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SAP Utilities & Betrieb

GPKE-Lieferantenwechsel im SAP IS-U

Wie ein Lieferantenwechsel im System liegt: Prozessdokument und Wechselbeleg, was beim Eingang einer Anmeldung 55001 passiert, wie Termine Antworten überwachen und was davon ECC-IDEX und was S/4HANA-Marktkommunikation ist.

Auf dieser Seite10 Abschnitte

Kurzantwort

Den Marktprozess des Lieferantenwechsels beschreibt Lieferantenwechsel in 24 Stunden: UTILMD-Anmeldung 55001, Antwort 55002 oder 55003, Wechsel werktäglich nach den Prozessdokumenten seit 06.06.2025 (die gesetzliche Pflicht nach § 20a Abs. 2 Satz 4 EnWG gilt ab 01.01.2026). Dieser Artikel zeigt, wie der Prozess in SAP IS-U liegt; was Einzug, Auszug und Wechsel jeweils an Verträgen und Zuordnungen anlegen und beenden, vergleicht Einzug, Auszug und Lieferantenwechsel in SAP IS-U. Jede Anmeldung legt ein Prozessdokument an, das Termine für erwartete Antworten setzt. Erst die Bestätigung ändert die Zuordnung am Zählpunkt. Anmeldung und Abmeldung sind getrennte Vorgänge. Fehlt eine Antwort oder scheitert eine Prüfung, entsteht ein Klärfall.

Zwei Sichten, zwei Rollen

Ein Wechsel besteht aus zwei Sichten auf dasselbe Ereignis. Der neue Lieferant sendet die Anmeldung und wartet. Der Netzbetreiber empfängt sie, prüft, entscheidet und meldet den alten Lieferanten ab. Im System sind das zwei Prozessdokumente auf Netzbetreiberseite: Anmeldung und Abmeldung, mit eigenen Terminen und eigenem Status. SAP, Lieferbeginn und Abmeldeprozess

Was beim Eingang einer Anmeldung passiert

Ablauf im Netzbetreiber-System nach dem SAP-Leitfaden (SAP-Geschäftsnachrichtenschlüssel, GNS, in Klammern; sinngemäß entspricht ES101 der Anmeldung 55001, ES103 der Bestätigung 55002, ES102 der Ablehnung 55003, ohne dass SAP die Prüfidentifikatoren in dieser Beschreibung nennt):

  1. Die Anmeldung (ES101) trifft ein. Das System legt ein Prozessdokument an und prüft Stamm- und Geschäftsdaten über das Prüf-Framework.
  2. Schlägt die Eingangsvalidierung fehl, geht eine Ablehnung (ES102) an den neuen Lieferanten.
  3. Das System prüft, ob am Lieferbeginndatum ein Lieferant am Zählpunkt angemeldet ist. Ist einer angemeldet, sendet es eine Information (ES200) an den neuen Lieferanten und startet den Abmeldeprozess. Ist keiner angemeldet, sendet es die Bestätigung (ES103).
  4. Liegen künftige Lieferanten mit späterem Lieferbeginn vor, erhalten sie eine Information (ES500).
  5. Bei einem RLM-Kunden mit unterjährigem Wechsel geht eine MSCONS mit der Arbeit und bis zu zwei Monatsleistungsmaxima an den neuen Lieferanten.

Der Marktprozess hinter Schritt 1 bis 3 mit Fristen und Prüfidentifikatoren steht im Ablaufatlas: Der Netzbetreiber informiert den neuen Lieferanten über eine bestehende Zuordnung, fragt den alten Lieferanten an (55011 und 55012 als Antworten bis 09:00 Uhr des ersten Werktags nach Anmeldung) und entscheidet über 55002 oder 55003 bis 11:00 Uhr. GPKE Teil 2, Lieferbeginn

Abmeldung: Schweigen gilt als Bestätigung

Für den alten Lieferanten legt das System ein eigenes Prozessdokument an und sendet die Abmeldeanfrage (ES301). Bestätigt der Lieferant (ES303), wird die Zuordnung aufgehoben, das Lieferende per Information (ES400) bestätigt und der Status auf Abgeschlossen gesetzt. Lehnt er ab (ES302), bleibt er angemeldet und der Status wird Abgelehnt. Antwortet er bis zum Termin nicht, behandelt SAP die Anfrage als bestätigt. Das ist die Systemlogik laut Leitfaden; für den Marktprozess gelten die Fristen der GPKE. Beide Dokumente laufen unabhängig. Im Monitoring sieht man bei einem Dokument „abgeschlossen“ und übersieht, dass das andere offen ist.

Termine und Fristenüberwachung

Sendet das System eine Anmeldung, legt es Termine für die erwarteten Antworten (ES200, ES103 oder ES102, CA100, CC100) an. Ein Termin ist das spätestmögliche Empfangsdatum. Läuft er ab, entsteht ein Klärungsfall zu Informationszwecken, der Prozess wartet weiter. CA100 ist die APERAK-Fehlernachricht, etwa bei unbekanntem Zählpunkt, CC100 die CONTRL bei Syntaxfehler. Beides liefert einen Klärfall beim neuen Lieferanten. SAP, Lieferbeginn, Sicht des neuen Lieferanten

Überfällige Datenaustauschaufgaben zeigt EDATEXEVENTDUE, die Aufgabenübersicht EDATEXMON01. Weil der Wechsel in 24 Stunden läuft, müssen Termin und Job zusammenpassen: Ein Termin ohne laufende Überwachung bleibt unbemerkt. Wie CONTRL und APERAK im Markt zusammenspielen: CONTRL und APERAK.

Der Wechselbeleg

Im klassischen IS-U-Datenaustausch (IDE) trägt der Wechselbeleg den Vorgang. Im Katalog: EIDESWTDOC mit Wechselbelegnummer, Zählpunkt, Wechselart, Wechselsicht, bisherigem und neuem Versorger, Netzbetreiber, geplantem und tatsächlichem Datum sowie Status. Die Schritte stehen in EIDESWTDOCSTEP, die Dienstleister in ESERVPROV. Die Wechselsicht hält fest, aus welcher Sicht der Beleg entstanden ist. ESWTMON01 überwacht die Belege.

Was ist ECC-IDEX, was S/4HANA?

  • Wechselbeleg, EIDESWTDOC, ESWTMON01 (Projektkatalog): klassisches IS-U IDE.
  • Datenaustauschaufgaben, EDATEXMON01 (Projektkatalog, SAP-Leitfaden): IDE und IDEX.
  • Prozessdokument, ES-Schlüssel, BPEM-Klärfälle (SAP-Leitfaden IDEX-GE 2026.08): IDEX-GE auf Common Layer.
  • Business Status der Marktnachrichten (SAP-Hilfe Market Communication for Utilities): S/4HANA-Marktkommunikation.

Der Leitfaden IDEX-GE nutzt Prozessdokument und Wechselbeleg im selben Dokument. Wo in einem Projekt die Grenze verläuft, hängt von Release und Aktivierung ab. Das ist hier nicht abschließend belegt. Wie SAP die Marktkommunikation unter S/4HANA mit APE und MaCo Cloud aufteilt, zeigt Marktkommunikation unter S/4HANA.

Fehler und Klärfälle

Häufig fehlt die Serviceanbietervereinbarung. Das führt zu Ablehnung oder Workitem. Weitere Auslöser sind unbekannter Zählpunkt, doppelte Anfrage oder fehlender Geschäftspartner. SAP, Geschäftsdatenanfrage Klärfälle bearbeitet die Sachbearbeitung laut SAP im Business Process Exception Management (BPEM), Weiteres in Prozessmonitoring und Klärfälle. Den APERAK-Versand liefert SAP nicht fertig: Für den Eingang gibt es das BAdI /IDEXGE/APERAK_IN, für den Ausgang ist eine eigene Implementierung von /IDEXGE/APERAK_OUT nötig. Ohne sie erfährt der Absender nichts von Verarbeitungsfehlern. Die Prüfcodes der Ablehnungen: Ablehnungen im Lieferantenwechsel.

Typische Missverständnisse

„Die Bestätigung ist nur Information.“ ES103 löst die Zuordnung am Zählpunkt aus. Ob zusätzlich ein neuer Vertrag entsteht oder ein bestehender fortgeschrieben wird, hängt vom Projekt ab und gehört in die Testfälle.

„Eine Nachricht ist ein Prozess.“ Anmeldung und Abmeldung sind getrennte Prozessdokumente.

„Ohne Antwort ist der Vorgang abgebrochen.“ Auf der Abmeldeseite gilt Schweigen in SAP als Bestätigung.

Offen

Zuordnung der ES-Schlüssel zu Prüfidentifikatoren je Release, Customizing-Pfade der Datenaustauschprozesse, Verhalten von Vertrag, Anlage und Vertragskonto nach der Bestätigung, Stand bei S/4HANA-Marktkommunikation. Transaktionen aus dem Leitfaden wie /IDXGL/UTILPDOCCRT02 stehen nicht im Projektkatalog und sind nur durch die SAP-Hilfe belegt.

Primärquellen zum Nachlesen

  1. Bundesnetzagentur – GPKE Teil 2, Fokus Zuordnungsprozesse, Lesefassung zum Beschluss BK6-24-174bundesnetzagentur.de
  2. Bundesnetzagentur – Festlegung für einen beschleunigten werktäglichen Lieferantenwechsel in 24 Stunden (LFW24)bundesnetzagentur.de
  3. SAP – Intercompany Data Exchange for German Electric Utilities, Benutzerleitfaden 2026.08help.sap.com
  4. SAP – Market Communication for Utilities, Business Status of Market Messageshelp.sap.com
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