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Messwesen & Smart Metering

Objektlandkarte: Marktobjekte und ihre SAP-Gegenstücke

Welches SAP-Objekt einem Marktobjekt entspricht: Kunde, Vertrag, Marktlokation, Messlokation, Netzlokation, Zähler und Marktpartner gegen Geschäftspartner, Vertrag, Zählpunkt, Anlage und Gerät. Mit Landkarte, Tabellen und einem Beispielhaus.

Auf dieser Seite10 Abschnitte

Kurzantwort

Der Markt spricht von Kunde, Vertrag, Marktlokation, Messlokation und Netzlokation. SAP IS-U führt dafür Geschäftspartner, Vertrag, Zählpunkt, Anlage und Gerät. Nur wenige Namen decken sich. Die wichtigste Übersetzung: Eine Lokation des Marktes ist in SAP ein Zählpunkt mit eigener Anlage, und weil Marktlokation und Messlokation getrennte Objekte sind, gibt es beides doppelt. Der Kunde ist ein Geschäftspartner, der Vertrag hängt an der Anlage, das Gerät steckt in der Anlage der Marktlokation und in der der Messlokation.

Die Zuordnung folgt dem SAP-Stammdatenreferenzmodell. Für technische und steuerbare Ressourcen gibt es darin keine belegte Zuordnung, sie fehlen deshalb in der Landkarte.

Die Landkarte

Links die Objekte, mit denen die Marktpartner kommunizieren, rechts die Objekte, die SAP dafür führt. Eine Lokation ist in SAP ein Zählpunkt mit zugehöriger Anlage.Zuordnung nach dem SAP-Stammdatenreferenzmodell (Stammdatenatlas), Tabellen nach dem IS-U-Tabellenkatalog. Für technische und steuerbare Ressourcen gibt es dort keine belegte Zuordnung.

Links stehen die Objekte, auf die Marktnachrichten zeigen. Rechts stehen die Objekte, die das SAP-System dafür anlegt. Ein Pfeil heißt: Dieses SAP-Objekt bildet das Marktobjekt ab. Gestrichelt sind Objekte, die das Referenzmodell nur optional führt (Netzlokation) oder die kein Marktgegenstück haben (Adresse und Gebäude).

Die Zuordnung mit Tabellen

Marktobjekt SAP-Objekt und Tabellen
Kunde Geschäftspartner, Rolle Vertragspartner
BUT000
Vertrag Vertrag und Vertragskonto
EVER, FKKVK, FKKVKP
Marktlokation Zählpunkt Typ MaLo mit eigener Anlage
EUIHEAD, EUITRANS, EUIINSTLN, EANL
Messlokation Zählpunkt Typ MeLo mit eigener Anlage
dieselben Tabellen
Netzlokation Zählpunkt Typ NeLo, optional
EUIHEAD
Zähler, Zählwerk Gerät und Zählwerk
EQUI, EGERH, EASTL, ETDZ
Marktpartner Serviceanbieter
ESERVPROV
ohne Marktobjekt Anschlussobjekt, Verbrauchsstelle, Geräteplatz
EHAUISU, EVBS, EGERH

Angelegt werden die Objekte mit FPP1 (Vertragspartner), CAA1 (Vertragskonto), ES55 (Anschlussobjekt), ES60 (Verbrauchsstelle), ES30 (Anlage), ES20 (Vertrag) und EG31 (Gerät einbauen).

Drei Stolpersteine

Eine Lokation ist Zählpunkt plus Anlage. Nach dem Referenzmodell gibt es für die Marktlokation einen Zählpunkt mit Anlage und für die Messlokation noch einmal einen. SAP nennt das die Dopplung von Zählpunkt und Anlage. Abgerechnet wird nur an der Anlage der Marktlokation. Dort sind die Zählwerke abrechnungsrelevant, in der Anlage der Messlokation sind sie es nie. Dasselbe Gerät ist in beide Anlagen eingebaut. Eine typisierte Zählpunktbeziehung sagt, welche Messlokation Werte für welche Marktlokation liefert. Die MaLo-ID und die MeLo-ID sind in SAP technisch beide Zählpunktbezeichnungen. Den Unterschied macht die Typisierung des Zählpunkts.

Die Anlage ist kein Marktobjekt. In SAP ist die Anlage das Abrechnungsobjekt, das Geräte, Zählwerke und Pauschalwerte bündelt. Im Markt kommt das Wort „Anlage“ in anderen Bedeutungen vor, etwa als Erzeugungsanlage. Vier Bedeutungen unterscheidet Die Anlage, Erzeugung, Verbrauch und Ressource.

Der Kunde hängt vom System ab. Der Geschäftspartner an der Anlage ist im Lieferantensystem der Kunde des Lieferanten, im Netzbetreibersystem der Netznutzer. Die Marktlokation selbst kennt keinen Kunden. Das Marktobjekt ist der Ort, der Kunde ist ihm für einen Zeitraum zugeordnet.

Wie SAP die Objekte verbindet

Die Verknüpfungen tragen feste Felder. Wer Daten über Objektgrenzen sucht, folgt dieser Kette.

Verbindung Feld
Geschäftspartner zu Vertragskonto FKKVKP-GPART, FKKVKP-VKONT
Vertragskonto zu Vertrag EVER-VKONTO
Vertrag zu Anlage EVER-ANLAGE
Anlage zu Verbrauchsstelle EANL-VSTELLE
Verbrauchsstelle zu Anschlussobjekt EVBS-HAUS
Anlage zu Zählpunkt (zeitabhängig) EUIINSTLN-ANLAGE, EUIINSTLN-INT_UI
Zählpunkt zu Marktnummer EUITRANS-INT_UI, EUITRANS-EXT_UI
Anlage zu Gerät EASTL-LOGIKNR, EGERH-LOGIKNR, EGERH-EQUNR

Die Marktnummer eines Zählpunkts, bei der Marktlokation die MaLo-ID, steht als externe Zählpunktnummer in EUITRANS. Die Tabellen EUIINSTLN und EUITRANS sind zeitabhängig. Im Markt endet eine Zuordnung um 00:00 Uhr des Folgetags, in den IS-U-Tabellen steht im Feld DATETO oder BIS der letzte Gültigkeitstag.

Beispiel: Haus mit Photovoltaik

Ein Haus bezieht Strom und speist Überschuss ein. Ein Zweirichtungszähler misst beides. Die IDs sind Musterwerte aus dem UTILMD-Anwendungshandbuch (siehe MaLo, MeLo, NeLo und Ressource), keine echten Lokationen. Dahinter steht, was das Netzbetreibersystem nach dem Referenzmodell anlegt.

  • Marktlokation Bezug 20072281644: Zählpunkt 1 mit Anlage 1.
  • Marktlokation Einspeisung 20062281646: Zählpunkt 2 mit Anlage 2.
  • Messlokation DE00713739359S0000000000001222221: Zählpunkt 3 mit Anlage 3.
  • Zählpunktbeziehungen: eine von der Bezugs-Marktlokation zur Messlokation, eine von der Einspeise-Marktlokation zur Messlokation.
  • Zähler mit 1.8.0 und 2.8.0: ein Gerät, in alle drei Anlagen eingebaut. Führt der Messstellenbetreiber das Gerät, steht im Netzbetreibersystem ein Geräteinfosatz.
  • Netzlokation E1688117482: ein Zählpunkt, im Modell optional.

Zwei Marktlokationen und eine Messlokation bilden im Referenzmodell das Konstrukt „2 MaLo : 1 MeLo“. Der Stammdatenatlas zeigt es je Rolle für Messstellenbetreiber, Netzbetreiber und Lieferant.

Welches Objekt ändert sich?

Bei jedem Vorgang lohnt die Frage, welches Objekt sich wirklich ändert. Sie entscheidet, wo im System die Änderung ankommt.

  • Einzug oder Auszug. Im Markt ändert sich die Zuordnung des Kunden zur Marktlokation, in SAP der Vertrag (EVER mit Einzugs- und Auszugsdatum).
  • Lieferantenwechsel. Im Markt wechselt der Lieferant an der Marktlokation, in SAP läuft der Wechselbeleg (EIDESWTDOC).
  • Gerätewechsel. Im Markt ändert sich das Gerät in der Messlokation, in SAP der Geräteeinbau (EG30). Der Zählpunkt bleibt.
  • Wechsel des Messstellenbetreibers. Im Markt ändert sich die Zuordnung zur Messlokation, in SAP der Serviceanbieter am Zählpunkt.

Ein Gerätewechsel ändert weder Kunde noch Lieferant. Die Prozesse dazu stehen in der WiM-Übersicht und in Gerätewechsel im Messwesen.

Typische Missverständnisse

„Die SAP-Anlage ist die Marktlokation.“ Die Marktlokation entspricht dem Zählpunkt vom Typ MaLo samt seiner Anlage. Die Anlage allein ist ein Abrechnungsobjekt.

„Marktlokation und Messlokation sind in SAP ein Objekt.“ Das Referenzmodell legt sie getrennt an, mit eigenem Zählpunkt und eigener Anlage.

„Die MaLo-ID ist die Anlagennummer.“ Die Anlagennummer ist ein interner SAP-Schlüssel. Die MaLo-ID ist die externe Zählpunktnummer.

„Der Zähler gehört zur Marktlokation.“ Das Gerät steckt in der Messlokation. SAP baut es zusätzlich abrechnungstechnisch in die Anlage der Marktlokation ein, weil dort die Zählwerke abgerechnet werden.

Wo die Seite hingehört

Die Marktobjekte erklärt der Überblick MaLo, MeLo, NeLo und Ressource, die technischen und steuerbaren Ressourcen Netzlokation und technische Ressource. Die SAP-Seite vertiefen Anschlussobjekt, Anlage und Vertrag und Register und Zählwerke.

Quellen und Pflegehinweis

Die Zuordnung stützt sich auf SAP Learning, die SAP-Hilfe und den Stammdatenatlas dieser Seite; die Tabellen und Felder stammen aus dem IS-U-Tabellenkatalog. Das SAP-Dokument „Data Model Recommendations“ ist nur mit Anmeldung lesbar und deshalb keine Quelle. Release und Projekt können das Modell abwandeln. Abgerufen am 4. Oktober 2026.

Primärquellen zum Nachlesen

  1. SAP Learning – Analyzing Specific Master Data Objects for SAP S/4HANA Utilities in Germanylearning.sap.com
  2. SAP Learning – Applying Standard Consumption and Feed-In Components to the Master Data Model for SAP S/4HANA Utilities in Germanylearning.sap.com
  3. SAP Learning – Exploring Utilities Data Modellearning.sap.com
  4. SAP Help Portal, Support Content – 3. Implikation auf das Stammdaten-Modell im SAP for Utilitieshelp.sap.com
  5. Bundesnetzagentur – GPKE Teil 1, Lesefassung zu BK6-24-174, Kapitel 3 Objektebundesnetzagentur.de
  6. sapdatasheet.org – SAP ABAP Table EUITRANS, Point of Delivery (internal and external number)sapdatasheet.org
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