Kurzantwort
Bestandsdaten kommen in IS-U über die Migrationsworkbench in das System, Transaktion EMIGALL. Die Daten werden nach fachlichen Merkmalen in Migrationsobjekte gruppiert (zum Beispiel PARTNER, ACCOUNT, INSTLN, DEVICE, MOVE_IN) und aus Dateien des Altsystems angelegt. Die Objekte hängen voneinander ab, deshalb zählt die Reihenfolge. Jeder Lauf führt eine Schlüssel- und Statusverwaltung, die jeden Altsatz seinem neuen Objekt zuordnet. Fertig ist die Migration erst, wenn Sätze und Summen gegen das Altsystem abgestimmt und freigegeben sind. Im Testsystem werden Reihenfolge, Mapping und Fehlerquote mindestens einmal komplett geprobt, bevor die Produktion folgt. Wie die Zielobjekte fachlich zusammenhängen, zeigt Anschlussobjekt, Anlage und Vertrag.
Das Werkzeug
EMIGALL heißt im Verzeichnis „IS-U Migration Workbench“ (Transaktionsverzeichnis); sie steht nicht in der Transaktionswerkbank dieser Seite. Nach der SAP-Hilfe gruppiert sie die Daten nach fachlichen Merkmalen zu Migrationsobjekten und überträgt sie nach IS-U. Jedem Objekt sind Strukturen zugeordnet, die in IS-U im Data Dictionary definiert sind; kundeneigene Erweiterungen lassen sich deshalb berücksichtigen (SAP Help, Migration). Die Bedienung beschreibt das „IS-U Migration User Handbook“, das in der Workbench selbst aufgerufen wird. Die zugehörigen Einstellungen liegen im Einführungsleitfaden unter „Werkzeuge, Migration“ (Customizing-Baum). Eine Statistik der Läufe zeigt EMIGSTAT („Anzeige Statistiksätze IS-U Migration“).
Auch in S/4HANA bleibt EMIGALL der dokumentierte Weg für IS-U-Objekte. Die SAP-Hilfe beschreibt damit zum Beispiel die Migration bestehender Verträge in Utilities-Verkaufsverträge (Objekte MOVE_IN und MOVE_OUT) (SAP Help). Ob dein Release zusätzlich Objekte im allgemeinen S/4HANA-Migrationscockpit für Utilities anbietet, ist hier nicht geprüft.
Reihenfolge der Objekte
Belegt ist: Das Vertragskonto setzt voraus, dass die Geschäftspartner schon migriert sind (Transferring Master Data Automatically). Änderungen an Anlagen (Objekte FACTS, PODCHANGE) gehen erst, wenn die Anlagen mit INSTLN erfolgreich angelegt sind; die Zählpunkte (POD) erst nach INSTLN oder DEVICE (Installation, Point of Delivery). Zahlungspläne (BBP_PAYSC) setzen eine ganze Gruppe voraus, bei pauschal abgerechneten Anlagen ohne Zähler PARTNER, ACCOUNT, MOVE_IN, INSTLN, PREMISE und CONNOBJ, bei Anlagen mit Zähler zusätzlich DEVLOC, INSTALL und DEVICE (Migrating Payment Schemes).
Die Reihenfolge innerhalb der Anlagenhierarchie (Anschlussobjekt vor Verbrauchsstelle vor Anlage, Gerät vor Geräteeinbau, Konto und Anlage vor dem Einzug) folgt aus dem Datenmodell und ist in der Zeichnung blau markiert; die SAP-Hilfe nennt sie in den hier geprüften Abschnitten nicht ausdrücklich. Wer sie umdreht, bekommt Fehler, die wie Datenfehler aussehen, aber Reihenfolgefehler sind. Die Detaildokumentation je Objekt steht im User Handbook der Workbench.
Schlüssel, Status und Importdatei
Die Workbench führt eine Schlüssel- und Statusverwaltung („IS Migration: Key and Status Management“, Tabelle TEMKSV). Sie ordnet dem Schlüssel des Altsatzes das neu angelegte IS-U-Objekt zu und hält fest, ob der Satz migriert ist (SAP Help, Migration). Als Arbeitsregel folgt daraus (eigene Ableitung, nicht aus der SAP-Hilfe zitiert): Der Altschlüssel muss je Satz stabil und eindeutig sein, und vor jedem Wiederholungslauf wird der Status der Sätze angesehen, bevor dieselbe Datei noch einmal geladen wird.
Die Daten liegen als Importdateien im Format der Objektstrukturen vor. Ein Beispiel für die Wirkung eines Objekts: ACCOUNT legt das Vertragskonto an und schreibt dabei in die Tabellen FKKVK, VKKVKP, DFKKLOCKS und FKKVK_CORR über den Servicebaustein ISU_M_ACCOUNT_CREATE (SAP Help, Migration, Abschnitt Migrationsobjekte).
Fehler und Durchsatz
SAP nennt als typischen Fehler beim Import großer Dateien die Meldung BL 252 „Message number 999999 reached. Log is full“. Abhilfe ist, kleinere Dateien zu verwenden, damit jeder Migrationsjob weniger Daten trägt (SAP Help, EMIGALL BL 252). Der Hilfetext verweist für den Durchsatz auf die SAP-Hinweise 135936 (paralleler Lauf) und 135937 (Performance) sowie 1340047 (Leitfaden zur Migrationsworkbench). Fehler in der Transformation entstehen, wenn Zieldateien der Objekte mit Fehlern enden; sie sind pro Objekt zu beheben, bevor die Folgeobjekte laufen.
Abstimmung
Der Nachweis besteht aus drei Fragen, je Objekt und Organisationseinheit:
- Vollständig: Ist jeder Satz des Altsystems vorhanden? Satzzahl Alt gegen Satzzahl Neu, Differenz erklärt.
- Richtig: Stimmen die werthaltigen Felder und Summen zum Stichtag, etwa Salden der Vertragskonten und Zählerstände?
- Nur einmal: Gibt es keine Dubletten durch einen wiederholten Import?
Die Listen für den Abgleich werden vor der Freigabe erstellt, solange das Altsystem noch läuft. Danach lassen sie sich aus dem Zielsystem allein nicht mehr rekonstruieren.
Beispiel: Migration zum 1. Januar
Vereinfachtes Beispiel: Ein Versorger migriert auf IS-U, Stichtag 1. Januar. Extrahiert wird in Objektreihenfolge, jede Datei mit Satzzahl und Summenprüfsumme. Der Probelauf im Testsystem deckt einen fehlenden Nummernkreis und 300 nicht gemappte Tarifcodes auf; nach der Korrektur läuft der zweite Probelauf ohne Differenz. Beim scharfen Lauf folgt die Reihenfolge PARTNER, ACCOUNT, Anlagenobjekte, Geräte, MOVE_IN. Danach werden Satzzahlen und Verbrauchssummen je Sparte abgestimmt; zwei fehlende Zählpunkte werden nachgeladen und erneut abgestimmt.
Fehlerfälle
- Falsche Reihenfolge: Abhängigkeitsfehler, die wie Datenfehler aussehen. Man korrigiert am falschen Ende.
- Instabiler Altschlüssel: zwei Läufe erzeugen zwei Objekte für denselben Altsatz.
- Zu große Dateien: Log voll (BL 252), Lauf bricht ab, unklarer Stand.
- Nicht abgestimmte Summen: fällt oft erst in der ersten Abrechnung auf, wenn das Altsystem abgeschaltet ist. Eine erste Abrechnung gehört deshalb als Test dazu (Tarife testen).
Typische Missverständnisse
„Nach dem Laden ist die Migration fertig.“ Fertig ist sie nach der dokumentierten Abstimmung und Freigabe samt Nachzüglern.
„Das Migrationscockpit aus S/4HANA ersetzt EMIGALL für IS-U.“ Für die dokumentierten IS-U-Objekte nennt die SAP-Hilfe EMIGALL. Die Beispielobjekte im allgemeinen Leitfaden zum Migrationscockpit (Kunde, Anlagevermögen) sind keine IS-U-Objekte.
„Ein Import korrigiert vorhandene Sätze.“ Die SAP-Hilfe beschreibt die Übernahme als erstmalige Übertragung. Änderungen an bestehenden Anlagen und Zählpunkten haben eigene Objekte (FACTS, PODCHANGE) und gehen erst, wenn INSTLN erfolgreich war.
Offen
- Ob die Migrationsworkbench eine Simulation ohne Datenänderung kennt, ist nicht geprüft; die Probeläufe laufen deshalb im Testsystem.
- Die vollständige Abhängigkeitsliste aller Objekte steht im User Handbook der Workbench und ist hier nicht übernommen.
- EMIGALL und EMIGSTAT sind nicht Teil der Transaktionswerkbank.
Quellen und Pflegehinweis
Alle Objekt- und Abhängigkeitsangaben stammen aus den SAP-Hilfeseiten der Quellenliste, Stand 05.10.2026. Objektlisten ändern sich mit dem Release; vor der Planung das User Handbook des eigenen Systems prüfen.