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SAP Utilities & Betrieb

Preise in SAP IS-U: Preistypen, Staffeln und zeitanteilige Abrechnung

Wie SAP IS-U Preise führt: Preisschlüssel, die vier Preistypen, Block- und Staffelpreise, Preishistorie in EPREI und EPREIH, Preisgleitklausel, und wie sich ein Preiswechsel mitten in der Abrechnungsperiode auf Menge und Betrag auswirkt, mit durchgerechnetem Beispiel.

Auf dieser Seite11 Abschnitte

Kurzantwort

Ein Preis in SAP IS-U hat zwei Teile. Der Preisschlüssel im Stamm (EPREI) trägt die Steuerdaten: Sparte, Abrechnungsklasse, Einheit, Zeitbasis, Rundung, Preisgleitklausel. Die Preishistorie (EPREIH) trägt die Beträge je Gültigkeitszeitraum, Währung und gegebenenfalls Mengenzone. SAP kennt vier Preistypen: mengenabhängig, zeitabhängig, Pauschale und Verrechnungspreis (Miete). Mengen- und zeitabhängige Preise können als Block- oder Staffelpreis geführt werden. Eine Preisänderung ergänzt eine Zeitscheibe, der Kopf bleibt. Fällt der Wechsel in eine Abrechnungsperiode, teilt das System die Periode am Stichtag und bewertet jeden Teil mit dem Preis seiner Zeit. Wie viel Menge in welchen Teil fällt, hängt vom Verfahren ab: tagesanteilig oder nach einer Gewichtung. Am Ende des Artikels steht ein durchgerechnetes Beispiel.

Abgrenzung

Woraus sich ein Strompreis fachlich zusammensetzt, steht in Preisbestandteile im Stromtarif. Welche rechtlichen Fristen für eine Preisänderung gelten, behandeln Tarifwechsel und Rückwirkende Preisänderung. Das Zeitverhalten der Zeitscheiben im System beschreibt Tarifwechsel, Preisänderung und Gültigkeit mit einem Halbjahresbeispiel. Dieser Artikel geht tiefer in den Preisstamm, in Block- und Staffelpreise und in die Gewichtung der Menge. Wie Operanden den Preis aufnehmen, zeigt Operanden und Anlagefakten. Der Preis ist im Objekt-Explorer mit seinen Nachbarn zu sehen. Wie Preise als Zeilen im Beleg erscheinen, zeigt Rabatte, Zuschläge und Abrechnungszeilen, den Zusammenhang der Stammdaten Das Tarifmodell in SAP IS-U.

Der Preisschlüssel und seine Historie

Laut SAP bewerten Preise abgelesene Mengen, Leistungen und Pauschalen. Das Ergebnis ist immer ein Betrag, der als Forderung oder Guthaben in eine Rechnung eingeht (SAP-Hilfe, Preise). Der Preis ist also eine Eingangsgröße der Variantenprogramme, kein Ergebnis. Er hängt in den Fakten von Tarif, Tariftyp oder Anlage an einem Operanden (Operanden und Anlagefakten).

SAP Learning trennt zwei Ebenen. Der Preisschlüssel ist der Name eines Preises. Zu den Kopfdaten zählen Sparte, Abrechnungsklasse, Zeitbasis und Rundung. Die eigentlichen Werte stehen in der Historie; wenn sich der Preis ändert, wird dort die neue Zeitscheibe eingetragen, die Kopfdaten ändern sich nicht (SAP Learning, Identifying Billing Master Data). Im Katalog entspricht dem die Aufteilung auf zwei Tabellen:

Tabelle Inhalt
EPREI Kopf: Preis, Preistyp, Preisstufe (Schlüssel), Sparte, Einheit, Abrechnungsklasse, Zeitbasis, Rundung, Preisart, Preisgleitklausel, Kennzeichen für indexbasierten, externen und Bruttopreis
EPREIH Beträge: Währung, Preis, Preistyp, Preisstufe, Gültig bis, Beginn der Zone (Schlüssel); dazu Ende der Zone, Gültig ab, Preisbetrag, Mengenbasis

Eindeutigkeit und Währung

Eindeutig ist ein Preis über Schlüssel, Preistyp und Preisstufe. So steht es in SAP Learning und im Schlüssel von EPREI. Die SAP-Hilfe nennt zusätzlich die Preisart. Die Preisstufe wird bei Verrechnungspreisen zur Differenzierung genutzt. Zum Preisschlüssel gehört eine Währung: Rechnet ein Unternehmen in mehreren Währungen ab, müssen alle Preise in allen Währungen gepflegt werden. Die Währung eines Kunden steht als Transaktionswährung im Vertragskonto. Eine automatische Umrechnung gibt es nicht. Passt man einen Betrag an, muss man die anderen Währungen selbst nachziehen (SAP-Hilfe, Preise anlegen).

Die vier Preistypen

Das Datenwörterbuch nennt das Feld PREISTYP englisch „price category“, die deutsche SAP-Hilfe spricht vom Preistyp. Gemeint ist dasselbe Feld mit vier festen Werten. SAP Learning betont: Die Kategorien sind von SAP vorgegeben und nicht änderbar. Sie steuern intern die Datenverarbeitung (SAP Learning, Identifying Billing Master Data).

Preistyp Wofür, laut SAP
Mengenabhängiger Preis (Wert 1, Operandenkategorie QPRICE) Mengen und Verbrauchswerte
Pauschale (Wert 2, LPRICE) feste Beträge je Zeiteinheit, etwa Verbrauchs- oder Pauschalbeträge
Verrechnungspreis (Wert 3, SPRICE) Nutzung eines Messgeräts über einen Zeitraum, etwa Zählermiete
Zeitabhängiger Preis (Wert 4, TPRICE) Leistungs- und Anschlusswerte

Die Zuordnung der Wertenummern zu den Namen steht im Datenwörterbuch (SAP Datasheet PREISTYP). Das gibt eine Faustregel für die Praxis, die man nicht auswendig lernen muss: Ein Arbeitspreis ist ein mengenabhängiger Preis. Ein Leistungspreis bewertet einen Leistungswert und ist deshalb zeitabhängig. Ein Grundpreis ist je nach Modellierung eine Pauschale oder ein zeitabhängiger Preis; die Quellen schreiben die Zuordnung nicht vor. Eine Zählermiete gehört zu den Verrechnungspreisen.

Für Verrechnungspreise sind laut SAP Learning Preisklassen und Preisstufen nötig. Den Standardwert für die Bestimmung des Verrechnungspreises hinterlegt man in der Gerätekategorie (der Objekt-Explorer führt die Preisklasse am Gerätetyp). Auch ein Mietpreis lässt sich als Pauschale ohne dynamische Ermittlung hinterlegen.

Block- und Staffelpreise

Neben dem normalen Einzelpreis gibt es zwei Arten von mengengestaffelten Preisen. Die Art steht im Feld PREISART: Standardpreis (0), Blockpreis (1) und Staffelpreis (2). Die deutsche SAP-Hilfe spricht von Zonen- und Staffelpreisen. Ein Zonenpreis teilt die Menge in Zonen auf, wie das Beispiel der manuellen Abrechnung zeigt, und entspricht damit dem Blockpreis der englischen Quellen. Die Grenzen werden in der Preishistorie gepflegt (SAP Datasheet E_PREISART). Für Mietpreise sind weder Block- noch Staffelpreise zulässig. Der Unterschied ist die Rechenregel:

  • Blockpreis: Die Menge wird je Intervall mit dem Preis des jeweiligen Blocks bewertet. Der erste Block kostet 0,40 €/kWh, alles darüber 0,30 €/kWh.
  • Staffelpreis: Die gesamte Menge wird mit dem Preis bewertet, der zur Gesamtmenge passt. Überschreitet die Menge die Grenze, gilt der Preis der nächsten Stufe für die ganze Menge.

SAP Learning folgert daraus: Bei Staffelpreisen kann höherer Verbrauch billiger sein als niedriger. Im Abrechnungsbeleg entstehen laut SAP Learning mehrere Zeilen bei einem Blockpreis (im Kursbeispiel vier) und eine Zeile bei einem Staffelpreis. Im Beleg steht dann die Zonennummer (ZONENNR in DBERCHZ3) mit Beginn und Ende der Zone (VONZONE, BISZONE).

Rechenbeispiel

Vereinfachtes Beispiel mit frei gewählten Preisen, netto. Zwei Zonen: bis 1.000 kWh 0,40 €/kWh, darüber 0,30 €/kWh. Verbrauch 2.500 kWh.

  • Blockpreis: 1.000 kWh × 0,40 € = 400,00 € und 1.500 kWh × 0,30 € = 450,00 €. Summe 850,00 €, zwei Zeilen.
  • Staffelpreis: 2.500 kWh liegen in der oberen Stufe. 2.500 kWh × 0,30 € = 750,00 €, eine Zeile.
  • Sprung der Staffel: 999 kWh kosten 999 × 0,40 € = 399,60 €. 1.001 kWh kosten 1.001 × 0,30 € = 300,30 €. Der höhere Verbrauch ist 99,30 € billiger.
Block gegen Staffel bei gleicher Preisliste. Bis zur Grenze verlaufen beide gleich. Der Blockpreis steigt danach flacher weiter. Der Staffelpreis springt an der Grenze nach unten, weil die ganze Menge den niedrigeren Preis bekommt.Beispiel mit frei gewählten Preisen, netto. Rechenregel nach SAP Learning.

Anpassung der Blöcke an die Periode

Blöcke und Staffeln gelten für einen Zeitraum, der in der Zeitbasis des Preises steht (zum Beispiel 365 Tage). Weicht die tatsächliche Abrechnungsperiode davon ab, kann das System die Grenzen anpassen. Dazu dient das Kennzeichen „Preisblöcke anpassen“ im Preiskopf. Es gilt nur für Block-, nicht für Staffelpreise. Das Datenwörterbuch nennt vier Steuerungen: keine Anpassung, Anpassung bei gleichem Preisschlüssel (Perioden mit demselben Schlüssel werden gemeinsam betrachtet), Anpassung bei gleichem Preisschlüssel und gleichem Betrag sowie Anpassung je Zeitscheibe. Für einen Saisonwechsel gibt es keine eigene Steuerung; man bildet ihn über verschiedene Preisschlüssel ab. SAP rechnet ein Beispiel: Zeitbasis 365 Tage, Blöcke 0 bis 730 (Preis 6), 730 bis 1.460 (Preis 4) und ab 1.460 (Preis 2). Ist die tatsächliche Periode nur 270 Tage lang und die Gewichtung linear, werden die Grenzen mit 270/365 skaliert: 0 bis 540, 540 bis 1.080 und ab 1.080 (SAP Datasheet PRCZONAJ).

Angefangene Einheiten

Ein weiteres Kennzeichen im Preiskopf bewertet angefangene Mengeneinheiten mit dem vollen Preis. Das Datenwörterbuch rechnet ein Beispiel: Eine Leistung von 17 kW wird mit 10 Geldeinheiten je 5 kW bewertet. Mit dem Kennzeichen sind 17/5 gleich 3 volle Einheiten plus eine angefangene, also 4 Einheiten und 40 Geldeinheiten. Ohne das Kennzeichen gilt 17/5 × 10 = 34 (SAP Datasheet NEXTINT).

Preispflege und Historie

Die SAP-Hilfe beschreibt die Pflege in EA89 (Preis anlegen) und EA90 (Preis ändern). Folgende Punkte sind für den Alltag wichtig (SAP-Hilfe, Preise anlegen):

  • Der Preisschlüssel entsteht über ein Nummernkreisobjekt (ISU_EPREI).
  • Abrechnungsklasse und Sparte legen den Verwendungsbereich fest.
  • In der Historie trägt man „Gültig ab“ ein. „Gültig bis“ passt das System automatisch an, wenn man kein Datum angibt. Bei Pauschal- und Verrechnungspreisen setzt das System die Mengenbasis auf 1.
  • Beim Übernehmen prüft das System, dass die Zeitintervalle vom ältesten Ab-Datum bis zum jüngsten Bis-Datum lückenlos sind. Bei Zonenpreisen prüft es die Konsistenz der Mengenzonen.
  • Die Änderung eines Preises ergänzt eine neue Zeitscheibe und beendet die Zeitscheibe des alten Preises. SAP Learning zeigt dies in einer Übung an einem Preis, der von 0,24 auf 0,28 steigt.
  • Externe Preise: Ist das Feld „Externer Preis“ gesetzt, interpretiert die Abrechnung nur die Kopfdaten. Die Historie verwaltet man dann über die Erweiterung EBIS0001.
  • Individuelle Preise: Für Sonderkunden lassen sich im CRM Preise vereinbaren. Wird ein solcher Preis repliziert, übernimmt das System die Anlage des Kunden in die Preisdaten. Der Preis lässt sich nur in den individuellen Fakten dieses Kunden verwenden.
  • Bruttopreise: Wer Bruttopreise nutzt, legt alle Komponenten (etwa Ökosteuer, Konzessionsabgabe und Nettopreis) als eigene Preise an. Im Schema steht in der Bruttogruppe, welche gemeinsam verarbeitet werden.
  • Rundung: Rundungsparameter sind laut SAP Learning nur nötig bei Preisrabatten oder der Preisgleitklausel.
  • Berechtigung: Über eine Berechtigungsgruppe lässt sich die Verwendung einzelner Preise einschränken.

Preisgleitklausel

Die Preisgleitklausel steuert einen Preisanpassungsfaktor. Der Basispreis wird mit ihm multipliziert, daraus ergibt sich der aktuelle Preis (SAP-Hilfe, Tarifgestaltung). Man trägt sie im Preis ein, für mengen- und zeitabhängige Preise und für Pauschalen. Ändert sich die Klausel, ändern sich alle Preise mit derselben Klausel indirekt. SAP nennt als Zweck die indexabhängige Abrechnung, etwa mit einer Formel aus Ölpreis und Lohnkosten; gespeichert wird nur das Ergebnis der Formel. Die Klausel hat additive und multiplikative Bestandteile. Im Abrechnungsbeleg zeigt DBERCHZ3 den Basispreis (URPREIS), den Faktor (PREIFAKT), den Aufschlag (PREIADD) und die Klausel (PREIGKL).

Preiswechsel mitten in der Periode

Die Abrechnung läuft in festen Schritten. Nach der Datensammlung folgt die Proportionalisierung: Haben sich Abgaben, Preise oder Steuern in der Periode geändert, wird der abrechnungsrelevante Wert, zum Beispiel der Verbrauch, zum Änderungsdatum aufgeteilt. Danach bewertet die Mengenbewertung jeden Teil mit den Preisen seiner Zeit (SAP Learning, Understanding Billing Processes). Die Teile heißen Zeitscheiben. In der manuellen Abrechnung gilt dasselbe: Ändert sich ein Preis oder eine Preisgleitklausel im gewählten Zeitraum, wird die Belegzeile zum Änderungsdatum abgegrenzt, und die verbrauchte Menge wird anteilsmäßig aufgeteilt (SAP-Hilfe, Manuelle Abrechnung). Jede Zeitscheibe wird eine eigene Zeile mit eigenem Von- und Bis-Datum im Abrechnungsbeleg.

Zwei Stellschrauben

Zwei Einstellungen entscheiden über das Ergebnis:

  1. Zeitraumsteuerung des Tarifschritts. Sie legt fest, wie die Länge eines Zeitanteils gerechnet wird: tagesgenau, in exakten Monaten mit Stichtag oder in exakten Monaten mit Intervallen (Abrechnungsschema und Variantenprogramme). Sie wird für Schritte angegeben, die zeitabhängig rechnen, etwa für den Grundpreis.
  2. Gewichtung der Menge. Liegt am Stichtag kein Zählerstand vor, muss das System den Verbrauch auf die beiden Zeitscheiben verteilen. SAP Learning nennt die Verfahren: lineare Gewichtung, Gewichtung nach Einspeisemenge, Gewichtung nach Gradtagen, allgemeine Gewichtung mit frei definierten Zeiträumen und Gewichtswerten, und eine kundenindividuelle Ermittlung. Das Verfahren hängt über den Gewichtungsschlüssel (GEWKEY) am Operanden. Die Einspeisemenge je Periode dient bei zeitlicher Verteilung des Verbrauchs. Gradtage definiert man für Temperaturzonen mit ähnlichen Lufttemperaturen. Ein fester linearer Anteil, absolut oder in Prozent, kann bei der Geräteinstallation festgelegt werden. Woher die Menge stammt, wenn kein Zählerstand am Stichtag existiert, erklärt Abrechnungsmenge.

Beispiel: Preiswechsel zum 1. April im Kalenderjahr

Vereinfachtes Beispiel mit frei gewählten Zahlen, netto. Ein Haushalt wird für das Jahr 2026 abgerechnet (01.01. bis 31.12., 365 Tage). Zum 01.04.2026 ändern sich die Preise:

Preis bis 31.03.2026 ab 01.04.2026
Arbeitspreis 0,31 €/kWh 0,34 €/kWh
Grundpreis (zeitabhängig, je Jahr) 108,00 € 120,00 €

Die Zeitscheiben haben 90 Tage (Januar bis März) und 275 Tage. Der Verbrauch im Jahr beträgt 3.650 kWh. Die Preise stehen als zwei Zeitscheiben im Preisstamm, der Tarif bleibt unverändert.

Dieselben 3.650 Kilowattstunden, zwei Gewichtungen. Je mehr Verbrauch vor dem Stichtag liegt, desto mehr Menge wird mit dem alten, niedrigeren Preis bewertet.Beispiel mit frei gewählten Zahlen, netto. Die Monatsgewichte sind erfunden.

Variante A: lineare Gewichtung, tagesgenau. Die Menge folgt den Tagen.

  • 01.01. bis 31.03.: 3.650 kWh × 90/365 = 900 kWh. 900 kWh × 0,31 € = 279,00 €.
  • 01.04. bis 31.12.: 3.650 kWh × 275/365 = 2.750 kWh. 2.750 kWh × 0,34 € = 935,00 €.
  • Arbeitspreis zusammen: 1.214,00 €.
  • Grundpreis: 108,00 € × 90/365 = 26,63 €. 120,00 € × 275/365 = 90,41 €. Zusammen 117,04 €.
  • Summe netto: 1.331,04 €.

Variante B: allgemeine Gewichtung mit Monatsgewichten. Das Unternehmen hat eine Gewichtung hinterlegt, in der die Wintermonate mehr Verbrauch tragen. Die Gewichte sind hier erfunden: Januar 11, Februar 10, März 9, April 8, Mai 8, Juni 7, Juli 7, August 7, September 7, Oktober 8, November 9, Dezember 9, zusammen 100. Das erste Quartal trägt 30 Prozent.

  • 01.01. bis 31.03.: 3.650 kWh × 30 % = 1.095 kWh. 1.095 kWh × 0,31 € = 339,45 €.
  • 01.04. bis 31.12.: 3.650 − 1.095 = 2.555 kWh. 2.555 kWh × 0,34 € = 868,70 €.
  • Arbeitspreis zusammen: 1.208,15 €. Das sind 5,85 € weniger als in Variante A, weil mehr Verbrauch zum alten, niedrigeren Preis fällt.
  • Der Grundpreis hängt an der Zeit, nicht an der Menge: unverändert 117,04 €.
  • Summe netto: 1.325,19 €.

Variante C: Grundpreis in Monaten. Rechnet die Zeitraumsteuerung des Grundpreisschritts in exakten Monaten, ist der Zeitanteil 3/12 und 9/12 statt 90/365 und 275/365: 108,00 € × 3/12 = 27,00 € und 120,00 € × 9/12 = 90,00 €, zusammen 117,00 € statt 117,04 €. Der Unterschied beträgt vier Cent. Er wächst mit der Preisdifferenz und der Zahl der Verträge.

Dieselben Stammdaten ergeben je nach Einstellung drei verschiedene Beträge. Keine der drei Varianten ist falsch. Welche gilt, steht in der Zeitraumsteuerung des Tarifschritts und im Gewichtungsschlüssel des Operanden. Ob sie zum Vertrag passt, entscheidet das Unternehmen, nicht das System. Im Beleg zeigen sich beide Zeitscheiben als getrennte Zeilen mit Von-Bis-Datum, Zeitanteil als Bruch (TCNUMTOR, TCDENOMTOR in DBERCHZ1) und dem Grund der Abgrenzung (ABGGRND1).

Im System prüfen

  1. Preis ansehen. Die Historie zeigt die Zeitscheiben in der gewählten Währung (SAP-Hilfe, Preise anzeigen/ändern). Beginnt die neue Zeitscheibe am Stichtag, endet die alte am Tag davor?
  2. Probelauf. Die Einzelsimulation (EASISI) oder die Test-Abrechnung (EA00) rechnet die Periode über den Stichtag.
  3. Beleg ansehen. EA22 zeigt beide Teile. Die Tabelle DBERCHZ3 trägt je Zeile Preisschlüssel, Preisbetrag, Mengenbasis und bei Zonen die Zonennummer.
  4. Anlagefakten. Ein Preis aus den Anlagefakten übersteuert den Tarif (Operanden und Anlagefakten).

Fehlerbilder

  • Lücke oder Überlappung zwischen Zeitscheiben. Das System prüft beim Pflegen auf Lückenlosigkeit. Welche Meldung bei Überlappungen kommt, belegt keine der Quellen.
  • Preis in der falschen Kategorie. Ein Mengenpreis versorgt nur Operanden der Kategorie QPRICE, eine Pauschale nur LPRICE.
  • Staffel statt Block gewählt. Bei gleicher Preisliste führt die Staffel zu anderen Beträgen und einer einzigen Zeile. Das fällt oft erst im Beleg auf.
  • Blockgrenzen passen nicht zur Periode. Ohne Blockanpassung gelten die Grenzen der Zeitbasis auch für eine kürzere Periode.
  • Währung nicht gepflegt. Laut SAP Learning müssen alle Preise in allen genutzten Währungen gepflegt sein. Die Transaktionswährung des Vertragskontos entscheidet, welche Historie gilt.
  • Preisgleitklausel unterschätzt. Eine Änderung der Klausel wirkt indirekt auf alle Preise mit derselben Klausel. Vor der Änderung prüfen, welche Preise sie nutzen.
  • Rückwirkende Änderung. Liegt ein Beleg vor dem Stichtag vor, entscheidet Storno und Korrektur, nicht die Preispflege.

Typische Missverständnisse

„Ein Preis ist ein Betrag.“ Er ist ein Schlüssel mit Kopf und Historie. Der Betrag gilt je Zeitraum, Währung und Zone.

„Staffel und Block sind dasselbe.“ Der Block bewertet je Intervall, die Staffel die gesamte Menge mit dem passenden Preis.

„Der neue Preis gilt für die ganze Periode.“ Er gilt ab seiner Zeitscheibe. Die Menge wird am Stichtag geteilt.

„Die Menge wird immer nach Tagen geteilt.“ Das ist die lineare Gewichtung. Die Gewichtung kann auch Gradtage, Einspeisemengen oder freie Werte nutzen.

Grenzen

Nicht belegt sind die Systemmeldungen bei Lücken und Überlappungen von Preiszeitscheiben, das Standardverfahren der Gewichtung in einem frischen System, die Zuordnung der Zeitraumsteuerungsschlüssel zu den drei Verfahren und die Customizing-Pfade des eigenen Releases. Die Beispiele zu Block- und Staffelpreis, Preiswechsel und Gewichtung nutzen frei gewählte Zahlen; die Monatsgewichte sind erfunden. Das Blockanpassungs- und das Angefangene-Einheiten-Beispiel stammen aus dem SAP-Datenwörterbuch, dort in anderer Währung. Das Datenwörterbuch trägt für diese Datenelemente den Stand 2005; für S/4HANA Utilities sind die Feldnamen hier nicht geprüft.

Primärquellen zum Nachlesen

  1. SAP Help Portal – Preise (SAP ERP 6.0 EHP8, Versorgungsindustrie)help.sap.com
  2. SAP Help Portal – Preise anlegen (SAP ERP 6.0 EHP8, Versorgungsindustrie)help.sap.com
  3. SAP Help Portal – Tarifgestaltung (SAP ERP 6.0 EHP8, Versorgungsindustrie)help.sap.com
  4. SAP Help Portal – Manuelle Abrechnung (SAP ERP 6.0 EHP8)help.sap.com
  5. SAP Learning – Identifying Billing Master Data in SAP Utilitieslearning.sap.com
  6. SAP Learning – Understanding Billing Processes and Master Data in SAP Utilitieslearning.sap.com
  7. SAP Datasheet – Data Element PREISTYP (Price category)sapdatasheet.org
  8. SAP Datasheet – Data Element E_PREISART (Price type)sapdatasheet.org
  9. SAP Datasheet – Data Element NEXTINT (Valuate quantity portions already started using full price)sapdatasheet.org
  10. SAP Datasheet – Data Element PRCZONAJ (Type of Price Block Adjustment)sapdatasheet.org
  11. SAP Datasheet – Table EPREI (Master Pricing Table for All Prices)sapdatasheet.org
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