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Messwesen & Smart Metering

Zählpunktbezeichnung: von der Marktkennung zur Messlokations-ID

Wie die 33-stellige Zählpunktbezeichnung bis 2018 die Entnahmestelle und seitdem die Messlokation identifiziert, wo sie in UTILMD und im Smart-Meter-Gateway noch steht, wie sie sich von der MaLo-ID unterscheidet und wie ein System sie prüft.

Auf dieser Seite8 Abschnitte

Kurzantwort

Die Zählpunktbezeichnung (ZPB) ist die 33-stellige Kennung, die der Metering Code für Zählpunkte vorgibt. Bis Ende Januar 2018 identifizierte sie im Markt, was man „Zählpunkt“ nannte: Entnahme- oder Einspeisestelle, Messstelle und Marktgegenstand in einem. Seit dem 1. Februar 2018 trägt diese Aufgabe für die Marktlokation die elfstellige MaLo-ID. Die Zählpunktbezeichnung blieb als Kennung der Messlokation. Sie steht in der Nachricht, wo „Messlokations-ID“ verlangt wird, und in einigen weiteren Feldern. Der Aufbau der 33 Stellen steht in Die Messlokation und wird hier nicht wiederholt.

Vom Zählpunkt zur Messlokation

Aus einem Objekt wurden zwei. Die Zählpunktbezeichnung blieb bei der Messlokation, die Marktlokation bekam die neue MaLo-ID.Nach dem BDEW-Foliensatz „Marktlokation und Messlokation“, Version 1.4, Folie 7.

Der BDEW-Foliensatz zeigt den Wandel auf einer Folie: Entnahmestelle und Einspeisestelle wurden zur Marktlokation, die Messstelle zur Messlokation. Beim Identifikator gilt: Seit dem 1. Februar 2018 nutzt der Markt für Marktlokationen und Tranchen die MaLo-ID, die Messlokation behält „früher wie heute“ die Zählpunktbezeichnung nach dem FNN-Metering Code, im Gasbereich nach DVGW G 2000. BDEW-Foliensatz, Folie 7

Der Metering Code definiert die Zählpunktbezeichnung als „eindeutige, nicht temporäre, alphanumerische Bezeichnung, die den Zählpunkt identifiziert“. Die WiM übernimmt diese Definition wörtlich und verweist für die Bildung auf die Anwendungsregel. Die Bezeichnung kann einen realen und einen virtuellen Zählpunkt identifizieren, wie Messlokation, Zählpunkt und Zählwerk im Zusammenspiel zeigt.

Wo sie heute noch steht

Im UTILMD-Anwendungshandbuch Strom 2.2 verlangt das Segment LOC in Segmentgruppe 5 an drei Stellen das Format Zählpunktbezeichnung. Die Marktlokation hat dagegen ein eigenes Format.

  • Messlokation: LOC mit Qualifier Z17, Format Zählpunktbezeichnung.
  • MaBiS-Zählpunkt: LOC mit Qualifier Z15, Format Zählpunktbezeichnung.
  • Summenzeitreihe: RFF „ID der Summenzeitreihe“, Format Zählpunktbezeichnung.
  • Marktlokation: LOC mit Qualifier Z16, Format Marktlokations-ID.

Netzkoppelpunkte und Summenzeitreihen aus der MaBiS sind nach dem BDEW-Foliensatz weder Marktlokation noch Tranche und behielten deshalb die bisherige Kennung. Das UTILMD führt dafür den MaBiS-Zählpunkt und die Summenzeitreihe mit demselben Format. Im Smart-Meter-Gateway taucht die Bezeichnung ebenfalls auf. Die Messdatei trägt sie als metering_point_id, und die TAF-ID eines Tarifanwendungsfalls enthält sie, abweichend in Kleinbuchstaben (Metering Code, Entwurf, Kapitel 4.3.3). Welche Nachrichten dazu gehören, zeigt die AHB-Werkbank.

Zählpunktbezeichnung oder MaLo-ID

  • Gehört zu: die Zählpunktbezeichnung zur Messlokation, die MaLo-ID zur Marktlokation und zur Tranche.
  • Länge: 33 Zeichen, beginnend mit DE, gegenüber 11 Ziffern.
  • Prüfziffer: keine bei der Zählpunktbezeichnung, bei der MaLo-ID die letzte Stelle.
  • Inhalt: Die Zählpunktbezeichnung enthält Netzbetreiber, Postleitzahl und Zählpunktnummer. Die MaLo-ID sagt nichts über Netz, Ort oder Sparte.
  • Vergabe: Der Netzbetreiber bildet die Zählpunktbezeichnung selbst. Die MaLo-ID beantragt er bei der BDEW- oder DVGW-Vergabestelle.
  • Änderung: Eine Zählpunktbezeichnung ändert sich nach der Vergabe nie. Eine MaLo-ID ändert sich nie, solange das Objekt besteht.

Beide Kennungen überleben einen Netzbetreiberwechsel. Die Bezeichnung enthält die Netzbetreibernummer, ändert sich aber trotzdem nicht, auch nicht bei Netzübernahme oder neuer Postleitzahl. Die MaLo-ID ist dagegen eine Nummer ohne Bedeutung: Stelle 1 nennt nur die Vergabestelle (1 bis 3 DVGW, 4 bis 9 BDEW), Stelle 11 ist die Prüfziffer nach dem Lok-und-Waggon-Verfahren (BDEW-Anwendungshilfe, Kapitel 3).

So prüft ein System

Eine Zählpunktbezeichnung lässt sich nur auf das Format prüfen. Eine Prüfziffer gibt es nicht, ob die Bezeichnung existiert und eindeutig ist, zeigen allein die Stammdaten. Vier Testwerte zeigen die Regeln. Die gültige Bezeichnung ist das Beispiel aus dem Entwurf des Metering Codes.

  • DE00056266802AO6G56M11SN51G21M24S hat 33 Zeichen und ist gültig.
  • DE0005626680AO6G56M11SN51G21M24S hat 32 Zeichen. Eine Stelle fehlt, die Länge ist falsch.
  • DE00056266802AO6G56M11SN51G21m24S hat 33 Zeichen, aber ein Kleinbuchstabe ist nicht zulässig, erlaubt sind nur Großbuchstaben und Ziffern.
  • 20072281644 hat 11 Ziffern. Das ist keine Zählpunktbezeichnung, sondern eine MaLo-ID.

Die Prüfung umfasst die Länge von 33 Zeichen, die Länderkennung in Stelle 1 und 2, die Netzbetreibernummer in Stelle 3 bis 8 (gegen die BDEW-Codenummern prüfbar) und den Zeichensatz der Zählpunktnummer in Stelle 14 bis 33. Die TAF-ID mit Kleinbuchstaben ist kein Gegenbeispiel: Sie ist eine eigene Kennung, die die Bezeichnung nur einbettet.

Kennt der Sender die Messlokations-ID nicht oder kann der Empfänger sie nicht zuordnen, nennt er nach WiM Teil 1, Kapitel 1.6, ersatzweise die ID einer zugeordneten Marktlokation oder Adresse und Zählernummer. Dieser Fall steht im Artikel Messlokations-ID und Identifikation.

Zählpunktbezeichnung in SAP IS-U

SAP führt beide Kennungen als Zählpunktbezeichnung. Das SAP-Support-Content-Dokument formuliert es so: Die am Zählpunkt der Marktlokation verwendete Zählpunktbezeichnung fungiert als Marktlokations-ID, und beide IDs sind technisch Zählpunktbezeichnungen. Die externe Nummer steht in EUITRANS im Feld EXT_UI, mit Gültigkeitszeitraum und Strukturart (UISTRUTYP). Welche Strukturart zu welchem Zählpunkttyp gehört, steht im Customizing in EUITYPE und EUISTRUTYPE. Das Prüfprogramm einer Struktur kann deshalb 33 Zeichen für die Messlokation und 11 Ziffern mit Prüfziffer für die Marktlokation verlangen. Die Zuordnung zu den anderen SAP-Objekten zeigt die Objektlandkarte.

Typische Missverständnisse

„Die Zählpunktbezeichnung identifiziert die Marktlokation.“ Das galt bis zum 31. Januar 2018. Seitdem ist es die MaLo-ID.

„Ein Netzbetreiberwechsel ändert die Bezeichnung, weil die Netzbetreibernummer darin steht.“ Nach dem erstmaligen Vergeben darf die Bezeichnung nicht mehr verändert werden.

„Auch die Zählpunktbezeichnung hat eine Prüfziffer.“ Nur die MaLo-ID hat eine. Bei der Zählpunktbezeichnung prüft das System das Format und gleicht gegen die Stammdaten ab.

„Die Zählpunktbezeichnung steht nur bei der Messlokation.“ Sie steht auch beim MaBiS-Zählpunkt und bei der Summenzeitreihe.

Quellen und Pflegehinweis

Die Bildungsregel stammt aus dem öffentlichen Entwurf E VDE-AR-N 4400:2023-09; die geltende Fassung des Metering Codes ist hier nicht einsehbar. Die Formatzuordnung folgt dem UTILMD-Anwendungshandbuch Strom 2.2. Die Testwerte sind Beispiele und echte Lokationen sind sie nicht. Abgerufen am 4. Oktober 2026.

Primärquellen zum Nachlesen

  1. BDEW – Foliensatz „Marktlokation und Messlokation. Grundlagen und Anwendungsbeispiele“, Version 1.4 (Folien 7 bis 9, 11, 13)bdew.de
  2. VDE|FNN – E VDE-AR-N 4400:2023-09, Messwesen Strom (Metering Code), Entwurf, Kapitel 3.1.50, 4.3.3 und 5.6vde.com
  3. BDEW – Anwendungshilfe „Identifikatoren in der Marktkommunikation“, Version 1.2, Kapitel 3 (MaLo-ID)bdew.de
  4. EDI@Energy – UTILMD Anwendungshandbuch Strom 2.2 (Stand 01.04.2026, gültig ab 01.10.2026), Segmentgruppe 5 (LOC)bundesnetzagentur.de
  5. Bundesnetzagentur – WiM Teil 1, Lesefassung zu BK6-24-174, Kapitel 1.2 Zählpunktbezeichnungbundesnetzagentur.de
  6. SAP Help Portal, Support Content – 3. Implikation auf das Stammdaten-Modell im SAP for Utilitieshelp.sap.com
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