Kurzantwort
Die Sommerzeit beginnt am letzten Sonntag im März um 2 Uhr MEZ und endet am letzten Sonntag im Oktober um 3 Uhr MESZ (Sommerzeitverordnung, § 2). Die nächsten Umstellungen sind Sonntag, 25. Oktober 2026 (auf Winterzeit) und Sonntag, 28. März 2027 (auf Sommerzeit). Der Herbsttag hat 25 Stunden und damit 100 Viertelstundenwerte, der Frühjahrstag 23 Stunden und 92 Werte.
Damit eine Stunde nicht zweimal mit derselben Uhrzeit auftaucht, schreibt die MSCONS Zeiten in UTC. Das Gateway führt ebenfalls UTC mit einem Offset zur lokalen Zeit. Die Umstellung zeigt sich im Markt also an drei Stellen: in der Anzahl der Werte, in den Zeitangaben der Nachricht und in der Länge von Zählzeitfenstern.
Die Umstellungsnacht
Um 3:00 Uhr MESZ springt die Uhr auf 2:00 Uhr MEZ zurück. Die Stunde von 2 bis 3 Uhr gibt es zweimal, einmal mit Offset +2 (MESZ) und einmal mit +1 (MEZ). Im Frühjahr fällt die Stunde von 2 bis 3 Uhr aus.
| Tag | Länge | Viertelstundenwerte |
|---|---|---|
| So 25.10.2026 | 25 h | 100 |
| So 28.03.2027 | 23 h | 92 |
Der Übertragungszeitraum für den 28. März 2027 läuft in UTC vom 27.03. 23:00 Uhr bis zum 28.03. 22:00 Uhr.
Das MSCONS-Anwendungshandbuch 3.2 führt für jeden Umstellungstag bis 2031 die Zeiträume auf (Kapitel 4.3.1). Es lässt für diese Tage genau diese Anzahl Werte zu. Für Gas gelten die Gastage von 6:00 bis 6:00 Uhr: Der Gastag vom 24. auf den 25. Oktober 2026 hat 25 Stundenwerte, der vom 27. auf den 28. März 2027 hat 23.
Wie MSCONS die Zeit schreibt
Ein Lastgang für einen Kalendertag in gesetzlicher deutscher Zeit trägt als Übertragungszeitraum zwei DTM-Segmente in UTC. Für den 25. Oktober 2026 lauten sie nach dem Muster des Handbuchs:
DTM+163:202610242200?+00:303'
DTM+164:202610252300?+00:303'
?+00 ist die Zeitzone UTC, 303 das Format mit Zeitzonenangabe. Der Beginn 22:00 Uhr UTC am 24. Oktober entspricht 0:00 Uhr MESZ am 25. Oktober, das Ende 23:00 Uhr UTC dem 26. Oktober um 0:00 Uhr MEZ. In der Mengengruppe SG10 steht je Viertelstunde ein Wert, dessen Zeit innerhalb dieses Intervalls liegen muss. Weil die Grenzen in UTC stehen, ist jede der beiden Stunden zwischen 2 und 3 Uhr lokal eindeutig. Die Mengen selbst erklärt Messwerte und Zählerstandsgänge. Allgemeiner zu Zeitreihen und Zeitzonen: Zeitumstellung in Energiedaten und Viertelstundenwerte und Zeitraster.
Gateway und Zählerstände
Das Smart-Meter-Gateway führt eine Systemzeit in der Zeitskala UTC. Es bestimmt die lokale Zeitzone als Offset zur UTC nach der Sommerzeitverordnung. Aufgezeichnete Messwerte tragen laut TR-03109-1 2.0 eine Information über die Zeitdifferenz zwischen lokaler Zeit und UTC. Für alle Tarifanwendungsfälle gilt: Die Zeitinformation steht „in UTC mit Information zum Bezug zur lokalen Zeit“.
Bei Zählerständen folgt daraus: Die Differenz zweier Stände muss in der Folge der UTC-Zeit gebildet werden, nicht nach der lokalen Uhrzeit. Am Herbsttag tragen sonst zwei Stände dieselbe lokale Uhrzeit, und die Reihenfolge ist nicht mehr erkennbar.
Zählzeiten an der Umstellung
Die ausgerollte Zählzeitdefinition kennt zwei Schreibweisen (UTILTS-AHB 1.1, Kapitel 8.4): Zeitpunkte mit Datum und Zeitzone je Tag (Format 303) oder einen normierten Tag mit Uhrzeiten (HHMM, Format 401). Der normierte Tag ist „nach deutscher Zeit“ beschrieben, ohne Berücksichtigung der Sommer/Winter-Zeitumstellung. Bleibt der Registerwechsel dadurch um 6:00 Uhr lokaler Zeit, ändert sich die Länge der Nacht:
| Nacht | Niedertarif von 22:00 bis 6:00 Uhr | Reale Dauer |
|---|---|---|
| 24./25.10.2026 | 22:00 MESZ bis 6:00 MEZ | 9 Stunden |
| 27./28.03.2027 | 22:00 MEZ bis 6:00 MESZ | 7 Stunden |
| normale Nacht | 22:00 bis 6:00 Uhr | 8 Stunden |
Bei einer konstanten Last von 0,4 kW zählt das Niedertarifregister in der Herbstnacht 9 h × 0,4 kW = 3,6 kWh statt 3,2 kWh, in der Frühjahrsnacht 2,8 kWh. Die Energie ändert sich nicht, nur ihre Verteilung auf die Register. Die Definition selbst enthält keine Regel für den Umstellungstag. Der Verfasser (NB oder LF, siehe Zählzeitdefinitionen verstehen) und der MSB müssen sich daher auf dieselbe Zeitbasis verlassen, sonst wandern Mengen um eine Stunde zwischen den Registern.
Folgen für Bilanzierung und Abrechnung
Die Bilanzierung läuft in Viertelstunden, am Umstellungstag also mit 92 oder 100 Werten pro Tag. Eine Monatsmenge ist die Summe der vorhandenen Intervalle, kein Vielfaches von 96. Bei dynamischen Tarifen gibt es im Herbst 25 Stundenpreise. Beide Stunden von 2 bis 3 Uhr rechnet das System mit ihren eigenen Preisen ab. Wie solche Tarife Messwerte nutzen, steht in Dynamische Stromtarife und Messwerte.
Fehlerfälle
- 96 Werte statt 100. Ein System, das jeden Tag mit 96 Intervallen rechnet, kappt die letzte Stunde oder überschreibt die doppelte. Das MSCONS-Handbuch lässt am Herbsttag nur 100 Werte zu.
- Lokale Zeit als Schlüssel. Zwei Werte tragen dieselbe lokale Uhrzeit, der zweite überschreibt den ersten.
- Fehlende Stunde als Messlücke. Im Frühjahr melden Prüfungen, die 96 Werte erwarten, vier fehlende Werte. Ein Ersatzwert wäre falsch, denn die Stunde gab es nicht.
- Zählzeitwechsel um eine Stunde verschoben. Rechnet der MSB in UTC und der Verfasser der Definition in lokaler Zeit, landet Energie im falschen Register.
Typische Missverständnisse
„Am 25. Oktober fehlt ein Wert.“ Es fehlt keiner, es gibt vier zusätzliche.
„UTC ist die Uhrzeit auf dem Zähler.“ Der Zähler zeigt lokale Zeit. UTC ist das Austauschformat von Gateway und MSCONS.
„Die Zählzeitdefinition regelt die Umstellung.“ Das Format beschreibt Tage in deutscher Zeit. Der Umgang mit der verlängerten oder verkürzten Nacht ergibt sich aus der Zeitbasis der Systeme, nicht aus einem eigenen Feld.
Quellen und Pflegehinweis
Grundlage sind MSCONS-AHB 3.2 (Kapitel 4), UTILTS-AHB 1.1, TR-03109-1 2.0 und die Sommerzeitverordnung. Die Umstellungstage sind nachgerechnet: letzter Sonntag im Oktober 2026 ist der 25., letzter Sonntag im März 2027 der 28. Ob und wie SAP IS-U oder EDM die Umstellungstage behandelt, belegt der Katalog dieser Seite nicht, der Artikel macht dazu keine Aussage.