet – Table ETTIFB (Installation Facts, Reference Values)sapdatasheet.org
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