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AHB, Formate & Datenaustausch

AHB lesen und anwenden

Wie eine AHB-Tabelle aufgebaut ist, welche Spalte zu welchem Prüfidentifikator gehört und wie du aus Zeile, Status und Bedingung die Belegung einer Nachricht ableitest, mit echtem Ausschnitt aus dem UTILMD AHB Strom 2.2.

Auf dieser Seite7 Abschnitte

Kurzantwort

Ein Anwendungshandbuch (AHB) legt je Nachrichtentyp fest, was in jedem Anwendungsfall in der Nachricht stehen muss, darf oder nicht stehen darf. Die Tabelle hat eine Zeile je Segmentgruppe, Segment, Datenelement und Code und eine Spalte je Prüfidentifikator. Du liest sie in zwei Schritten: erst die Spalte deines Prüfidentifikators suchen, dann die Zeilen von oben nach unten durchgehen. Status (Muss, Soll, Kann) oder Operand (X, M, S, K) sagen, ob die Zeile gilt, die eckige Klammer verweist auf eine Bedingung.

Das AHB beschreibt die fachliche Belegung. Den technischen Aufbau der Nachricht regelt die MIG, den Überblick über beide gibt EDIFACT, AHB und MIG.

Gültige Fassung

Seit dem 01.10.2026 gelten die am 01.04.2026 veröffentlichten Fassungen aus Mitteilung Nr. 56 der Bundesnetzagentur, darunter das UTILMD AHB Strom 2.2 (Stand MIG S2.2), die Allgemeinen Festlegungen 6.1d und die Anwendungsübersicht der Prüfidentifikatoren 4.0. Ältere Fassungen sind für neue Nachrichten nicht mehr zu verwenden. Die AHB-Werkbank zeigt den Aufbau der geltenden Fassung FV2610, gelesen aus den Lesefassungen der Handbücher, und die früheren Fassungen ab FV2210; gültig ist allein das veröffentlichte Dokument.

Wo du den Anwendungsfall findest

Du beginnst mit dem Prüfidentifikator, nicht mit dem Segment. Ein Lieferant, der eine Marktlokation anmelden will, schlägt in der Anwendungsübersicht der Prüfidentifikatoren den Prozessschritt „Anmeldung einer Zuordnung“ nach (GPKE Teil 2, Lieferbeginn) und findet dort den Prüfidentifikator 55001, das AHB UTILMD AHB Strom und die Antworten 55002 (Bestätigung) und 55003 (Ablehnung). Im UTILMD AHB steht der Anwendungsfall in Abschnitt 8.2, „Anmeldung einer verbrauchenden Marktlokation“. Wie die Nummern aufgebaut sind, erklärt Prüfidentifikatoren verstehen. Den zugehörigen Prozess zeigt der Ablauf Lieferbeginn.

Eine AHB-Tabelle lesen

Die Tabelle ist in Spalten gegliedert, die sich auf jeder Seite wiederholen:

  • EDIFACT Struktur: Segmentgruppe (SG4), Segment (DTM), Datenelement (2380) und Code. Die fünfstellige Nummer am Segment (00021) ist die laufende Nummer aus der MIG, wo dasselbe Segment als „Ende zum“ geführt wird.
  • Beschreibung: die fachliche Bedeutung der Zeile.
  • Eine Spalte je Prüfidentifikator, im Kopf mit Anwendungsfall, Richtung („LF an NB“) und Nummer.
  • Bedingung: der Text zu den Zahlen in eckigen Klammern.
Sechs echte Zeilen aus der Anmeldung einer verbrauchenden Marktlokation. Spalten: 55001 Anmeldung (LF an NB), 55002 Bestätigung Anmeldung (NB an LF), 55003 Ablehnung Anmeldung (NB an LF). Eine leere Zelle heißt: im Anwendungsfall nicht vorgesehen. Beschreibungen gekürzt.UTILMD AHB Strom 2.2 (Stand 01.04.2026), Abschnitt 8.2, Seiten 71 bis 73. Muss = Segment verlangt, S = Operand Soll, X = Nutzung wie beim Segment; Zahlen in eckigen Klammern verweisen auf die Spalte Bedingung.

In jeder Zelle steht, wie die Zeile für diesen Anwendungsfall gilt. Bei Segmentgruppen und Segmenten heißt das AHB-Status (Muss, Soll, Kann), bei Datenelementen und Codes Operand: X heißt „wie das Segment“, M, S und K weichen davon ab. Eine leere Zelle bedeutet, dass die Zeile im Anwendungsfall nicht vorgesehen ist. Im Ausschnitt sieht man das gut: „Ende zum“ gibt es in der Anmeldung 55001 und der Bestätigung 55002, aber nicht in der Ablehnung 55003, dafür trägt nur die Ablehnung das „Lieferbeginndatum in Bearbeitung“.

Von oben nach unten entscheiden

Die Allgemeinen Festlegungen (Kapitel 6.2 und 6.3) geben die Reihenfolge vor:

  1. Segmentgruppe: Der Status entscheidet, ob die Gruppe eröffnet wird. Nur dann zählen die Zeilen darunter.
  2. Segment: Auch sein Status gilt nur in einer eröffneten Gruppe.
  3. Datenelement und Code: Ein Code darf nur verwendet werden, wenn das Segment durch Status und eventuelle Bedingung zum Tragen kommt.
  4. Mehrere Status: Eine Zeile kann zwei Status tragen, etwa „Muss [2]“ und „Soll [3]“. Dann prüfst du jede Bedingung. Trifft keine zu, bleibt das Segment weg.

Wie der Status zustande kommt, zeigt die Vererbung aus der MIG (Allgemeine Festlegungen, Kapitel 6.2):

BDEW-Status in der MIG Segment, Segmentgruppe im AHB Datenelement im AHB
M, R Muss X
D Muss, Soll oder Kann, je nach Anwendungsfall X, M, S oder K

Bei Datenelementen kennt die Tabelle zusätzlich O (wie D: X, M, S oder K) und N (im AHB nicht aufgeführt, weil nur strukturell nötig). „Ende zum“ (DTM, Nummer 00021) hat in der MIG den BDEW-Status D. Deshalb kann das AHB dort für die Anmeldung „Muss [10]“ festlegen. Was die [10] verlangt, löst Muss, Kann und Bedingung im AHB Schritt für Schritt auf.

Antworten haben eigene Spalten

Bestätigung und Ablehnung sind eigene Anwendungsfälle mit eigener Spalte. Im Beispiel verlangt die Bestätigung 55002 beim „Beginn zum“ den Hinweis [521], die Anmeldung nicht. Welchen Antwortcode der Netzbetreiber setzt, steht im Entscheidungsbaum, den die Anwendungsübersicht für 55002 mit E_0623 und für 55003 mit E_0622 nennt. Das erklärt Codelisten und Entscheidungsbaumdiagramme.

Typische Fehler

Falsche Spalte gelesen. Anmeldung, Bestätigung und Ablehnung stehen untereinander in einer Tabelle. Wer die Zeile „Ende zum“ in der falschen Spalte abliest, übersieht, dass die Ablehnung sie gar nicht kennt.

Nur das Feld betrachtet. Ein Datenelement mit X erbt den Status seines Segments. Ist die Segmentgruppe nicht eröffnet, entfällt auch ein „X“.

Zeile ohne Bedingung gelesen. Eine Zahl in eckigen Klammern gehört zum Status. Ohne sie ist „Muss“ falsch verstanden.

Fassung verwechselt. Das AHB gibt es je Stichtag in einer neuen Version. Prüfe vor jeder Umsetzung Titelblatt (Version, Stand MIG, Publikationsdatum) und die Mitteilung der Bundesnetzagentur. Der Ablauf eines Wechsels steht in Versionswechsel absichern.

Quellen und Pflegehinweis

Der Tabellenausschnitt stammt aus dem UTILMD AHB Strom 2.2 (Seiten 71 bis 73), die Regeln zum Lesen aus den Allgemeinen Festlegungen 6.1d (Kapitel 6.1 bis 6.3), die Prüfidentifikatoren aus der Anwendungsübersicht 4.0. Geprüft am 05.10.2026 an den amtlichen Dokumenten. Die nächste Änderung ist für den 01.04.2027 konsultiert (Mitteilung Nr. 57); sie ändert dann auch dieses AHB.

Primärquellen zum Nachlesen

  1. Bundesnetzagentur – Mitteilung Nr. 56 zu den Datenformaten (verbindlich ab 01.10.2026)bundesnetzagentur.de
  2. BDEW – UTILMD Anwendungshandbuch Strom 2.2 (Stand 01.04.2026)bundesnetzagentur.de
  3. BDEW – Allgemeine Festlegungen zu den EDIFACT- und XML-Nachrichten 6.1d, Kapitel 6 (Lesen der Anwendungshandbücher)bundesnetzagentur.de
  4. BDEW – Anwendungsübersicht der Prüfidentifikatoren 4.0bundesnetzagentur.de
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