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Kunden, Tarife & Abrechnung

Belegkette

Welche Belege zwischen Ablesung und Hauptbuch entstehen (EABL, ERCH, ERDK, DFKKKO, Hauptbuchbeleg), über welche Felder sie verbunden sind und wie man eine Rechnung bis zum Zählerstand zurückverfolgt.

Auf dieser Seite11 Abschnitte

Kurzantwort

Zwischen Ablesung und Hauptbuch entstehen sechs Belegstationen. Der Ablesebeleg (EABL) liefert den Zählerstand. Die Abrechnung bewertet ihn im Abrechnungsbeleg (ERCH, Zeilen DBERCHZ1 bis 4). Die Fakturierung macht daraus den Druckbeleg (ERDK), also die Rechnung an den Kunden, und bucht die Forderung im Vertragskontokorrent als FI-CA-Beleg (DFKKKO mit DFKKOP und DFKKOPK). Die Buchungen werden je Abstimmschlüssel zu Summensätzen verdichtet und als Hauptbuchbeleg übernommen. Wer eine Rechnung erklären will, geht diese Kette rückwärts. Die Nummern der Stationen sind verschieden und werden nur über Verbindungstabellen verknüpft.

Abgrenzung

Wie das Abrechnungsergebnis entsteht, steht in Verbrauchsabrechnung verstehen. Den Schritt von Ergebnis zu Rechnung behandelt Fakturierung, was das Vertragskontokorrent kann, FI-CA im Kontext, die Rücknahme falscher Belege Storno und Korrektur. Hier geht es um die Belege selbst und ihre Verbindungen. Der Ablesebeleg entsteht im Ableseprozess.

Die Kette im Bild

Von der Ablesung bis zum Hauptbuch: sechs Belegstationen mit den Tabellen und Verbindungsfeldern des Projektkatalogs. Der Summensatz ist in der SAP-Lernquelle belegt, die Tabelle dazu führt der Katalog nicht.

Die Verbindungsfelder stammen aus den Beziehungen des Tabellenkatalogs, jeweils am Data Dictionary geprüft; die Wege lassen sich im Tabellenexplorer nachvollziehen.

Die Stationen

Ablesebeleg (EABL). Er hält je Zählwerk Ablesedatum (ADAT), Zählerstand (V_ZWSTAND, N_ZWSTAND), Ableseart und Status. Die Abrechnung greift auf ihn zu; im Abrechnungsbeleg verweist die Gerätezeile DBERCHZ2 mit ABLBELNR auf ihn. Damit lässt sich zu jedem abgerechneten Betrag der Zählerstand nachweisen.

Abrechnungsbeleg (ERCH). Kopf des Abrechnungsergebnisses: Abrechnungszeitraum (BEGABRPE, ENDABRPE), Vertrag (VERTRAG), Vertragskonto (VKONT), Abrechnungsvorgang (ABRVORG), Stornodatum (STORNODAT). Die Zeilen mit Mengen und Preisen liegen in DBERCHZ1 bis DBERCHZ4. Das Feld KOFIZ ist ein Kontierungsmerkmal, das die Erlösfindung des Vertrags steuert. Der Abrechnungsbeleg ist noch keine Rechnung. Fachlich entspricht er dem Ergebnis, das Transaktion EA22 anzeigt.

Druckbeleg (ERDK). Mit der Fakturierung entsteht der Druckbeleg, mit dem die Abrechnung an den Kunden geht. Sein Kopf trägt Gesamtbetrag (TOTAL_AMNT), Fälligkeit (FAEDN), Zahlweg (PYMET), den Abstimmschlüssel (FIKEY) und die Statusfelder INVOICED (gebucht) und TOBRELEASD (noch nicht zur Buchhaltung freigegeben). Für den Inhalt der Rechnung gibt § 40 EnWG Pflichtangaben vor, etwa Verbrauch, Rechnungsbetrag und Fälligkeit (§ 40 EnWG). Die Historie ERCHC ordnet Abrechnungsbeleg (BELNR) und Druckbeleg (OPBEL) zu und hält fest, welcher Druckbeleg storniert wurde. Ein Druckbeleg kann mehrere Abrechnungen bündeln, die Zuordnung ist deshalb eine eigene Tabelle.

FI-CA-Beleg (DFKKKO, DFKKOP, DFKKOPK). Der Kopf (DFKKKO) trägt Belegart (BLART), Herkunft (HERKF), Buchungsdatum (BUDAT), den auslösenden Vorgang (AWTYP, AWKEY), den Abstimmschlüssel (FIKEY) und die Storno-Verweise (STBEL, STORB). Die Posten (DFKKOP) sind die offenen Posten je Vertragskonto mit Hauptvorgang (HVORG), Teilvorgang (TVORG), Betrag (BETRW), Fälligkeit (FAEDN) und Ausgleichsstatus (AUGST). Die Kontierungen (DFKKOPK) verteilen jeden Posten auf Sachkonten (HKONT) und Steuer (MWSKZ).

Von ERDK zum FI-CA-Beleg. Die Druckbelegnummer ERDK-OPBEL ist keine FI-CA-Belegnummer: Ihre Domäne ist eine eigene Druckbelegdomäne. Die Verbindung stellt die Tabelle ERDB her, in der INVOPBEL den auslösenden Beleg im Vertragskontokorrent führt (Prüftabelle DFKKKO). Wer Posten zu einer Rechnung sucht, geht ERDK, ERDB, DFKKKO, DFKKOP und verbindet nie ERDK-OPBEL direkt mit DFKKOP-OPBEL.

Hauptvorgang, Teilvorgang und Kontenfindung

Hauptvorgang und Teilvorgang ordnen einen Posten fachlich ein, etwa als Abrechnung oder Zahlung; die Ausprägungen stehen in der Tabelle TFKTVO. Das Sachkonto bestimmt die Kontenfindung. In DFKKOPK steht dazu der Schlüssel KTOSL, aus dem sie das Sachkonto (HKONT) ermittelt (Ausprägungen in T687). Die Kontenfindung für die Forderungskonten pflegt die Customizing-Transaktion EK01 „Kontenfindung Forderungskonten IS-U“; die Steuerseite steuert das Steuerkennzeichen MWSKZ (Tabelle T007A). Welche Konten ein bestimmter Versorger hinterlegt hat, steht in seinem Customizing.

Übergabe an das Hauptbuch

FI-CA ist ein Nebenbuch. Es führt den Einzelposten je Vertragskonto und übergibt dem Hauptbuch verdichtete Summen (SAP Learning, Contract Accounting). Die Mechanik:

  • Jeder Beleg gehört zu einem Abstimmschlüssel (FIKEY in DFKKKO und ERDK). Der Abstimmschlüssel listet die Summensätze auf, die in das Hauptbuch übernommen werden sollen.
  • Summensätze sind die Transfereinheit für verdichtete Nebenbuchbelege. Gruppierungskriterien sind Buchungskreis, Buchungsdatum, Sachkonto, Steuer und Währung.
  • Aus der Buchungssumme jedes Abstimmschlüssels entsteht ein Übernahmebeleg im Hauptbuch (SAP Learning, Hauptbuchintegration).
  • Die Übernahme startet die Transaktion FPG1 „Buchungssummen ins Hauptbuch übern.“ (Report RFKKGL00, erpyourself.net). Der Transaktionskatalog des Atlas führt FPG1 nicht.

Die beiden SAP-Learning-Seiten beschreiben FI-CA in SAP S/4HANA Cloud. Die Tabellen und Felder der Stationen oben stammen aus dem IS-U-Katalog. Dass beide Welten dieselbe Komponente FI-CA nutzen, ist hier nur über die gemeinsamen Begriffe Abstimmschlüssel (FIKEY) und Nebenbuch belegt; Einzelheiten der Summensatz-Tabellen im IS-U-System sind nicht geprüft.

Beispiel: Jahresabrechnung mit Nachforderung

Vereinfachtes Beispiel; Belegnummern und Abstimmschlüssel sind erfunden. Eine Jahresabrechnung für 2026 ergibt netto 1.649,00 Euro (Grundpreis 144,00, Arbeitspreis für 3.500 kWh 1.190,00, Netzentgelte und Umlagen 315,00) plus 19 Prozent Umsatzsteuer, 313,31 Euro, zusammen 1.962,31 Euro brutto. Geleistete Abschläge: 1.800,00 Euro. Nachforderung: 162,31 Euro.

Station Beispielwerte
Ablesebeleg EABL Zählerstand zum 31.12.2026, Beleg 000000451233
Abrechnungsbeleg ERCH BELNR 610000004711, Zeitraum 01.01. bis 31.12.2026, Vertrag 0001234567
Druckbeleg ERDK OPBEL 800000012345, Betrag zu zahlen 162,31 € (nach Abschlägen, vereinfacht)
FI-CA-Beleg DFKKKO OPBEL 200000812345, Posten 162,31 € auf Vertragskonto 000900123456, Fälligkeit 14 Tage nach Zugang
Abstimmschlüssel FIKEY AB20261105001, Summensatz je Sachkonto, Steuer, Währung
Hauptbuchbeleg ein Übernahmebeleg, eine Position je Summensatz

Das Beispiel nennt nicht, wie die Abschlagsverrechnung im Beleg gebucht wird; das ist hier nicht belegt. Die Fälligkeit richtet sich nach § 40c EnWG und frühestens zwei Wochen nach Zugang der Zahlungsaufforderung.

Rückwärts prüfen. Ein Prüfer geht vom Posten in DFKKOP aus: DFKKOP zu DFKKKO über OPBEL, DFKKKO zu ERDB über INVOPBEL, ERDB zu ERDK über OPBEL, ERDK zu ERCH über die Historie ERCHC, ERCH zu den Zeilen DBERCHZ1 bis 4 über BELNR, dort die Gerätezeile DBERCHZ2 zu EABL über ABLBELNR. Im Übernahmebeleg steht je Summensatz eine Position, nicht je FI-CA-Beleg. Der Weg vom Hauptbuch zu den Einzelbelegen führt deshalb über den Abstimmschlüssel (FIKEY in DFKKKO) und die Gruppierungsmerkmale. Welches Feld des Hauptbuchbelegs den Verweis trägt, ist hier nicht geprüft.

Korrekturen

Ein Storno löscht keinen Beleg. In ERDK steht ein Stornokennzeichen (STOKZ), und es entsteht ein eigener Stornodruckbeleg; auf dem Vertragskonto erzeugt FP08 einen Umkehrbeleg (Möller/Wildensee, Katalogtext zu FP08). Die Abläufe stehen in Storno und Korrektur.

Folgen und Fehlerfälle

  • Druckbeleg ohne FI-CA-Beleg. Ist INVOICED nicht gesetzt oder TOBRELEASD gesetzt, ist der Beleg nicht in der Buchhaltung. Die Rechnung existiert, die Forderung fehlt.
  • Falscher Join. ERDK-OPBEL = DFKKOP-OPBEL liefert fremde oder keine Zeilen. Der Weg führt über ERDB.
  • Abrechnungslauf doppelt gestartet. Es entstehen zwei Abrechnungsbelege für denselben Zeitraum; das Vertragskonto zeigt zwei Forderungen.
  • Offener Abstimmschlüssel. Solange ein Abstimmschlüssel nicht übernommen ist, fehlen seine Buchungen im Hauptbuch. Der Abschluss weicht vom Nebenbuch ab.
  • Falsche Kontenfindung. Ein falscher KTOSL oder MWSKZ verschiebt Erlös oder Umsatzsteuer auf ein falsches Konto. Der Fehler ist erst im Hauptbuch sichtbar.

Typische Missverständnisse

„Rechnung und Buchungsbeleg sind dasselbe.“ Der Druckbeleg ist das Kundendokument, der FI-CA-Beleg die Buchung. Sie haben unterschiedliche Nummern.

„Das Hauptbuch enthält jeden FI-CA-Beleg.“ Es enthält Summensätze je Abstimmschlüssel.

„Ein Beleg beweist die Zahlung.“ Er beweist eine Forderung. Ob gezahlt wurde, zeigt der Ausgleich des Postens (AUGST, AUGBL).

Offen und zu pflegen

  • Tabellen der Summensätze und Abstimmschlüssel im IS-U-System sind nicht im Katalog; die Mechanik ist über SAP Learning (S/4HANA Cloud) belegt.
  • FPG1 ist nicht im Transaktionskatalog.
  • Belegarten, Nummernkreise und Konten sind kundenspezifisch.

Primärquellen zum Nachlesen

  1. SAP Learning – Die Hauptbuchintegration erläutern (Summensätze, Abstimmschlüssel, Übernahmebeleg)learning.sap.com
  2. SAP Learning – Contract Accounting in der Cloud erläutern (Nebenbuch, Beleg je Vertragskonto)learning.sap.com
  3. erpyourself.net – SAP-Transaktion FPG1, Buchungssummen ins Hauptbuch übernehmenerpyourself.net
  4. Björn Möller / Christoph Wildensee – Fehler- und Qualitätsanalysen stornierter Faktura-Belege im SAP IS-U, PRev Revisionspraxis 1|2015, S. 25–32wildensee.de
  5. sapdatasheet.org – Tabelle ERDB, Belege zu einem Druckbelegsapdatasheet.org
  6. sapdatasheet.org – Tabelle ERDK, Druckbeleg Kopfdatensapdatasheet.org
  7. EnWG § 40 – Inhalt von Energierechnungengesetze-im-internet.de
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