AnmeldenLernweg starten

SAP Utilities & Betrieb

Prozessmonitoring und Klärfälle

Wie Marktprozesse in SAP IS-U überwacht werden: welcher Monitor welche Frage beantwortet, wann aus einer Nachricht ein Klärfall wird, welche Felder ein Klärfall trägt und wie die Bearbeitung organisiert wird.

Auf dieser Seite9 Abschnitte

Kurzantwort

Prozessmonitoring beobachtet Vorgänge, nicht Nachrichten. Es zeigt, welche Marktprozesse offen sind, welche Termine laufen und welche Antwort fehlt. Ein Klärfall entsteht, wenn ein Vorgang nicht automatisch weiterläuft: Stammdaten fehlen, eine Prüfung schlägt fehl, ein Termin verstreicht oder ein Sachbearbeiter lehnt manuell ab. Das ist Normalbetrieb der Marktkommunikation und kein Zeichen schwacher Technik. Welcher Monitor welche Frage beantwortet, zeigt die Zeichnung in IDoc und Schnittstellenmonitoring; dieser Artikel behandelt Station 5, den Klärfall.

Welche Frage, welcher Monitor

Frage Werkzeug (Katalog)
Ist die IDoc-Verarbeitung gescheitert? WE02, BD87
Ist eine Aufgabe überfällig? EDATEXEVENTDUE
Wo steht der Wechselbeleg? ESWTMON01
Welche Klärfälle sind offen? EMMACL
Wie entstehen Fälle aus Laufprotokollen? EMMA
Fehlgeschlagene IDocs als Klärfall führen EMMAIDOCLOG

Eine eigene Statusspalte „Transport bis Geschäftsergebnis“ gibt es nicht; man liest sie über mehrere Monitore. Die Quittungsebenen dahinter: CONTRL (in Strom nur bei Syntaxfehler), APERAK (Verarbeitbarkeit), danach die Geschäftsantwort wie 55002 oder 55003. CONTRL und APERAK

Wann ein Klärfall entsteht

Laut SAP-Leitfaden IDEX-GE entstehen Klärfälle aus Systemprüfungen während der einzelnen Prozessschritte, aus APERAK- und CONTRL-Fehlern, aus verstrichenen Antwortterminen und aus manuellen Ablehnungen. Ein verstrichener Antworttermin legt einen Klärungsfall zu Informationszwecken an, der Prozess wartet trotzdem weiter. Ein CA100 (APERAK-Fehlernachricht, etwa unbekannter Zählpunkt) oder CC100 (CONTRL bei Syntaxfehler) legt dagegen einen Fall an, den der Sachbearbeiter des neuen Lieferanten manuell bearbeiten muss. SAP, Lieferbeginn Bearbeitet werden die Fälle laut SAP im Business Process Exception Management (BPEM).

Was ein Klärfall im System trägt

Der Katalog beschreibt die Tabelle EMMA_CASE als Klärfall mit diesen Feldern: Klärfallnummer (CASENR), Fallart (CTYPE), Kategorie (CCAT), Priorität (PRIO), Bearbeitungsstatus (STATUS), betroffenes Objekt (MAINOBJTYPE, MAINOBJKEY), aktueller und vorheriger Bearbeiter (CURRPROC, PREVPROC), Fälligkeit (DUE_DATE, DUE_TIME), Weiterleitungsmethode (FWM) und Weiterleitungsgrund (REACODE). Fallarten, Kategorien und Weiterleitungsmethoden stehen im Customizing (Tabellen EMMAC_CTYPE, EMMAC_FWM, EMMAC_CCAT_HDR).

Daraus ergibt sich, was ein Klärfall braucht, damit er nicht liegen bleibt: ein Objekt, einen Bearbeiter, eine Priorität und eine Fälligkeit. Kennzahlen wie offene Fälle nach Alter oder Verteilung nach Kategorie lassen sich aus diesen Feldern ableiten. Ungeprüft: ob BPEM-Fälle der Marktkommunikation im konkreten System in EMMA_CASE liegen, denn der Katalog beschreibt EMMA_CASE als Fall aus einem Massenlauf, die SAP-Hilfe spricht von BPEM. Das klärt man am System.

Beispiel: Lieferbeginn ohne Bestätigung

Ein Lieferant hat einen Lieferbeginn zum 1. Oktober angemeldet (Prüfidentifikator 55001, erfundene Werte). Laut GPKE Teil 2 muss der Netzbetreiber bis 11:00 Uhr des ersten Werktags nach der Anmeldung mit 55002 oder 55003 antworten. Die Antwort fehlt. Im System des Lieferanten ist der Antworttermin verstrichen: Es entsteht ein Klärungsfall zu Informationszwecken, und EDATEXEVENTDUE zeigt die Aufgabe als überfällig. Der Sachbearbeiter fragt beim Netzbetreiber nach. Lautet die Antwort, die Marktlokation sei nicht gefunden worden, korrigiert er die MaLo-ID und sendet neu. Der Fall zeigt: Das Monitoring liefert den Zustand, die Ursache klärt der Austausch mit dem Marktpartner. Fehlercodes dazu: Fehlercodes analysieren.

Fristen

Fristen folgen dem Werktagsraster der GPKE mit Uhrzeiten (Lieferantenwechsel in 24 Stunden nach den Prozessdokumenten seit 06.06.2025, gesetzlich ab 01.01.2026). Ein Fristenkalender nur in Kalendertagen rechnet falsch. SAP setzt die Termine je Prozessschritt; Wiedervorlage und Listen liegen im Artikel Worklists und Wiedervorlagen.

Steuerung

Sinnvoll sind: eine Zuständigkeit je Fallart, eine Altersgrenze für die Eskalation, ein täglicher Überblick nach Alter und Priorität, und die Auswertung wiederkehrender Ursachen (zum Beispiel immer dieselbe MaLo oder ein fehlendes Mapping-Feld). Das ist Betriebsempfehlung dieses Atlas, keine SAP-Vorgabe.

Typische Missverständnisse

„Monitoring heißt Nachrichtenlogs ansehen.“ Der Vorgang zählt, nicht die Datei.

„Eine positive CONTRL beendet den Vorgang.“ Sie quittiert höchstens die Syntax. Der Vorgang läuft bis zur Geschäftsantwort.

„Klärfälle sind immer eigene Fehler.“ Sie entstehen auch durch Nachrichten von Marktpartnern und ausbleibende Antworten.

Offen

BPEM im Verhältnis zu EMMA_CASE, Ausprägungen der Fallarten und Kategorien je System. Release- und Betriebsthemen: Release-Management für die Marktkommunikation.

Primärquellen zum Nachlesen

  1. SAP – Intercompany Data Exchange for German Electric Utilities, Benutzerleitfaden 2026.08 (Klärungsfälle, Termine, Datenaustauschaufgaben überwachen)help.sap.com
  2. Bundesnetzagentur – GPKE Teil 2, Lesefassung zur Festlegung BK6-24-174bundesnetzagentur.de
Mein Lernen

Quiz zum Artikel

Teste dein Wissen

5 Fragen zu diesem Artikel, mit Erklärung und Link zurück zur Stelle.

Quiz zum Artikel 5 Fragen

War dieser Artikel hilfreich?